CDL (Chlordioxid-Lösung) im Faktencheck: Was ist dran an den Heilversprechen? (News vom 07.02.2026 | Kyra Kauffmann)

Seit Jahren polarisiert kaum ein Stoff in Patientenkreisen so stark wie die Chlordioxid-Lösung (CDL). Von Anhängern als „universelles Heilmittel“ gefeiert, von Wissenschaft und Behörden hingegen als gesundheitsgefährlich eingestuft.

Der „CDL“-Hype ist nicht plötzlich entstanden. Er kam in Wellen, angetrieben von Jim Humble (verstorben 2019 oder 2023) mit dem Vorläuferprodukt MMS, später verstärkt durch Social Media, „Alternative-Medizin“-Netzwerke und Krisen wie COVID-19.

CDL ist kein seltenes Nischenprodukt. Im Gegenteil: Sie ist online leicht zu finden, wird über internationale Shops, Messenger-Gruppen und Szene-Netzwerke vertrieben und oft mit dem Versprechen verkauft, eine „unterdrückte“ Alternative zur Schulmedizin zu sein. CDL wird in einschlägigen Kreisen als Lösung für nahezu alles propagiert: Infektionen, Krebs, Autismus, Long Covid, chronische Erschöpfung. Die Liste liest sich wie ein medizinisches Wunschkonzert. Die Argumentation folgt dabei oft demselben Muster:

  • „Die Schulmedizin will das unterdrücken“
  • „Es wirkt, weil es Keime oxidiert“
  • „Nebenwirkungen sind nur Entgiftungsreaktionen“

Das ist nicht nur wissenschaftlicher Unfug, sondern auch ethisch problematisch.

Und die leichte Verfügbarkeit von CDL führt bei vielen zu einem fatalen Trugschluss: Was man so einfach im Internet kaufen kann, kann doch nicht illegal sein. Doch das stimmt so nicht. In Deutschland und in der gesamten EU ist CDL eben nicht als Arzneimittel, Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Der Verkauf zur inneren Anwendung ist damit ganz klar unzulässig. Auch Werbung mit Heil- oder Gesundheitsversprechen verstößt gegen geltendes Recht. Zahlreiche behördliche Warnungen, Verkaufsverbote und Strafverfahren belegen das seit Jahren.

Es wird trotzdem verkauft, weil die Anbieter auf einen bekannten Trick setzen: Sie deklarieren das Produkt als „technische Chemikalie“, „Wasseraufbereitungsmittel“ oder „Desinfektionslösung“ und versehen es mit dem Hinweis „nicht zur Einnahme bestimmt“. Die eigentliche Anwendung wird dann informell weitergegeben in Videos, PDFs oder persönlichen Chats.

Chlordioxid ist jedoch kein sanftes, unterdrücktes Naturheilmittel. Es handelt sich um ein hochreaktives Oxidationsmittel, das industriell u. a. zur Desinfektion von Wasser, zur Papierbleiche oder zur Oberflächenreinigung eingesetzt wird. Seine Wirkung beruht darauf, Mikroorganismen durch Oxidation zu zerstören. Genau hier beginnt das Problem: Was Bakterien, Viren und Biofilme schädigt, macht keinen Halt vor menschlichem Gewebe. Chlordioxid reagiert besonders gern mit bestimmten chemischen Gruppen in Biomolekülen (z. B. schwefelhaltigen Aminosäuren in Proteinen). Dadurch werden Proteine denaturiert, Membranen geschädigt und Stoffwechselprozesse unterbrochen. Für Keime kann das tödlich sein. Der Punkt ist nur: Diese Angriffspunkte gibt es auch in menschlichen Zellen.

Befürworter behaupten oft, Chlordioxid wirke „selektiv“ gegen Krankheitserreger. In bestimmten technischen Anwendungen stimmt es, dass es bei korrekter Dosierung und Kontaktzeit vergleichsweise zielgerichtet desinfizieren kann. Im menschlichen Körper ist die Situation aber völlig anders: Im Magen-Darm-Trakt trifft ClO₂ auf Schleimhaut, Proteine, Fette, Mikrobiom, Verdauungsenzyme. Es reagiert nicht „intelligent“ oder selektiv, sondern chemisch. Ein Oxidationsmittel unterscheidet nicht zwischen „gut“ und „böse“, sondern zwischen „reagiert“ und „reagiert nicht“.

