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Bergauf Puls zu hoch, bergrunter zu langsam?

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 22.03.2016

Leider klappt das auch nicht, obwohl die meisten Pulser den Mittelwert nach Trainingsende anzeigen. Obwohl es oberflächlich doch klappen müsste.

Dass dies nicht so ist, ist der menschlichen Muskelstruktur geschuldet. Die vorwärtstreibende und anhebende Muskulatur, die bergauf die hauptsächliche Arbeit übernimmt, ist deutlich stärker als die bremsende Bergabmuskulatur.

Diese ist nur etwa ein Drittel so stark wie die vorwärtstreibende Muskulatur. Und wenn wir es dann den Berg herunter so richtig rollen lassen, wird dieser Anteil der Muskeln gnadenlos überlastet.

Das hat dann zur Folge, dass der Schritt nicht mehr richtig gefangen werden kann und der Knorpel von Knie, Hüfte und anderen Strukturen Schaden nehmen können.

Es fehlt nämlich durch das abfallende Gelände auch ein großer Teil der Dämpfung durch das Fußgelenk, denn der Winkel zwischen Ferse und Boden wird kleiner. Selbst bei reinen Ballenläufern wird der Auftritt durch die Schräge des Untergrunds immer weiter zur Ferse hin verlagert.

Noch schlimmer ist es dann bei den Fersenläufern, die knallen dann sofort hinten so richtig auf. Da jubelt der Knorpel dem Verfall entgegen. Ich weiß ganz genau, wovon ich spreche. Austrainiert, 85 kg wiegend, kam ich die Berge nun nicht gerade gemsengleich hoch, dafür ließ ich es dann auf dem abfallenden Teil so richtig krachen.

Langer Schritt und höchstes Tempo, es war herrlich so an den "Händln" (Östr. - bayr. Ausdruck für untergewichtige Läufer) vorbei zu schießen. Nur wenn die Gefällstrecke lang genug war, dann hatte ich unten Gummibeine und die Händln flatterten wieder locker an mir vorbei und gegackert haben sie auch noch, diese Alpingerippe.

Zusammengefasst: Du kannst machen, was du willst, du wirst im Durchschnitt in einem kupierten Gelände niemals so schnell sein können wie im Flachen. Das geht noch nicht einmal mit dem Fahrrad, welches in einem wesentlich größeren Maße die Energie auf der Gefällstrecke wieder zurückgibt, die berghoch eingesetzt wurde.

So gibt es am Berg nur eines auf das du dich verlassen kannst, das ist dein Gefühl. Du musst dich natürlich auf den Bergaufstrecken deutlich mehr anstrengen als im Flachen. Dies ist auch richtig so, denn du erntest dabei einen ganz hervorragenden Trainingseffekt.

Du solltest aber unbedingt darauf achten, dass du an einem Trainingstag, wie dem oben beschriebenen, nicht in den anaeroben Leistungsbereich hineingerätst. Es sollte so sein, dass das Bergauflaufen zwar anstrengend ist, aber dich nicht außer Atem kommen lässt.

Wenn es dann wieder runter geht, kannst du dich erholen. Schone dich und deine Knochen, denn du hast vorher schon den entsprechenden Leistungsreiz eingefahren. Vergiss einfach die km-Zeit und deinen Herzschlag, du wirst mit einem Training AUCH in den Bergen weiter kommen, als allein mit einem im völlig flachen Gelände.

Das kann ich dir aus langjähriger Erfahrung zusichern, denn hier bei uns in Seesen und in der Umgebung gibt es keinen einzigen völlig ebenen km und unsere berühmt-berüchtigte 35 km-Runde ist besonders einladend durch ihre knapp 680 Hm.

Und die sind wir jede Woche mindestens einmal und der Autor dieser Zeilen oft sogar zweimal gelaufen. Und der Erfolg gab uns Recht, und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir diese Erfolge so nicht erreicht hätten, wenn wir in einer Gegend trainiert hätten, in dem man die Hügel suchen müsste.

Damit du aber dennoch überprüfen kannst, in welchem Maße du dich beim Berglaufen mehr belastest, habe ich diesen Rechner geschaffen.

Bitte gehe aber nun nicht hin und reduziere deinen Umfang um die km, die dir der Rechner als umgerechnet mehr gelaufene km ausgibt. Nimm diese als einen zusätzlichen Vorteil im Kampf gegen Gegner und alte Bestzeiten.

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