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Teil 1: Dein Kopf macht dich schneller - wenn du willst!

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 29.11.2016

"Gewonnen und verloren wird immer im Kopf" oder "Es ist immer der Geist der aufgibt, niemals der Körper." Das war der Titel eines Vortrags, den ich schon oft gehalten habe und die neuere südafrikanische und australische Forschungen zu Grunde liegen.

Viele von uns, es werden sogar die meisten sein, sind der Meinung, dass die Erschöpfung des Körpers ein objektives Signal des Organismus ist, dass er nun, wie wir sagen, alle ist und nicht mehr kann. Wenn du schon einmal einen Marathon gelaufen bist, in welchem du am Ende eingebrochen bist, dann weißt du, was ich mit "alle sein" meine.

Erklärt wird die Erschöpfung oder Müdigkeit mit Argumenten wie: Muskelschmerzen, Hungerrast, Energielosigkeit, keine Lust mehr (warum?), dicke oder schwere Beine, Atemnot, zu viel Laktat, niedriger Blutzuckerspiegel oder Glykogen alle. Dir fallen sicher noch ein paar mehr Argumente ein.

Wissenschaftlich wurde angenommen, dass es zu einem Leistungszusammenbruch kommt, wenn das körperliche Gleichgewicht (Homöostase) nicht mehr gegeben ist. Wie zum Beispiel, wenn der Säurerest des Laktats das Blut so ansäuert, dass bestimmte Enzyme nicht mehr arbeiten können.

Wenn dann nun dieses Erschöpfungssignal, welches ja nicht vom Körper selbst kommt, sondern dir das Gehirn vermittelt hat, objektiv ist, dann müssen wir uns einige Fragen stellen.

Wie kann es denn dann sein, dass jemand, der sich im Rennen völlig erschöpft fühlt, am Ende doch noch zu einem Endspurt fähig ist? Richtig ausgeschöpft war er dann ganz sicher nicht. Er hatte nur "so ein Gefühl" nicht mehr zu können.

Noch mehr Fragen müssen wir uns stellen. Warum können, den Versuchen von Ikai et al nach, elektrische Muskelreize noch maximale Kontraktionen der Hand auslösen, wenn es willentlich bei den Versuchspersonen nicht mehr möglich ist?

Weil die Versuchsteilnehmer nach einer Serie von maximalen Kontraktionen an einer Handpresse durch völlige Erschöpfung nicht mehr in der Lage dazu waren, diese wie vorher zusammenzudrücken.

Wenn man den Kraftverlust durch eine Serie von maximalen Kontraktionen willkürlich und elektrisch ausgelöst untersuchte, nahm die willkürlich erzeugte Kraft um 60% ab und die elektrisch erzeugte Kraft nur um 40%. Das heißt nichts anderes, als das unser Gehirn uns Erschöpfung meldet, obwohl noch genug Kraft da ist.

Es hat sich in der Evolution wahrscheinlich ein Schutzmechanismus entwickelt, der uns schon bremst, bevor wir wirklich erschöpft sind, um noch Leistungsfähigkeit vorzuhalten, wenn es wirklich an das "Eingemachte" geht, wie zum Beispiel im Kampf um das eigene oder das Leben seiner Familie.

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