Anmelden | Registrieren |   0 Artikel 0.00 €
0
Sie haben keine Artikel im Warenkorb.

Athletiktraining kann Wunder bewirken

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 23.12.2014

Im Alter werden besonders die schnellen Muskeln abgebaut, und zwar etwa 1% pro Jahr. Betroffen von diesem natürlichen Muskelschwund sind vor allem die schnell zuckenden Muskelfasern, die im Alltag kaum benutzt werden. Denk dran: Use it or lose it!

Der Körper rationalisiert gnadenlos alles weg, was unnütz Energie frisst. Muskeln, die im Standby-Modus schlafen sind überflüssiger Ballast und werden daher abgebaut. Deshalb heißt hier die einfache Lösung: Use it!

Ein altersentsprechendes Maximal- und Schnellkrafttraining erhält deine FT (schnelle)-Fasern. Das hilft dir nicht nur beim Sport, sondern schützt dich auch im Alltag vor Unfällen.

Denn neben der Kraft nehmen die für einen sicheren Bewegungsablauf ebenso wichtigen Faktoren, wie Koordinations- und Reaktionsfähigkeit, sowie die Gesamtgeschicklichkeit, mit zunehmendem Alter ebenfalls deutlich ab.

Die Folge: leichte Stolperer oder Unsicherheiten können nicht mehr ausgeglichen werden und führen zu überflüssigen Stürzen mit teils lebensbedrohlichen Verletzungen.

Der größte Feind im Alter ist der untrainierte Muskel und die daraus resultierende Bewegungsunsicherheit und Sturzgefahr. Hauptgefahr: der Oberhalsknochen. Bricht er, droht der Pflegefall und der damit verbundene dramatische Verlust der Mobilität und Selbstständigkeit.

In dieser Hinsicht muss ich einen großen Teil der Läufergemeinde heftig kritisieren. Krafttraining wird erheblich vernachlässigt.

Ein Beispiel von vielen: Während unserer Trainingsurlaube bieten wir vor dem Lauftraining jeden Morgen ein Athletiktraining (Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Dehnung) über 20 min an. Durchschnittlich kommen nur etwa 40 % zu diesem Training.

Der natürliche Verlust der oben beschriebenen Parameter wurde schlicht und einfach von der Mehrzahl der Teilnehmer ignoriert, obwohl ihnen durch einen Vortrag diese Umstände bestens bekannt waren.

Aber das läuft alles nach dem Motto ab, welches lautet: "Ja, das mag für die anderen gelten, aber nicht für mich. Ich bin anders und habe ein Kraft- und Koordinationstraining nicht nötig.

Gehörst du auch dazu, oder?

Und gerade an dieser, so überaus weit verbreiteten Denkweise verzweifelt so mancher Trainer. Es gilt nur die Selbsterfahrung. Der Hinweis vom Trainer auf den Stolperstein wird ignoriert. Um diesen als Gefahr wahrzunehmen, muss sich erst ein jeder auf die Klappe legen und sich notfalls ein Bein brechen. Dann glaubt man dem Trainer.

Wenn ich es mir richtig überlege, dann habe ich früher auch selber genau nach den Grundsätzen gehandelt, die ich jetzt kritisiere. Tiefer hinterfragt, scheint das eher ein philosophisches als ein sportliches Problem zu sein.

Eine Sichtweise der eigenen Unverletztbarkeit und Unsterblichkeit, die erst durch ein einschneidendes Erlebnis von Innen aufgebrochen werden kann. Da kann man Reden so viel man will. Das muss jeder selber durch Erfahrung lernen, dass es mit der eigenen Unendlichkeit nicht so lange hin ist.

Dich selbst wird es sicher nicht betreffen. Mit einem zusammengekniffenen Auge gehe ich davon aus, dass du zu der Sorte von Menschen gehörst, die jede Warnung des Trainers ernst nehmen, oder?

Zurück zum Seitenanfang