Darum sind Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schleimhautreizungen keine „Entgiftung“, sondern passen chemisch sehr gut zu lokaler Reizung/Schädigung.

Es gibt keine belastbaren klinischen Studien, die eine sichere und wirksame Einnahme von CDL beim Menschen belegen. Dagegen existieren zahlreiche dokumentierte Fälle von:

  • Schleimhautverätzungen
  • Erbrechen und Durchfall
  • Elektrolytstörungen
  • Nieren- und Leberschäden
  • lebensbedrohlichen Komplikationen

Der Erfolg von CDL lässt sich nicht allein mit „Leichtgläubigkeit“ erklären. Er ist Symptom eines tieferliegenden Problems. Nämlich der Vertrauensverlust in die herkömmliche Medizin. CDL verkauft Autonomie und liefert stattdessen Risiko.

Kritik an CDL ist kein Angriff auf alternative Denkweisen, sondern eine notwendige Grenzziehung. Meinungsfreiheit endet ganz klar dort, wo Menschen durch falsche Versprechen geschädigt werden.

Chlordioxid-Lösung ist kein missverstandenes Wundermittel, sondern ein Stoff mit klar definiertem industriellem Nutzen und klaren gesundheitlichen Risiken bei Einnahme. Die Romantisierung als „verbotene Wahrheit“ oder „natürliche Alternative“ ist meiner Meinung nach sehr gefährlich.

Quellen:

Brandariz-Núñez D, Balado-Alonso AM, De La Cámara-Gómez M, Fandiño-Orgueira JM, Martín-Herranz MI. Toxicity induce by chlorine dioxide. Farm Hosp. 2022 Jul 15;46(5):308-310. English. PMID: 36183232.

Lardieri A, Cheng C, Jones SC, McCulley L. Harmful effects of chlorine dioxide exposure. Clin Toxicol (Phila). 2021 May;59(5):448-449. doi: 10.1080/15563650.2020.1818767. Epub 2020 Sep 22. PMID: 32960110; PMCID: PMC7982344.

Über die Autorin:

"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.

Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

Das Bild zeigt ein Porträt der News-Autorin Kyra Kauffmann.

Östrogenmangel und Stimmung: Die Rolle von Serotonin (News vom 08.02.2026 | Kyra Kauffmann)

„Ich erkenne mich selbst nicht mehr.“ Diesen Satz höre ich häufig von Frauen zwischen 40 und 50. Die Stimmung kippt ohne erkennbaren Grund, plötzlich sind da Niedergeschlagenheit, Angst oder sogar Panik. Viele erleben außerdem starke Reizbarkeit und innere Unruhe. Gerade in der Perimenopause ist das typisch: Östrogen schwankt, spielt „Achterbahn“ und sinkt gegen Ende deutlich ab. Weil Östrogen eng mit dem Serotonin-System verbunden ist, kann diese hormonelle Veränderung die Stimmung und das Nervensystem spürbar beeinflussen.

Serotonin ist, wie Sie als Strunz-News-Leserinnen und -Leser wissen, ein wichtiger Botenstoff im Gehirn, der maßgeblich an der Regulation von Stimmung, Schlaf, Appetit, Schmerzempfinden und Stressverarbeitung beteiligt ist. Ein ausgeglichener Serotoninspiegel unterstützt emotionale Stabilität, innere Ruhe und psychische Belastbarkeit. Ist die Serotoninaktivität vermindert, können depressive Verstimmungen, Ängste, Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme auftreten.

