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Nur wer früh ins Winter-Training startet, kann überragende Erfolge erzielen!

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 16.12.2014

Nun wirst du sicher auch schon warnende Stimmen gehört haben, dass es gerade die 35-Trainings-km sind, die Schäden an der Orthopädie verursachen. Gerade Ärzte warnen davor, so lange zu laufen. Da soll es Untersuchungen geben, die belegen, dass bei diesen langen Läufen die Muskeln geschädigt werden.

Die Laufzeitschriften weniger, aber die Laienpresse berichtet gerne über solche propagierten Gefahren. Damit lösen sie Ängste aus und die Laufzeiten der deutschen Marathoner(innen) fallen in immer tiefere Schamregionen.

So zieht sich eine bodenlose Weicheierei durch unsere Szene. Das ist kein Vorwurf an die, die es aus gesundheitlichen Gründen vorsichtig angehen lassen. Die Gefahren sind scheinbar da.

Und da ein 35 km-Lauf weh tut, werden die Aussagen von Ärzten und Wissenschaftlern durch Selbsterfahrung auch noch gestützt. Da bleibt man doch lieber bei seinen 25-30 km, läuft zwar etwas langsamer als möglich, bleibt aber gesund. Solche Gedanken kann man niemand übel nehmen.

Und seien wir doch ehrlich zu uns selbst, wenn uns ein Fachmann sagt, dass wir weniger trainieren sollen und das Gleiche damit erreichen können, dann nehmen wir doch solche Tipps gerne an.

Da schließt sich der Schreiber dieser Zeilen nicht aus. Auch ich wollte in meiner aktiven Zeit lieber die Beine hochlegen, als mich 35 km lang mit 20 Prozent-Steigungen, Schneeboden und Eisplatten zu vergnügen.

Warum nun aber kommen die Wissenschaftler auf diese Idee, dass ein Trainierender Schaden nehmen kann durch die ganz langen Läufe. Die ersten Warner kommen aus der orthopädischen Ecke: "Die 4-h-Läufer sind viel zu lange unterwegs auf den 35 km, sie schädigen ihren Knorpel und sollen lieber nur höchstens 30 laufen."

Schon vor langen Jahren hielt ich den Kritikern vor: „Das Ganze ist ein Schmarren mit einem inneren Widerspruch. Wird denn ein Marathon für einen 4-h-Läufer kürzer, wenn er als längste Trainings-Strecke nur 30 km läuft? Mitnichten, denn der große Schaden im Knorpel kommt dann erst recht im 42,2 km-Rennen.

Denn der Knorpel des Untertrainierten ist nicht annähernd an die Streckenlänge angepasst. Und jeder von uns weiß nur zu gut, dass man einen Marathon nicht so leicht aufgibt, auch wenn die Knie schmerzen wie Holzsplitter unterm Fingernagel. Immer drauf auf den Knorpel, egal was die Chondrozyten (Knorpelzellen) kosten.

Darum lasse dich nicht von den Warnern beeinflussen. Erhöhe die Anzahl deiner Trainings-km kontinuierlich, verlängere ebenso die Strecke deiner längsten Einheit bis auf 35 km. Fange mit "kurzen" Wettkämpfen, wie z.B. 10 km-Rennen an. Laufe ein paar Halbmarathons und gehe dann erst in deinen ersten Marathon.

Gib deinen Knochen, Muskeln, Sehnen und auch deinen Knorpelschichten Zeit, sich an erhöhte Belastungen anzupassen. Denke daran, dass eine erhebliche Anzahl von orthopädischen Ärzten keine Ahnung von unserem Training haben.

Ein mir gut bekannter orthopädischer Chefarzt fragte mich, was wir denn bei der häufig auftretenden Plantarfasziitis machen. Er fügte hinzu: „Ich empfehle immer möglichst auf weichem Waldboden zu laufen. Bin mir aber nicht sicher, wir haben so etwas in unserer Ausbildung nicht gelernt.

Als ich ihm dann sagte, dass bei so einer Verletzung der glatte Asphalt der richtige Untergrund ist, war er völlig konsterniert. Zudem machte ich ihm klar, dass es kaum irdendwo bei uns in Deutschland weiche Waldböden entsprechender Länge zum Laufen gibt. Denn auch unsere Waldwege sind geschottert, und Schotter ist nun auch nicht besonders weich. Der Doktor war erschüttert!

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