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Bergläufe pro und kontra, Teil 2

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 05.01.2016

Abugreif hat er einmal unsere Trainingsurlaube genannt. Vielleicht wird er jetzt etwas schmeichelhafter, so etwas wie "Guantánamo".

Um es klarzustellen: Zu handeln mit Druck ist mir fremd. Diesen Druck machen sich die Teilnehmer selbst. Meine Philosophie ist eine ganz andere. Jeder trainiert für sich und nicht für den Trainer, somit muss auch der Trainierende die Entscheidung für seine Belastung übernehmen. Natürlich muss der Trainer regulierend eingreifen.

Natürlich kommt die Motivation durch die harte Konkurrenz im Trainingslager. Olga und Holger sind die größten Motivierer. Das sind fast immer Pärchen, die sich auseinandersetzen. Das ganze läuft aber immer in einer freundschaftlichen Atmosphäre ab, weil beide etwas davon haben.

Aber: Wir wissen alle, dass es Typen gibt, die einfach zu hart gegen sich selbst sind und andere wiederum ängstlich und sich scheuen an ihre Belastungsgrenzen zu gehen. Beide sind in der Regel unheilbar. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand, der zu diesen Gruppen gehört, sich jemals komplett geändert hat.

Ein weiteres Hügeltraining setzte ich früher sehr gerne ein. Dies waren Sprungläufe 30-100 m bergauf. Solche Sprungläufe entwickeln die Schnellkraft dramatisch. Sebastian Coe machte diese Sprungläufe am Berg über mehr als 200 m. Damit er seine Knochen und Knorpel schonen konnte, fuhr sein Vater mit dem Auto hinter ihm her und brachte ihn den Berg wieder hinunter.

Unser Webmaster Jens Peters, berichtete mir eben gerade beim Schreiben dieses Artikels, dass er früher seine Fahrtspiele im Frühjahr mit Sprungläufen bergauf gewürzt hat. Er sprang den Hügel auf der steileren Seite hoch (Streckenlänge ca. 200 m), wenn er oben war, kreiste er auf dem Plateau ein bis 2 min und lief dann die flachere nd längere Seite des Hügels locker wieder runter, um anschließend unten ein Tempoabschnitt zwischen 50 und 400 m zu absolvieren. Die ganze Runde hatte eine Länge von ca. 2 km. Von diesen Runden absolvierte er 8 Stück pro Trainingseinheit. Das Ganze 3 mal pro Woche (Mo, Mi, Fr), 5-6 Wochen lang. So erzielte er seine Bestzeit von 32:38 min über 10.000 m in der Saison 1993.

Apropos Sprungläufe: Waldemar Cierpinski absolvierte in seiner besten Zeit Sprungläufe über fast unglaubliche 10 km. Dies aber in der Ebene! Mehrfach wurde mir von ehemaligen DDR-Spitzensportlern berichtet, dass sie diese Art von Training auch versucht haben, aber niemand, auch nicht ein einziger schaffte jemals diese Leistung von Cierpinski.

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