Das Steroidhormon Östrogen wirkt direkt auf die Serotoninaktivität Serotonin. Es fungiert gewissermaßen als „Verstärker“ für das serotonerge System und sorgt dafür, dass Serotonin ausreichend gebildet wird, länger wirkt und besser verarbeitet werden kann. Es greift auf mehreren Ebenen gleichzeitig in den Serotoninstoffwechsel ein:

  1. Förderung der Serotoninproduktion
    Serotonin wird aus der Aminosäure L-Tryptophan gebildet. Östrogen stimuliert dabei das Schlüsselenzym der Serotoninsynthese, die Tryptophan-Hydroxylase. Bei ausreichend Östrogen steht dem Gehirn dadurch mehr Serotonin zur Verfügung. Sinkt der Östrogenspiegel, verlangsamt sich dieser Prozess – die Serotoninproduktion nimmt ab.
  2. Verlängerte Wirkdauer von Serotonin
    Östrogen hemmt zudem den Serotonin-Transporter (SERT), der normalerweise Serotonin aus dem synaptischen Spalt zurück in die Nervenzelle transportiert. Durch diese Hemmung bleibt Serotonin länger aktiv. Dieser Mechanismus ähnelt dem Wirkprinzip vieler Antidepressiva (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, SSRI), erfolgt jedoch auf natürlichem hormonellem Weg.
  3. Sensibilisierung der Serotoninrezeptoren
    Damit Serotonin seine Wirkung entfalten kann, müssen die entsprechenden Rezeptoren einwandfrei funktionieren. Östrogen erhöht sowohl die Anzahl als auch die Empfindlichkeit bestimmter Serotoninrezeptoren, insbesondere jener, die für Stimmung und Angstregulation wichtig sind. Das Gehirn reagiert dadurch sensibler auf Serotonin.
  4. Neuroprotektive Wirkung
    Östrogen schützt Nervenzellen vor oxidativem Stress und entzündlichen Prozessen. Entzündungen im Gehirn können die Serotoninsignalübertragung stören und stehen im Zusammenhang mit depressiven Symptomen (Kynurenin-Quinolinsäure-Pathway). Auch hier wirkt Östrogen stabilisierend.
  5. Regulation des Stresssystems
    Über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse beeinflusst Östrogen die Stressreaktion des Körpers. Ein stabiler Östrogenspiegel kann stressbedingten Serotoninabbau abmildern (ebenfalls Kynurenin-Quinolinsäure-Pathway). Bei Östrogenmangel ist das Stresssystem häufig überaktiv, was den Serotoninspiegel zusätzlich belastet.
  6. Wenn der Östrogenspiegel sinkt – etwa in der Perimenopause oder auch nach der Geburt – verlieren viele der stabilisierenden Effekte auf das serotonerge System an Kraft. Serotonin wird dann oft weniger gebildet, schneller abgebaut, und die Rezeptoren reagieren weniger sensibel. Unterm Strich bedeutet das: weniger serotonerge Aktivität im Gehirn.

    In meiner Praxis sehe ich, dass die (Peri-)Menopause Frauen besonders belasten dann kann, wenn sie ohnehin eine genetische Neigung zu niedrigeren Serotoninwerten mitbringen, zum Beispiel durch Varianten mit erhöhter MAO-A-Aktivität (4R-Variante). Verstärkend kommt häufig hinzu, wenn wichtige Bausteine für die Serotoninsynthese fehlen: Wenn L-Tryptophan, B-Vitamine oder Magnesium nicht ausreichend vorhanden sind, fehlt dem Körper die Grundlage für eine gute Serotoninsynthese.

    Ganz unabhängig davon, ob man sich für eine bioidentische Hormonersatztherapie entscheidet oder nicht, lohnt es sich deshalb gerade in der Perimenopause, die Versorgung mit L-Tryptophan und den wichtigen Cofaktoren im Blick zu behalten. Das kann die Stimmung positiv unterstützen – und über die Melatoninbildung auch den Schlaf verbessern, ein weiteres typisches Wechseljahresthema.

    Der Zusammenhang zwischen Östrogenmangel und Serotonin macht deutlich, wie eng Hormonsystem und psychisches Wohlbefinden miteinander verknüpft sind. Stimmungssymptome sind daher nicht „nur psychisch“, sondern häufig Ausdruck einer hormonellen Dysbalance.

