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Mit Hügel- und Bergtraining zum Erfolg

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 12.11.2013

Dass es bergrunter schneller geht, ist ebenso eine Binsenweisheit, aber beide Bewegungsabläufe zusammen können nicht in der Zeit gelaufen werden wie auf einem Kurs in der Ebene. Man kann es auch anders ausdrücken: In den Bergen braucht man immer mehr Zeit für sein Training.

Zweitens: Es gibt und gab zahlreiche Versuche das Training nach Puls in den Bergen zu steuern. Wir haben in früheren Jahren auch versucht, aufgrund der nicht vorhandenen Zeitgleichheit zu Straße und Bahn eine Leistungssteuerung mithilfe des Pulsers herzustellen.

Die Idee war, aus dem Mittel der Pulsschläge berghoch und bergab einen Vergleich für die Flachstrecken zu erzielen. Es war nicht möglich. Man kann auf den Bergabstrecken nicht die Pulsschläge sparen, die man bergauf zusätzlich einsetzen muss.

Ein Läufer ist kein Fahrradfahrer, der die eingesetzte Energie am Berg beim Bergrunterfahren wieder ausgezahlt bekommt. Der Läufer muss auf den Bergabstrecken seine Beinmuskulatur zum Bremsen nutzen und das kostet Energie. Nicht nur das: Die Bremsmuskulatur der Beine ist deutlich schwächer als die vorwärts bewegende Muskulatur.

Das führt dazu, dass die bremsende Muskulatur der Schwachpunkt beim Berglaufen ist. Diese wird bei zu schnell gelaufenen Bergabstrecken überfordert und antwortet auf den nachfolgenden Flach- oder Bergaufstrecken mit den so genannten Gummibeinen. Es ist ein absolut negatives Gefühl, wenn alle die Gegner, die du gerade beim Bergablaufen abgezogen hast, wieder an dir vorbeiziehen, weil du gerade mit deinen Gummibeinen zu kämpfen hast.

Du wirst mich natürlich fragen, wie du eine Trainings-Plan-Zeitvorgabe im bergigen Gelände umsetzen kannst. Dazu meine krasse Antwort: Das geht in keiner Weise. In den Bergen hilft dir nur das Gefühl. Berg hoch musst du in der Regel bis kurz vor den Anschlag laufen. Bergab kannst du dich dann wieder ausruhen, indem du locker den Berg runtertrabst.

Welche grandiosen Verluste du dir in einem bergigen Gelände im Gegensatz zu einem flachen Kurs erwerben kannst, kannst du dir mit unserem Höhenmeter-Kilometer-Umrechner ermitteln.

Erst heute im Jahr 2013 wird mir klar, wie unsere fiktiven Umfänge damals gewesen wären, wenn wir diese mit dem Rechner umgerechnet hätten. Als Beispiel unsere 35 km Runde, die sich später als 36 km zeigte, ist bei 680 Höhenmeter ganze 38,7 Kilometer im Flachen wert.

Es ist absolut auch nicht sinnvoll, den Berg runter zu ballern, wie ich es früher immer getan habe. Ich weiß heute, dass das speziell dem Knieknorpel gar nicht gut bekommt. Natürlich schmerzten auch mir nach langen sehr schnell gelaufenen Bergabstrecken die Knie, aber da diese Schmerzen nach ein paar Tagen wieder weg waren, habe ich dieses Verhalten fröhlich weiter durchgeführt.

Im Zeitverlauf lernte ich dann aber, dass dieser lange Bergrunter-Sprung den Knorpel im Knie beschädigte. Dieser heilte zwar wieder, aber es wurden nicht mehr Original-Knorpelzellen eingebaut, sondern minderwertiges Bindegewebs-Material. Dem Himmel sei Dank, dass ich dieses Wissen erwarb, bevor mein Knieknorpel völlig zerstört war.

Darum kann ich dir nur raten: Laufe bergrunter in kleinen schnellen Schritten, dann schonst du deinen Knorpel und die bremsende Muskulatur deiner Beine. Du wirst sehen, dass dich so ein Verhalten auch viele Plätze weiter nach vorne bringt, wenn du es in einem Wettkampf praktizierst.

In der nächsten Woche dann hier an gleicher Stelle noch mehr über Berg- und Hügeltraining.

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