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Hitzeläufe und Trinkprobleme

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 11.07.2017

Die allgemeinen Titelkämpfe endeten um 16:00 Uhr und zum Abschluss sollte das Langstreckenrennen gestartet werden. Es war so heiß, dass sich niemand auf der Tribüne aufhalten konnte, weil der Unterbau aus schwarzem Granit sich so aufheizte, dass dieser eher einem Grill ähnelte als einem Sitzplatz.

Der Veranstalter verschob dann den Start wegen der unerträglichen Hitze auf 19:00 Uhr. Aber auch dieser Zeitabstand brachte kaum Abkühlung und so sind wir dann alle losgelaufen. 70% der Teilnehmer stiegen aus und es gewann Ingo Sensburg. Die Zeiten waren miserabel, aber ich hatte niemals im Rennen den Gedanken auszusteigen, weil solche Hitzeläufe geübt waren. Meine Platzierung habe ich leider vergessen. Sie war aber sehr langsam.

Dieses Rennen durchlaufen zu können und nicht aufgeben zu wollen, ist auch ein Teil des durch die Hitzeadaption erworbenen Selbstvertrauens. Dazu kann ich auch noch einmal eine weitere Anekdote beisteuern. Da ich sie, weil so ungewöhnlich, schon oft erzählt habe, bitte ich um Nachsicht, wenn du sie schon kennst.

Der heißeste Marathon, welchen ich jemals erlebt habe, war Mitte der achtziger Jahre in Daverden nahe Bremen. Dieser fand traditionell am 17. Juni, dem damaligen Tag der deutschen Einheit statt. Gleichzeitig fand ein 25 Kilometerlauf statt, an denen einige von unserer Mannschaft, der LG Seesen teilnahmen.

Der Autor dieser Zeilen plante seine Marathonzeit aus dem Jahr noch einmal zu verbessern. Wir reisten alle einen Tag vorher an und verbrachten die Nacht in einem kleinen Hotel nahe der Strecke. Diese Nacht war furchtbar, es war so heiß, dass wir kaum schlafen konnten. Wir lagen nackt auf dem Bett und schwitzen trotzdem.

Morgens um 10:00 Uhr erfolgte der Start, am Himmel zeigte sich keine Wolke, kein Lüftchen wehte und es waren schon am Morgen 30°C. Die Stimmung im Starterfeld war gedrückt, denn der Kurs führte zu 95% durch Felder und war somit völlig schattenlos.

Mir war bewusst, dass ich sehr gut an diese Hitzebedingungen angepasst war, denn ich hatte mein Training danach ausgerichtet. So dachte ich mir, heute wird hier alles sehr langsam loslaufen und das werde ich nicht mitmachen. Gesagt getan und ab ging so ein Irrer aus dem Harz und hatte schon nach 2 km 400 m Vorsprung.

Alles Weitere ist kurz berichtet. Von diesen 400 m lebte ich den ganzen Streckenverlauf über. Zwar war manchmal das Gefühl da, gleich umzufallen, aber ich blieb standhaft. Und ich war auch noch in der Lage, den Abstand ständig zu kontrollieren. Kam jemand näher, lief ich etwas schneller. So siegt dieser Irre aus dem Harz mit 2:32 Stunden, obwohl einige deutlich stärkere Läufer im Feld waren.

Dies nur zur Erklärung von Hitzeadaption und Selbstvertrauen. Beides gehört zusammen und ich kann dir nur raten, übe die Anpassung an hohe Temperaturen. Deine Wettkampfresultate werden es dir danken.

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