    Quellen:

    Bendis PC, Zimmerman S, Onisiforou A, Zanos P, Georgiou P. The impact of estradiol on serotonin, glutamate, and dopamine systems. Front Neurosci. 2024 Mar 22;18:1348551. doi: 10.3389/fnins.2024.1348551. PMID: 38586193; PMCID: PMC10998471.

    Del Río JP, Alliende MI, Molina N, Serrano FG, Molina S, Vigil P. Steroid Hormones and Their Action in Women's Brains: The Importance of Hormonal Balance. Front Public Health. 2018 May 23;6:141. doi: 10.3389/fpubh.2018.00141. PMID: 29876339; PMCID: PMC5974145.

    Über die Autorin:

    "Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.

    Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

    Das Bild zeigt ein Porträt der News-Autorin Kyra Kauffmann.

Angsterkrankungen – mehr Cholin bitte! (News vom 09.02.2026 | Marion Meiners)

Angst frisst Seele auf? Das muss nicht sein! Dagegen gibt’s doch eine körpereigene Substanz namens Cholin, die uns auch aus der Natur serviert wird… Das zumindest impliziert eine spannende Meta-Analyse, die von Forschern der University of California in Davis (USA) durchgeführt und im peer-reviewten Fachjournal „Molecular Psychiatry“ (gehört zur „Nature“-Gruppe) veröffentlicht wurde.

Zwei ihrer Erkenntnisse als Appetizer vorweg: Menschen mit Angsterkrankungen haben acht Prozent weniger Cholin im Gehirn als Gesunde – und womöglich kann eine Erhöhung des Cholins über die Nahrung oder Supplemente die gestörte Gehirn-Chemie wieder in eine gesunde Balance bringen und Angstsymptome lindern…

Cholin ist ein wasserlöslicher und Vitamin-ähnlicher Nährstoff, der früher als „Vitamin B4“ bezeichnet wurde. Er ist Vorläufer des Neurotransmitters Acetylcholin, eines der wichtigsten Nervenbotenstoffe im Körper: Er reguliert z.B. die Atmung, den Herzschlag, die Gefäßspannung (und damit auch den Blutdruck) und beeinflusst im Gehirn u.a. Aufmerksamkeit, Gedächtnisbildung und Lernvermögen. Ein Mangel an Acetylcholin spielt zudem eine wesentliche Rolle bei Alzheimer-Erkrankungen.

Des Weiteren ist Cholin Baustein der Zellmembranen, Regulator des Fettstoffwechsels und kann als „Leber-Entfetter“ der Bildung einer Fettleber (NAFLD) vorbeugen. Besonders wichtig ist der Biostoff auch für die Gehirnentwicklung des Embryos. Zwar kann der Körper kleine Mengen an Cholin selber herstellen – eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung ist aber, wie die kalifornischen Forscher betonen, unverzichtbar.

Für ihre Analyse hatten die Forscher 25 Studien ausgewertet und die Werte spezieller Neurometaboliten – chemischer Substanzen wie Zucker, Fette oder Aminosäuren, die im Hirnstoffwechsel entstehen oder verbraucht werden – von 370 Probanden mit Angststörungen mit denen von 342 gesunden Menschen verglichen. So fanden sie heraus, dass Angstpatienten im Vergleich zu Menschen ohne diese Erkrankung einen niedrigeren Cholin-Spiegel im Gehirn aufwiesen. Speziell betroffen war der präfrontale Cortex, eine Hirnregion, die an der Regulation des Denkens, Verhaltens, Entscheidungsfindung-Prozessen und der Gefühle beteiligt ist. Die Autoren schlussfolgern, dass bei Angsterkrankungen die Balance der Botenstoffe im Gehirn gestört ist und dass deshalb Cholin-Verbindungen im Hirnstoffwechsel vermehrt verbraucht werden.

