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Verletzung, Erkrankung? Was nun?

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 08.09.2015

Das Erste, was dir dazu einfällt, ist immer dein Holger und auch die anderen Kleinholgers. "Wie gehe ich mit Holger um", wirst du dich fragen. "Ich kann doch jetzt nicht bei der Serie schon wieder antreten, wo ich noch nichts drauf habe. Holger freut sich doch ein zweites Loch in den P…“, wenn er dich nach deinem 1. Sieg über ihn, jetzt gleich wieder abzieht.

Solche Gedanken sind normal und wir kennen sie alle. Und so verstecken wir uns im Wald, um uns die Leistungssteigerung wieder anzutrainieren, mit der es gelingen soll, ihn wieder zu distanzieren.

Aber ist das richtig, so lange zu warten? Nein! Ich kann dir aus der Lebenserfahrung heraus sagen, dass das lange Warten auf den Wiedereinstieg in die Wettkämpfe ein grober Fehler ist. Vorausgesetzt natürlich, dass du auch völlig gesund bist.

Du verschenkst mit dem Abwarten nämlich eine glückliche Zeit. Wieso das denn, wirst du dich fragen. Wenn du schnell in dein erstes Rennen nach deinen längeren Beschwerden wieder einsteigst, dann wirst du oft ein völlig überraschend gutes Resultat erreichen.

Dieses ist aber meist ein Muster ohne Wert, denn ein lange nicht belasteter Organismus gibt unerwartet leicht seine Kräfte her. Aber danach wirst du dich ziemlich schlecht im Training fühlen. Erst das zweite Rennen nach der Pause zeigt deine realistische Leistungsmöglichkeit auf, und die wird dich schockieren.

Wenn du aber weiter machst mit den Wettkämpfen, wird es eine ganz wunderbare Zeit für dich. Du solltest in dieser Zeit möglichst viele Rennen bis maximal hin zum Halbmarathon laufen. Und du wirst sehen, jeder Wettkampf wird besser.

Deine Freunde klopfen dir auf die Schultern, aber wie erlebt Holger diese Phase? Den jagst du durch Heiß und Kalt. Bei deinem ersten Rennen war er noch überrascht und besorgt, er hatte dich noch nicht so gut erwartet. Der folgende Wettkampf ließ ihn dagegen grinsen und sich zufrieden zurücklegen.

Holger weiß um deine mögliche Stärke und zittert. Du läufst noch hinter ihm, siehst ihn aber immer näher kommen. Holger krampft und du bist locker. Du kannst nur gewinnen und ihm droht der Untergang.

Für dich läuft alles easy und wenn du ihn dann erstmals wieder hast, stellst du fest, dass es deutlich leichter war als beim ersten Mal, ihn zu überholen. Vergiss nicht, ihm beim Vorbeilaufen die berühmten, aber erniedrigenden zwei Worte "komm mit" zuzurufen.

Oder aber, wenn er ein "Leichtholger“ (= jemand der psychisch empfindlich ist) ist, dann denke an das alte Sprichwort: Quäle nie einen Holger zum Scherz, denn er fühlt wie du den Schmerz. Das heißt: Halte die Klappe beim Überholen.

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