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USA Marathonszene

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 13.08.2013
Während seiner ersten Phase des faith-based Coaching, platzierte Hall als Vierter beim 2011 in Boston Marathon (Rückenwind-assisted 2:04:58 h) und den zweiten Platz bei den (US) Olympischen Spiele 2012 Marathon-Trials".

Als ich im ersten Augenblick von dem glaubensorientierten Training las, musste ich schmunzeln. Nach längerem Nachdenken war mir dann aber klar, dass so eine Art von Training gar nicht so ungewöhnlich ist und schon gar nicht verwerflich.

Ryan Hall überlegt vor dem Training ganz genau, was er machen soll und kann. Dabei kommen natürlich Zweifel auf, ob die geplanten Übungen auch richtig und genau passend sind. In Zweifelsfällen wird er dann seinen Gott fragen und ihm die Entscheidung überlassen.

Das ist nichts anderes, als wenn du dir dein Training überlegst und dich irgendwann entschließt es so oder so zu machen. Dann meinst du auch, es war ganz allein dein Entschluss, so wie du es gedanklich erarbeitet hast zu trainieren.

Aber du wirst niemals wissen, ob du diesen Entschluss allein trafst oder es etwa eine göttliche Eingebung war. Darum sollte man Respekt vor der Entscheidung von Ryan Hall haben.

Interessant sind die Ausführungen von Christian über die Trainingsmethodik der amerikanischen Marathonläufer und Marathonläuferinnen: "Zusammenfassend kann ich also feststellen, dass dieser neue Wein tatsächlich zu großen Teilen aus alten deutschen Schläuchen kommt!"

Ob dieser "Wein" allein aus deutschen Schläuchen kommt ist zu bezweifeln. Es gibt wohl kaum einen allgemeinen Grund, die aktuellen deutschen Marathonläufer als Vorbild zu nehmen. Aber die Szene ist international und wenn im Netz auf eine Laufseite sehr oft zugegriffen wird, dann wird diese auch international betrachtet.

Besonders die Rechner, die deutschen Marathon- und Halbmarathonbestenlisten und die beiden kostenlosen Trainingspläne "Count-down zur Bestzeit" und "Heißes Feuer im alten Ofen" werden international beachtet, das weiß ich aus vielen Zuschriften aus dem Ausland.

So hat sich dann auch das Marathontraining mit der 35 km langen Runde und den strukturierten Endbeschleunigungen weltweit verbreitet. Es wird ja von einigen behauptet, dass sie diese Idee der Endbeschleunigung (Crescendo Training) schon viel früher hatten und auch ausgeübt haben. Das stimmt wohl, aber eine strukturierte Endbeschleunigung ist etwas anderes, als einfach am Ende einer Einheit nach Gutdünken schneller zu laufen.

Zum Marathon-Wettkampf hin wird diese Endbeschleunigung immer länger und diese Idee hatte vorher noch niemand und darum freue ich mich auch, dass diese in anderen Ländern umgesetzt wird.

Vielleicht liegt der Erfolg der US-Amerikaner auch mit an den jetzt polpulären Endbeschleunigungen. Wenn man noch vor 10-15 Jahren die amerikanischen Bestenlisten betrachtet hat, dann sahen sie ähnlich aus wie unsere heutigen. Bei der Ansicht auf die heutigen Weltbestenlisten, ist man überrascht von der großen Anzahl sehr guter USA-Läuferinnen und -Läufern, die sich der Weltklasse nähern.

Sie sind noch nicht drin in der absoluten Weltklasse, aber nicht weit davon entfernt. Davon können wir Bundesrepublikaner nur träumen. Es ist ganz sicher, dass wir alle froh wären, wenn wir wieder einmal einen männlichen deutschen Marathonläufer hätten mit einer Zeit unter 2:10 h. Vielleicht können wir sogar davon fantasieren, einmal eine deutsche Frau mit einer Zeit von unter 2:20 h zu erleben.

Idee: Vielleicht sollten wir alle einmal einen Jackpot bilden, in dem wir gemeinsam einmal im Jahr einen Euro werfen und diesen dann an denjenigen oder diejenige ausschütten, welche/r die oben genannten Zeiten als erstes unterschreiten.

Was meinst du, könnten wir ein paar deutsche Beine damit bewegen?

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