„Wer unter Angststörungen leidet, sollte überprüfen, ob seine tägliche Ernährung die empfohlene Tagesmenge an Cholin enthält“, rät deshalb Studienautor Professor Richard Maddock vom Department of Psychiatry and Behavioral Sciences an der University of California. Denn nicht nur in den USA, auch in Europa erreichen die wenigsten Menschen die empfohlene Tageszufuhr an Cholin. Der Forscher hält weitere Studien für wichtig, um zu prüfen, inwieweit mehr Cholin in der Nahrung oder in Form von Supplementen therapeutisch genutzt werden können.

Mein Senf dazu: Esst mehr Eier – an Egg a day keeps the doctor away! Nach Rinder-und Schweineleber enthalten Eier, speziell das Eigelb, die höchsten Cholin-Konzentrationen. Das rohe Eigelb bringt es sogar auf satte 680, das Spiegelei auf mindestens 270 je 100 Gramm. Die EFSA empfiehlt Erwachsenen eine Tagesdosis von 400 Milligramm pro Tag, Schwangeren 480 Milligramm. Das meiste Cholin findet sich in tierischen Lebensmitteln ¬– Gemüse oder Getreide enthalten nur einen Bruchteil davon.

Quellen:

Maddock, R.J., Smucny, J. Transdiagnostic reduction in cortical choline-containing compounds in anxiety disorders: a 1H-magnetic resonance spectroscopy meta-analysis. Mol Psychiatry 30, 6020–6032 (2025).
https://doi.org/10.1038/s41380-025-03206-7

Derbyshire E, Obeid R. Choline, Neurological Development and Brain Function: A Systematic Review Focusing on the First 1000 Days. Nutrients. 2020 Jun 10;12(6):1731. doi: 10.3390/nu12061731. PMID: 32531929; PMCID: PMC7352907.

https://health.ucdavis.edu/news/headlines/low-choline-levels-in-the-brain-associated-with-anxiety-disorders/2025/11


Über die Autorin:

Marion Meiners ist ausgebildete Verlagskauffrau und Journalistin und arbeitete viele Jahre für Zeitschriften als Redakteurin für Gesundheit und Ernährung. Zusammen mit Labor-Professor Hans-Peter Seelig schrieb sie das Buch „Laborwerte klar und verständlich“.
Ihre Begeisterung für Medizinthemen entdeckte sie in frühen Berufsjahren, nachdem ihr eine Verwandte einen Pschyrembel schenkte. Seither heißt ihr digitales „Wohnzimmer“ PubMed und die Faszination für die Ursachen-Fahndung bei Krankheiten sowie die Effekte von Ernährung und Lebensstil auf die Gesundheit hält an.

Das sagt sie über ihre Tätigkeit:

„Alles hängt mit allem zusammen im Körper. Das ist leider in unserer „Schubladen“-Medizin noch nicht so ganz angekommen. Ein Nährstoffmangel kann etwa ebenso fatale Auswirkung auf alle Organsysteme haben wie z.B. ein kranker Zahn. Umgekehrt kann schon eine veränderte Zusammenstellung der Makro-oder Mikronährstoffe in der Ernährung gigantische therapeutische Effekte entfalten. Welche, und wie gut belegt diese sind – darüber möchte ich informieren.“

Das Bild zeigt ein Porträt der News-Autorin Marion Meiners.

Ablagerungen vs. Fitness (News vom 10.02.2026 | Robert Krug)

Mike Mutzel hat die Tage eine weitere interessante Studie vorgestellt, in der die Frage gestellt wird, welcher Messwert tatsächlich ein hohes Sterberisiko vorhersagt. Wie ich schon anhand vieler Studien vorgestellt habe, es ist nicht der LDL-Wert.

In der Studie von Michael Blaha wurden mehrere Studien ausgewertet, die vor allem Personen untersucht haben, bei denen sich bereits eine Ablagerung gebildet hat. Die Personen wurden per CT untersucht, wo der sogenannte CAC-Wert ermittelt wird. Der sollte bestenfalls bei Null liegen. Bei den in den Studien untersuchten Personen lagen jedoch häufig Ablagerungen vor. Die Auswertung von Michael Blaha kommt zu dem Schluss, dass CAC und der Grad der persönlichen Fitness die beiden besten Werte sind, die eine gute Vorhersage ermöglichen.

