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Ist Bergablaufen schädlich?

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 23.07.2013

Da ich nun mit meinem Körpergewicht nicht gerade der beste Bergaufläufer war, kam auf diesem Streckenabschnitt meine Stunde. Mit langen Beinen und Riesenschritten "flog" ich nach unten und Freund und Feind wurden überholt. Nur als ich unten im Tal war, fühlten sich die Beine an wie Schaumgummi.

Alles was ich vorher überholt hatte, kam von hinten an und lachte sich über den langen Idioten fast schlapp. Erst in diesem Moment begann ich darüber nachzudenken, wie man mit einem solchen langen und steilen Gefälle umgehen muss.

Eigentlich war ich Bergablaufen gewohnt, aber unsere Gefälle Strecken im Harz waren zwar auch steil, aber ganz selten so lang wie die in der Schweiz. Bei der Betrachtung der Konkurrenz sah man, dass diese den Schritt nicht so lang machten wie ich. Und dennoch rasten sie den Berg herunter, wie der Teufel in Angst vor dem Weihwasserbad.

Also wurde die Taktik umgestellt von langen, auf kurze aber schnellere Schritte. Im kommenden Jahr probierte ich es dann aus und schon lief ich etwas langsamer den Berg herunter. Das hatte zur Folge, dass sich dort von mehreren Läufern überholt wurde, was ich bisher nicht kannte. Aber unten am Fuß des Berges im Landwassertal kam ich frisch ohne Gummibeine und voller Kraft an.

Hocherfreut war ich dann, als es möglich war innerhalb kürzester Zeit locker einige Mitläufer überholen zu können. In anderen Rennen setze sich diese Erfahrung fort und so empfahl ich meinen Schülern dieses Verfahren auch anzuwenden. Auch diese hatten damit durchgängig Erfolg.

Fazit dazu: Eigentlich fürchten wir Läufer lange und schwere Anstiege, aber wenn wir oben sind können wir trotz der großen Anstrengung, die wir hinter uns haben, rasch umstellen und entsprechendes Tempo im Flachen wieder aufnehmen. Das geflügelte Wort dazu: Du machst dich bergrunter kaputt nicht bergauf.

Einen Aspekt sollten wir beim Gefällelauf auch noch betrachten. Darüber habe ich schon einmal geschrieben und die nachfolgenden Zeilen sind heute noch so wahr wie damals: Es ist absolut auch nicht sinnvoll, den Berg runter zu ballern, wie ich es früher immer getan habe. Ich weiß heute, dass das speziell dem Knieknorpel gar nicht gut bekommt. Natürlich schmerzte auch mir nach langen sehr schnell gelaufenen Bergabstrecken die Knie, aber da diese Schmerzen nach ein paar Tagen wieder weg waren, habe ich dieses Verhalten fröhlich weiter durchgeführt.

Im Zeitverlauf lernte ich dann aber, dass dieser lange Bergrunter-Sprung den Knorpel im Knie beschädigte. Dieser heilte zwar wieder, aber es wurden nicht mehr Original-Knorpelzellen eingebaut, sondern minderwertiges Bindegewebs-Material. Dem Himmel sei Dank, dass ich dieses Wissen erwarb, bevor mein Knieknorpel völlig zerstört war.

Darum kann ich dir nur raten: Laufe bergrunter in kleinen schnellen Schritten, dann schonst du deinen Knorpel und die bremsende Muskulatur deiner Beine. Du wirst sehen, dass dich so ein Verhalten auch viele Plätze weiter nach vorne bringt, wenn du es in einem Wettkampf praktizierst.

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