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Trainingsurlaub Sorgun/Türkei 2015: Überraschungen und Stimmen

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 14.04.2015

Ich hatte keine Ahnung, was bei mir möglich sein könnte. Letztendlich war ich mit einer 42ger Zeit total glücklich, hatte mich aber derb verschätzt. Ich dachte, ich wäre deutlich langsamer gelaufen.

Nun möchte ich hier aber nicht jede einzelne Einheit durchkauen, eher einen Gesamteindruck des Trainingscamps wiedergeben. Frühmorgens begann der Tag mit Athletiktraining, was unser Co-Trainer Robert mehr oder weniger ausgeschlafen, aber immer souverän und tapfer präsentiert hat.

Noch immer mit nüchternem Magen liefen wir anschließend in entsprechenden Leistungsgruppen unseren regenerativen Lauf zwischen 8 und 15 Kilometern. Nach anschließender Dusche und Frühstück stand allen der Tag zum Erholen, zum Einkaufen oder wozu auch immer, zur Verfügung.

Mein Part bestand darin, zwischen Training und Essen, mich geschundenen Läuferwaden, -fersen, und -rücken zu widmen. Dadurch lernte ich den Einen und Anderen noch intensiver kennen, als es mir auf der Laufstrecke möglich gewesen wäre.

Um 16.30 Uhr startete dann das richtige Training. Jeden zweiten Tag stand was "Gemeines" auf dem Plan: Tempoeinheiten, vor denen wir zwar zitterten, die aber im Nachhinein die genialsten Einheiten waren. Im Wettkampfmodus konnten wir Leistungen abrufen, die viele von uns niemals von sich selbst erwartet hatten. Ich sah so viele glückliche Gesichter.

"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist." (Henry Ford) Hier absolvierten aber viele Läufer ein Training, was sonst nicht in ihrem Plan vorkommt. Es war schön zu sehen, wie viele Läufer ihre Grenzen während der zwei Trainingswochen verschieben konnten.

Gerade beim 35er wuchs so mancher über sich hinaus und bewältigte diese Distanz sogar zum ersten Mal in seinem Leben. Die endorphingeschwängerten Glücksgefühle schwappten rauschhaft über.

Nur, wer riskiert zu weit zu gehen, kann überhaupt herausfinden, wie weit er gehen kann! Ich wünsche all denen, die aus dieser Erfahrung den Mut zu ihrem ersten Marathon ziehen, viel Glück bei der Verwirklichung des Vorhabens!

Nach dem Abendessen habe ich meist nochmal für ein bis zwei Stunden behandelt, massiert, getapt und mich danach ins Nachtleben geworfen, schließlich hatte ich ja Urlaub! ;-) Die Lobby-Bar war Treffpunkt. Es wurde fleißig gefachsimpelt, aber vor allem viel gelacht und über Gott und die Welt gelabert. Irgendwann, als die Bar ihren Tresen schloss, entdeckten wir die Disco. Und trotzdem standen wir am nächsten Morgen um 7:15 auf dem Übungsplatz, um diszipliniert mit dem Training zu beginnen!

In der ersten Woche hielt an drei Vormittagen Peter Greif seine Vorträge zur Marathonvorbereitung, die für uns alle motivierend und gewinnbringend waren. Lebhaft vorgetragende Episoden aus seinem Läuferleben sorgten dabei für allgemeine Erheiterung. Sein typischer Vortragsstil ließ aber nicht davon ablenken, dass Peter mit großem Herzen unterwegs ist! Danke für die Emotionalität, die du hast durchschimmern lassen!

Kristina Tille in Sorgun 2015 ganz rechts

Eine begeisternde Bereicherung brachte ab der zweiten Woche Dr. Wolfgang Feil, der mit uns gemeinsam trainierte, einer von uns war. Seine Vorträge über sinnvolle Ernährung (nicht nur für Sportler) haben uns komplett motiviert, neu nachzudenken.

Von Berufswegen weiß ich zwar um viele Dinge, die vorgetragen wurden, wusste z.B. um die Schädlichkeit von Weizen und die positive Wirkung von frischem Sauerkraut..., aber ich habe dieses Wissen bisher nur halbherzig angenommen und in meinen Alltag übertragen. Durch Wolfgangs mitreißende Vorträge, habe ich dazu aber deutlich mehr Hintergrundwissen und bin nun einsichtiger und überzeugt von Wirkung, Auswirkung und Ursachen. Danke dafür!

Meine Küche habe ich total neu sortiert. Ich liebe meine neue Kiste, die mit sämtlichen Gewürzen bestückt ist. Sie steht wunderbar sichtbar neben vielen Kräutertöpfen, an denen ich so gerne "ernte". Ich gehe tapfer an meinem duftenden Lieblingsbäckerladen vorbei und fühle mich total stark dabei.

Ein Teil meiner Kollegen hat sich von meiner "Chili-Futterei" schon anstecken lassen. Manch einer der Patienten und auch Kollegen hat sich Dr. Feils Bücher schon gekauft. Meines gebe ich nicht her, leihe es nicht aus, habe es aber immer dabei, um nachzuschlagen. Das "Arthrose und Gelenkschmerzen - Buch" spricht mein Klientel natürlich voll an. Ich glaube, der Gewürzumsatz in den umliegenden Bioläden oder diversen Märkten steigt hier im Umkreis gerade. ;-)

Wolfgang - vielen Dank für den wertvollen Kick, den du meinem Urlaub gegeben hast und auch vielen Dank für deine anfeuernden Zurufe beim schnellen 18er, bei dem ich so eine arge Darmkatastrophe zu beherrschen hatte. ;-)

So viele liebenswerte, individuell so arg verschiedene, interessante Menschen habe ich in den 2 Trainingswochen in der Türkei kennengelernt. Der Abschied fiel mir entsprechend schwer. Ich glaube, dass ich als Kind zuletzt Tränen vergießen musste, als ein Urlaub endete. Nie hätte ich gedacht, dass ich schon am Vorabend der Abreise meine Tränenkante kaum unter Kontrolle haben würde.

Nicht zuletzt möchte ich erwähnen, dass ihr mich total "angefixt" habt mit eurem Ehrgeiz, Bestzeiten zu laufen. Ich bin jetzt heiß drauf, auch noch mal auf der Kurzstrecke anzugreifen. Bei mir sind zwar gerade noch ein paar Ultras im Plan, aber danach denke ich neu nach und träume davon, nochmal ´nen schnellen Marathon zu laufen oder vielleicht sogar einen 10er?!

Da ein Ziel ohne Plan nur ein Wunsch ist, werde ich sicher bald bei Peter anklopfen und mir einen Joker setzen lassen! Ich freue mich drauf. Im nächsten März bin ich wieder dabei, um mit euch zu kämpfen, zu leiden, zu feiern, zu träumen und zu planen und nicht zuletzt eure Wehwehchen zu lindern.

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