Doch schauen wir uns eine zitierte Studie ganz konkret an: Yoav Arnson samt Team haben in Summe 10.690 Patienten über 9 Jahre beobachtet. Alle Teilnehmer haben einen CAC-Wert ermitteln lassen und angegeben, wie aktiv sie Sport betreiben:



Der Graph links oben (A) zeigt die Teilnehmer, bei denen keine Ablagerungen per CAC-Scan ermittelt wurden. Man erkennt, dass über 10 Jahre auch kaum Patienten verstorben sind, egal ob sie Sport gemacht haben oder nicht.

Der Graph rechts oben (B) zeigt die Verteilung der Teilnehmer mit einem moderaten CAC-Score von bis zu 399. Dort erkennt man bereits einen Unterschied, ob die Teilnehmer Sport ausgeübt haben oder nicht. Denn diejenigen, die keinen Sport ins Leben integriert haben, hatten nur eine 93-prozentige Wahrscheinlichkeit, die 10 Jahre zu überleben im Vergleich zu den eher sportlicheren Teilnehmern, die alle über 95 Prozent liegen. Doch in der Gruppe C, der Gruppe links unten mit einem CAC-Wert von über 400, ist das Ergebnis dann wesentlich deutlicher. Noch einmal die Anmerkung, alle Teilnehmer in der Gruppe C haben bereits signifikante Ablagerungen. Doch die Gruppe, die sehr viel Sport macht (extensive exercise), hatte eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 95 Prozent, hingegen die gleichen Teilnehmer, die keinen Sport ausübten über diese 10 Jahre, nur zu ca. 75 Prozent überlebt haben.

Wie immer habe ich mir auch die Basisdaten angeschaut und da ist mir ein Wert direkt in die Augen gefallen:



Die Gruppe, die keinen Sport wahrnimmt, ist die Gruppe, die mit Abstand den höchsten Anteil an Diabetes Typ-2 aufweist, was ein Stück weit Hand in Hand geht mit Sport, Muskeln, Energieverbrauch und vor allem natürlich einer korrekten Ernährung. Und hier ist die Wahrscheinlichkeit auch einfach hoch, dass die Gruppe mit der höchsten sportlichen Aktivität ggf. auch ein wenig beim Essen hinterfragt.

Was nehmen wir mit?

Man ist keinem Blutwert oder Messwert im Leben einfach so ausgeliefert. Wie man anhand dieser beiden Studien erkennen kann: Selbst wenn man bereits signifikante Ablagerungen entwickelt hat, kann man das Risiko, daran zu sterben, mit Selbstverantwortung in Form von Bewegung – und ich füge noch an, Essen samt einer gezielten Nahrungsergänzung – positiv beeinflussen. Denn wie wir von Sarah Hallberg wissen: Diabetes Typ-2 kann man mit einer ketogenen Ernährung umkehren.



Quellen:

Coronary artery calcium and physical fitness e The two best predictors of long-term survival, Michael J. Blaha et al., 2014, DOI: 10.1016/j.atherosclerosis.2014.01.016

Impact of Exercise on the Relationship Between CAC Scores and All-Cause Mortality, Yoav Arnson et al.,, 2017, DOI: 10.1016/j.jcmg.2016.12.030

Effectiveness and Safety of a Novel Care Model for the Management of Type 2 Diabetes at 1 Year: An Open-Label, Non-Randomized, Controlled Study, Sarah Hallberg et al., 2018, DOI: 10.1007/s13300-018-0373-9



Über den Autor:

“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”

Das Bild zeigt ein Porträt des News-Autors Robert Krug.

Kidsnews: Eier sind kleine Superhelden für deinen Körper (News vom 11.02.2026 | Dr. Kristina Jacoby, Illustration: Johanna Prestel)

Eier sehen langweilig aus. Rund, weiß oder braun, liegen sie ruhig im Kühlschrank. Aber innen drin steckt etwas ganz Besonderes. Eier sind nämlich richtig gesund. Vor allem enthalten sie einen wichtigen Stoff in besonders großer Menge. Dieser Stoff heißt Cholin. In keinem anderen Lebensmittel kommt Cholin so viel vor wie im Ei. Und das ist etwas ganz Besonderes.

