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Mit zwei Trainingseinheiten pro Tag zu Traumzeiten

Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 15.07.2014

Niemand gönnte dem anderen den zusätzlichen km und die Tempoläufe auf der Bahn waren reine Schlachten. Aber der Erfolg war da. Wir sammelten Titel und Bestzeiten wie Nüsse im Herbst.

Aber zurück zum zweimaligen Training pro Tag. Natürlich probierten wir auch aus am Tag der Langen Runde zweimal auf die Piste zu gehen. Leider oder dem Himmel sein Dank, gelang es uns nicht diese Belastung durchzustehen.

Speziell ich, war nach dem doch so leichten Morgentraining nicht mehr in der Lage am Nachmittag die 35 km in der nötigen Intensität zu bestreiten. Vielleicht lag es auch daran, dass ich damals schon über 40 Jahre alt war und die Runde mit ihren 700 hm nun nicht gerade leicht war.

Und da der Trainer es nicht machte, verzichteten alle anderen am Samstag auch auf die zusätzliche Morgenrunde. Im nächsten Jahr ging es weiter mit dem Doppeltraining. Im Frühjahr war ich leicht verletzt, dafür aber im Herbst in einer absoluten Spitzenform.

Die Trainingszeiten waren grandios und so beschloss ich beim Berlin-Marathon 1985 auf eine Zeit von 2:19 h anzugehen. Ganz in der Tiefe meiner Seele glaubte ich aber nicht, dass ich diese Zeit laufen könnte. So kam es dann auch. Bis 15 km konnte ich den 3:20 min/km-Schnitt halten und dann war Schluss mit lustig.

Es kam noch eine 2:27 h heraus und mit meinem professionellen Amateurtraining war Schluss. 42 Jahre alt und mit Job und Trainertätigkeit am Hals, sah ich keine Chance mehr das Niveau zu halten, viel weniger noch es zu steigern.

Diese Dinge waren und sind vorbei, heute haben schon junge Männer bei dreimaligem wöchentlichem Training Angst sich "den Hals abzudrehen". Noch vor 10 Jahren bin ich bei solchen Ideen fast ausgeflippt, aber nun altersmilde geworden, habe ich resigniert und akzeptiert, dass man die alten Zeiten im doppelten Sinne des Wortes nicht zurückholen kann.

Die Masse der Läufer(innen) will nur ihren Spaß haben und nicht das aus sich herausholen, was in ihr steckt. Ein anderer Teil möchte gern, hat aber unter geänderten gesellschaftlichen Bedingungen nicht die Zeit ein Umfangstraining auf sich zu nehmen.

Aber es findet sich doch hinter jedem Berg ein tapferes Häuflein, welches sich gegen den Trend stemmt, trainiert und siegt. Und mit diesen Menschen arbeite ich jetzt zusammen und freue mich über deren Erfolge.

So möchte ich nachfolgend für dich auch darstellen, wie du am besten in das zweimalige tägliche Training einsteigst, einen maximalen Erfolg damit erzielst und dich nicht verletzt.

Erst einmal solltest du mit dir selbst klar kommen, denn wenn du planst doppelt zu trainieren, kommt oft die Idee, dass du dazu keine Zeit hast. Verwirf diese Idee, die Zeit 3 - 5 km zusätzlich zu laufen hat praktisch jeder.

Und ich verspreche dir: so ein langsames Training ist absolut erholsam und du wirst dich danach großartig fühlen, egal zu welcher Tageszeit du es absolvierst. Wenn die Familie mault, trickse sie aus. Wenn ich früher nach einem langen Arbeitstag spät nach Haus kam, dann gab ich an ins Bad zu gehen.

In Wirklichkeit lief ich raus und drehte ein 3 km-Runde so schnell es ging. Das kostete mich mit duschen weniger als eine viertel Stunde. Meine Frau bemerkte meist überhaupt nicht, dass ich draußen war.

Damit etwas Ordnung in diesen Text kommt, fasse ich hier noch einmal zusammen:

1. Das wichtigste Element zur Leistungssteigerung ist die Erhöhung der Anzahl der Haupteinheiten.

2. Kann diese Anzahl nicht gesteigert werden, können regenerative Einheiten am Morgen zwischen 3 und 10 km trainiert werden.

3. Die Anzahl der zusätzlichen km und der Einheiten sollte jedes Jahr gesteigert werden.

4. Wenn du noch jung bist (unter 40 Jahre) solltest du deine Entwicklung langfristiger auslegen und in einem Jahr nur die Anzahl der Morgeneinheiten steigern und im nachfolgenden Jahr dann den Umfang.

Du kannst dich im groben Rahmen nach dieser Tabelle richten.

Nun bleibt nur noch ein Frage offen: An welchen Tagen soll denn zweimal trainiert werden? Allgemein wird angenommen, dass die Morgeneinheiten besonders gut an ruhigen extensiven oder regenerativen Tagen zu absolvieren sind.

Die Praxis hat aber gezeigt, das Tempoläufe besonders gut "flutschen", wenn am Morgen vorher schon einmal trainiert wurde.

Du wirst sehen, das Morgentraining wird dir besonders im Sommer viel Spaß machen. Probiere es aus, es bringt dich nach vorn.

Gestatte mir noch einen Hinweis: zweimaliges tägliches Training erfordert auch die gleiche Anzahl von Duschbädern. In dem von meiner Mutter anerzogenen Sauberkeitswahn, seifte ich mich bei jedem Bad ein, um imaginären Schmutz oder auch Schweiß abzuspülen.

Das bekam aber meiner Haut überhaupt nicht. Ausschläge und Schuppenflechte waren die Folge. Heute ist mir bewusst, dass die ständige Entfettung der Haut mit Duschegel oder Seife für diese überaus schädlich war.

So rate ich dir, nach dem Training nur kurz mit mäßig warmen Wasser abduschen und nur einmal in der Woche die oben beschriebenen Reinigungsmittel zu nutzen. Deine Haut wird es dir danken.

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