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Trainingstempo = Wettkampftempo?

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 13.09.2016

Marco Konings und seine Kollegen untersuchten die Auswirkungen des Wettbewerbs auf die verschiedenen Arten von Müdigkeit, die sich im Gehirn und in den Muskeln zeigen.

Die Studie umfasste Radfahrer, die jeweils zwei 4 Kilometer lange Zeittests, einmal alleine und einmal gegen einen virtuellen Gegner (in zufälliger Reihenfolge) durchliefen. Es überrascht nicht, dass sie in der Lage waren, schneller zu fahren, als sie gegen den virtuellen Konkurrenten antraten (6:22,2 Minuten im Durchschnitt, im Vergleich zu 6:33,6 Minuten).

Vor und nach jedem Test, sollten die Radfahrer eine ?maximale Kontraktionsprobe? ihrer Beinmuskulatur abgeben, um dann mithilfe elektrischer Stimulation zu untersuchen, wie viel zusätzliche Kraft den Muskeln entzogen werden kann.

Das erlaubte den Forschern, die ?periphere" Müdigkeit (wie viel schwächer der Muskel selbst nach dem Zeitfahren ist) und die ?zentrale" Müdigkeit (wie viel schwächer das Signal aus dem Gehirn an die Muskeln nach dem Zeitfahren ist) zu berechnen.

Die Ergebnisse zeigten, dass die zentrale Müdigkeit in beiden Fällen ungefähr gleich war (ein Rückgang um 4,9 Prozent im Wettkampf-Fahren im Vergleich zu 3,4 Prozent beim Einzel-Fahren).

Jedoch sank die periphere Müdigkeit nach dem Wettkampf um 23,1 Prozent und war damit im Vergleich zu der Solo-Fahrt mit nur 16,2 Prozent viel größer.

Die Schlussfolgerung ist nun, dass ?das Vorhandensein eines wettbewerbsfähigen Gegners, es den Teilnehmern zu ermöglichen scheint, ein höheres Maß an physiologischer Kapazität zu nutzen", dank der ?Bereitschaft eine höhere periphere Ermüdung zu tolerieren".

Es gibt in der Tat Beweise dafür, dass hartes Training nachhaltig Metaboliten in den Muskeln erzeugt, die ein Signal zurück an das Gehirn senden, welches als Schmerz interpretiert wird. Wenn man bereit ist, diesen Schmerz ein wenig länger zu ignorieren, kann man vermutlich mehr leisten.

?Wir laufen im Wettbewerb besser, weil wir bereit sind mehr Muskelschmerzen zu tolerieren" ist wahrscheinlich nicht die vollständige Erklärung der Magie des Laufens. Aber es ist ein Anfang ? und eine nützliche Erinnerung daran, dass Training und Wettkampf nicht das Gleiche sind.?

Die Frage, die sich mir jedoch stellt ist: Wäre es besser, den Zugang zu mehr von diesen physiologischen Reserven bereits im Training zu haben sollte man sie aufsparen bis sie im Wettkampf wirklich gebraucht werden?

Als Sportler war mein Gespür immer, dass Letzteres die richtige Wahl ist, aber ich habe auch andere Geschichten von großen Athleten gehört, die Wettkampf-Qualitäts-Leistungen im Training liefern konnten.?

Und wenn ich zurück denke, dann konnte ich selbst ganz überragende Trainingsleistungen absolvieren. Ich musste nur ein Motivatonsfeuer in meinem Gehirn anzünden, um Höchstleistungen abrufen zu können.

Mein innerer Motivator war die Distanz und die Zeit. Auf einer Strecke eine persönliche Trainingsbestzeit zu brechen, befriedigte mich fast genauso tief wie die gleiche Zeit im Wettkampf.

Ich kann dir nur raten, zu versuchen jeden Monat einmal eine Trainingsbestzeit zu laufen. Diese kommt zwar selten, aber ist ein Goldstück in deinem Herzen.

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