Cholin ist für Kinder besonders wichtig. Warum? Weil dein Körper und vor allem dein Gehirn noch wächst. Dein Gehirn ist so etwas wie die Steuerzentrale deines Körpers. Mit ihm denkst du, lernst, merkst dir Dinge, bist aufmerksam und kannst dich konzentrieren. Cholin hilft den Nervenzellen im Gehirn dabei, gut miteinander zu sprechen. So können Informationen schneller weitergegeben werden. Das ist super fürs Spielen, für den Sport, fürs Musizieren oder Malen, fürs Lernen in der Schule und sogar fürs Zocken.

Aber Cholin kann noch mehr. Es hilft auch der Leber, einem wichtigen Organ im Bauch. Die Leber sorgt dafür, dass schädliche Stoffe abgebaut werden und dein Körper genug Energie hat. Mit genug Cholin bleibt die Leber gesund und stark.

Außerdem brauchen deine Muskeln Cholin. Muskeln helfen dir beim Rennen, Klettern, Springen und Spielen. Cholin unterstützt die Signale zwischen Nerven und Muskeln, damit sich deine Muskeln gut bewegen können.

Viele Jahre lang dachten Erwachsene, Eier seien nicht so gesund. Man hatte Angst vor dem Fett im Ei. Doch in den letzten Jahren haben Forscher viel Neues entdeckt. Heute weiß man, dass Eier viel besser sind als ihr Ruf. Sie liefern wichtige Nährstoffe, die Kinder und auch Erwachsene gut gebrauchen können.

Wenn dir Eier schmecken und du sie gut verträgst, kannst du ruhig zwei bis drei Eier am Tag essen. Gekocht, gebraten oder als Rührei. Eier sind einfach, lecker und echte Kraftpakete. Eier sind so etwas wie die Superhelden der Ernährung!



Über die Autorin:

"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.

Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:

„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"

Das Bild zeigt ein Porträt der News-Autorin Dr. Kristina Jacoby.

So wird keine Dopingkontrolle positiv! (News vom 12.02.2026 | Justus Mörstedt)

Fast jeder zweite Deutsche kennt Nackenschmerzen – und oft entstehen sie dort, wo wir sie am wenigsten ernst nehmen: im Alltag. Was das mit Smartphones zu tun hat und wieso wir sprichwörtlich viele Stunden am Tag einen „Kasten Bier im Nacken tragen“, können Sie in meiner vorherigen News zu dem Thema lesen. Der nach vorn geneigte Kopf wirkt biomechanisch wie eine schwere Last auf die Halswirbelsäule und setzt eine Kettenreaktion von Spannungen im gesamten Körper in Gang. Was als lokales Ziehen beginnt, kann so zum Ausgangspunkt weitreichender orthopädischer Beschwerden werden.

Aber zum Glück sind nicht alle Lebewesen so blöd wie wir Menschen. Beobachten Sie einmal Hunde oder Katzen. Nach dem Liegen wird der Körper in die Länge gezogen, die Wirbelsäule bewegt sich wellenartig, Muskeln und Faszien werden aktiviert. Tiere bleiben selten lange in statischen Positionen. Genau dieser natürliche Wechsel fehlt uns Menschen im sitzenden Alltag. Die tägliche Arbeit muss aber trotzdem verrichtet werden.

Tja, heute haben Sie aber wieder einmal Pech gehabt. Denn die Gegenmaßnahmen sind denkbar einfach:

Sie könnten …

  • beim Schuheanziehen oder Aufheben den Rücken lang lassen.
  • das Handy auf Augenhöhe nutzen, um die Nackenmuskulatur zu entlasten.
  • beim Arbeiten gelegentlich langsam gehen (z. B. 2–3 km/h), statt lange statisch zu stehen oder zu sitzen. (Es gibt Menschen, die sich unterm Schreibtisch ein Laufband aufbauen!)
  • den Laptop mit einem Ständer auf Augenhöhe bringen und eine externe Tastatur sowie Maus verwenden.
  • vorhandene Bildschirmarbeits- und Ergonomieschulungen nutzen, die der Arbeitgeber nach Arbeitsschutzgesetz zahlen muss.
  • den Arbeitsweg zu Fuß zurücklegen.
  • im Homeoffice den Arbeitstag mit einem kurzen Spaziergang beginnen und beenden.
  • die Mittagspause bewusst für Bewegung einplanen.
  • auf Arbeit Bewegungssnacks einbauen, anstatt in die Snackbox zu fassen.

