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Irgendwann macht dich nur langsam laufen schneller

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 18.02.2014

Dies wird zu einem gewissen Zeitpunkt im Frühjahr erreicht. Dann schreibe ich den Beziehern von Greif-Club-Trainingsplänen so etwa: "Laufe jetzt auf keinen Fall mehr schneller als im Plan angegeben. Du bist jetzt in Hochform, wenn du weiter am Gashebel drehst, dann kippt deine Form!"

Und das wollen Einige nun partout nicht einsehen. "Ich bin aber doch so fit wie nie und meine Tempoläufe sind auch so schnell wie niemals vorher. Jetzt habe ich den Durchbruch erzielt. Ich verstehe nicht, warum ich jetzt damit aufhören soll zu versuchen schneller zu laufen."

Ja, das ist wirklich schwer zu verstehen. Das habe ich am Anfang meiner Karriere auch nicht verstanden. Ich bin so lange immer schneller gerannt, bis ich ausgepowert sinnbildlich am Boden lag. Jahre habe ich dazu gebraucht, dass es nicht immer aufwärts gehen kann mit der Trainingsbelastung.

So etwas erkennt der Organismus als Dauerstress und es kommt zu einem Leistungseinbruch oder bei dem Versuch diesen durch noch härteres Training entgegen zu treten, zu einem völligen Leistungszusammenbruch.

Und weil ich weiß, dass Menschen Ratschläge erst annehmen, wenn sie schon einmal die praktischen Erfahrungen damit gemacht haben. Das ist so wie mit dem Kind, welches den Herd erst dann nicht mehr anfasst, wenn es sich schon einmal die Finger verbrannt hat.

Leider aber ist die Erfahrung eines schleichenden Formrückgangs nicht so schmerzhaft, wie die verbrannten Finger. Mäßige Trainingsergebnisse werden als nur temporär erkannt: “Na, morgen wird es wieder besser gehen.“ Und weil es heute nicht so richtig lief, wird morgen noch mehr Druck gegeben und gehofft, dass sich dann die erwünschte Leistung einstellt.

Ich habe in früheren Jahren schon einmal bei den Greif Club Trainingsplänen versucht in den kritischen Monaten Juni und Oktober das Trainingstempo zu reduzieren. Es hat fast einen Volksaufstand gegeben. Seitdem setze ich den Umfang herab und empfehle in diesen Monaten möglichst auf einen Halbmarathon hin zu trainieren. Dazu wird der Umfang deutlich herab gesetzt.

Ich werde es in diesem Juni einmal probieren das Trainingstempo etwas runter zu setzen. Denn ich las gerade letzthin einen Artikel eines englischen Trainers, der sich genau mit dem gleichen Thema beschäftigte. Er schrieb, dass man die Läuferinnen und Läufer überzeugen muss, nicht mehr in den anaeroben Bereich hinein zu laufen.

Schon jetzt bin ich davon überzeugt, dass die ganze Sache nicht klappt, weil die "Tempokeuler" immer "Keuler" bleiben, war ja schließlich einmal selber einer.

Und so werde ich mir die Finger wundschreiben müssen, um diese Maßnahme zu erklären. Hoffentlich spuckt mich niemand an oder bedroht mich mit Prügel. Obwohl mir doch einige aus der Szene schon seit Jahren eine richtige Tracht gönnen würden.

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