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Fleiß bringt dich nach vorn!

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 18.07.2017

Wie soll ich so etwas nennen? Faulheit, Unwissenheit, Ignoranz oder was noch? Ein Neumitglied storniert seinen Trainingsplan, weil ich ihm diese 25 km zumuten wollte. Für mich ist diese ganze Jammerei eine elende Arbeit, weil sie meist über E-Mail geht und ich dann antworten muss.

Wenn Sie mich wenigsten anrufen würden, dann könnte ich erklären, warum gerade diese langen Läufe wichtig sind. Noch schlimmer wird es, wenn ich den Clubmitgliedern, die nach Marathonplänen trainieren, empfehle auch außerhalb der Saison mindestens jeden Monat einmal ein 35 Kilometerlauf zu absolvieren, um die Ausdauerleistungsfähigkeit über die lange Strecke zu erhalten.

Es ist kaum glaublich, was uns danach dann für Post erreicht. Jede zweite Mail beginnt mit dem Text: Warum soll ich dann 35 km laufen, wenn ich gar keinen Marathon mehr in diesem Halbjahr vorhabe? Solche Mails machen mich einfach mürbe, weil es so viele sind. So muss ich noch einmal zurück auf die vorhergehenden Zeilen mit "damals war alles besser" kommen.

Kaum jemand versteht, dass es sich im Training nicht nur um den nächsten Wettkampf dreht, sondern das Wichtigste die kontinuierliche Weiterentwicklung der Fähigkeiten ist. Sie wollen einfach nicht glauben, dass sie bei einer gut ausgebildeten Ausdauer ihre Tempoläufe schneller und mit weniger Anstrengung absolvieren können.

In früheren Zeiten schrieb ich so etwas gar nicht in dem Plan rein, das machten unsere Läufer und Läuferinnen einfach von sich aus so. Irgendwann in den Sommerwochen, wenn sie Freude und Zeit daran hatten, liefen sie ganz entspannt unsere 35 km Strecke.

Wenn es dann im August wieder los ging mit der direkten Vorbereitung auf die Herbstmarathons, hatten diese Sportler absolut kein Problem die lange Runde zu bestreiten und dann auch in die Endbeschleunigungen zu gehen. Das waren keine Wunderläufer oder große Talente, sondern Fleißsportler.

Aber: Niemand bestritt einen Marathon über 3 Stunden, sogar die meisten Frauen aus unserem Verein blieben unter dieser Zeit und die einigermaßen Talentierten liefen um die 2:45 Stunden und die Männer um die 2:30 herum.

Und heute sitze ich hier und bin in meiner Läuferseele ziemlich beschädigt. Irgendwann gibst du dem Druck von außen nach, der heißt immer weniger Umfang und immer weniger Tempo. Du hast einfach keine Lust mehr auf pöbelnde Mails.

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