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Trainingsplan selber ändern?

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 05.05.2015

Bereits jetzt laufe ich Zeiten im Training, von denen ich die letzten zwei Jahre geträumt habe, und ein vergessenes Gefühl kehrte zurück; die Lust zu leiden, Laktat in den Muskeln zu spüren und mit Schmerzen im Gesicht den Asphalt aufzureissen.

Ich bin mir meines Fehlers absolut bewusst und bereue es zu tiefst, dass ich an deinen Trainingsmethoden und sogar an dir als Trainer zweifelte.

Gerne würde ich wieder zurück in den Greif-Club und mich von dir in aller Form schleifen lassen. Ich hoffe, auch wenn ich dafür zig extra km leisten muss, dass ich eine zweite Chance resp. Trainingsmöglichkeit unter deinem Coaching bekomme.

In diesem Sinne, alles Gute und nur das Beste. Sportliche Grüsse aus der Schweiz."

Warum konnte das schweizer Programm des ehemaligen Mitglieds nicht klappen? Ich möchte dir mit dem nachfolgenden Absatz vor Augen führen, welche systematischen Fehler die Autoren in ihrem Programm gemacht haben.

Wie X schreibt:Eine Internetpage, promotet von ehemaligen Top-Athleten sowie einem iPhone App und weiteren Spielereien. Schlussendlich ist es aber ein Computerprogramm, welches mit diversen persönlichen Angaben „gefüttert“ wird und dann anhand von programmierten Algorithmen einen persönlichen, angeblich individuellen Trainingsplan erstellt.

Der Plan kann jederzeit vom Nutzer manuell angepasst, geändert und neu berechnet werden. Ich fühlte mich sofort angesprochen, testete das Programm und löste ein Abo."

Dieser Satz erklärt alles. Der Trainierende ändert also den Plan, so wie er es für richtig hält. Warum bestellt er sich denn diesen Plan, wenn er ihn selber ändern kann? Nur ein Trainer ist in der Lage zu erkennen, ob so eine Änderung sich positiv oder negativ auswirkt. Dafür sind sie da!

Ich kann dir versprechen, dass zwei Drittel unserer Mitglieder, die eigene Ideen haben, in Hinsicht auf Trainingsplanänderungen, falsch sind. Das betrifft nicht Umfang oder Tempo, sondern Dinge wie zum Beispiel: „Es ist jetzt zwar Mai, aber ich möchte jetzt schon anfangen auf den Frankfurt Marathon zu trainieren. Stelle bitte meine Plan darauf ein.

Diesem Wunsch komme ich aber nicht nach und erkläre dem Trainierenden, warum diese Idee kontraproduktiv ist. Wenn er jetzt schon anfängt zu trainieren auf ein Ziel in einem halben Jahr, dann hat er sich am Ende schon kaputt trainiert.

Denn niemand kann ein halbes Jahr lang auf ein einziges Ziel hin trainieren. In diesem Zeitraum müssen auch Regenerationszeiträume eingesetzt werden.

Ich muss dann diesem Mitglied erklären, warum seine Idee nicht zielführend ist. Das kostet Arbeit und Zeit. Und da das Ganze überaus häufig vorkommt, ist das für mich eine hohe Arbeitsbelastung.

Einfacher und billiger wäre es, dem Mitglied den Zugriff auf seinen Plan zu gestatten, indem er diesen abändert.

Genau das ist die Tätigkeit eines Trainers, dem Athleten oder der Athletin zu erklären, warum bestimmte Maßnahmen nötig sind und andere weggelassen werden müssen.

Niemand anderes als der Trainer kann so etwas machen. Darum ärgert mich immer der Satz, wenn ich über hohen Arbeitsaufwand klage: "Musst du einfach delegieren!" Nee, kann ich leider nicht!

Ich könnte hier noch mindesten 20 Situationen aufführen, die unsere Läuferinnen und Läufer gerne von mir im Plan haben möchten. Leider muss ich denen aber erklären, dass ihre erdachten Maßnahmen nicht sinnvoll sind.

Diese Menschen haben dabei zwar keine dämlichen Ideen, sondern meist nur oberflächliche. Da sie keine ausgebildeten Trainer sind, kann das auch nicht anders sein.

Es wäre möglich, hier noch mehrere Seiten über diese Dinge zu schreiben, aber ich nehme an, dass du auch so meine Zeilen verstanden hast.

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