Die grundlegende Regel ist recht simpel: Wer viel sitzt, muss viel zappeln.

Bei unseren Faszien geht es nicht darum, die perfekte Haltung zu suchen, sondern diese regelmäßig zu wechseln. Dynamik ist für sie wichtiger als Haltung. Vom Kreisen des Handgelenks, der Schulter oder des Nackens bis hin zu Schwungübungen am Arbeitsplatz mit der unterm Tisch versteckten Kettlebell stehen Ihnen hier alle Wege offen. Mit einem ausgeglichenem Sportprogramm aus Ausdauer-, Kraft- und Beweglichkeitstraining und der richtigen Dosis Alltagsmotorik haben Sie bereits das beste Werkzeug für geschmeidige Faszien gebucht.

Die Funktionalität dieser empfindlichen Systeme ist wichtig für unser Wohlbefinden. Sie wollen sich doch nicht den ganzen Tag wie nach dem Aufstehen fühlen: Bewegungen fühlen sich zäh und steif an, die ersten Schritte sind schwerfällig, und erst nach einigen Minuten Bewegung kommt das Gefühl von Leichtigkeit zurück.

Auch ich litt im Verlauf meiner Karriere wiederholt unter diesem Ungleichgewicht. Gerade im Leistungssport lässt sich eine chronische Überlastung des Bewegungsapparates nur begrenzt kompensieren.

Faszien spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie Bewegungen nicht nur verbinden, sondern deren Ökonomie bestimmen: Sind sie verdichtet oder überlastet, geht elastische Rückfederung verloren, Kraftübertragung wird ineffizient und der Energieaufwand für Bewegungsabläufe steigt. Da eine nachhaltige Umorganisation mit Bewegungstherapie Wochen bis Monate dauert, habe ich mir vor wichtigen Wettkämpfen mein ganz persönliches „Dopingmittel“ erlaubt: Rund acht Wochen vor dem Großereignis war ich bei einem Faszientherapeuten zu einer mehrstündigen Behandlung, in der Spannungen im gesamten System gezielt reduziert wurden.

Das half nicht, weil dadurch neue Kraft entstand, sondern weil unnötige Widerstände entfernt wurden. Wenn das Gewebe wieder gleitet und Energie speichern kann, arbeitet der Körper wieder effizient: Leistungssteigerung durch Bewegung – ein Konzept, das sogar jeder Dopingtest überlebt.



Über den Autor:

“Justus Mörstedt widmete sich bis zu seinem 14. Lebensjahr in seiner Freizeit dem Triathlon, bevor er sich endgültig auf sein Lieblingselement, das Wasser, fokussierte und Finswimmer wurde. Seit 2019 ist er Sportsoldat und studiert und trainiert im Leistungszentrum Leipzig.

Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Hier lebe ich meinen Traum: Leistungssport und Medizinstudium. Mich fasziniert es, das neu Erlernte im Sportleralltag in die Praxis umzusetzen und somit den oft trockenen Inhalten ein wenig Leben einzuhauchen.“

Diese Kombination macht sich bezahlt: im Juli 2024 wurde er zweifach Weltmeister. Über 200 m Streckentauchen hält er den Weltrekord. Falls Sie neugierig geworden sind, was Finswimming ist, sehen Sie sich in den News um, oder werfen eine beliebige Suchmaschine an!

Forever young wurde ihm mit seinem Einstieg in den Profisport sozusagen „in die Wiege gelegt“. Sein Trainer sagte immer: „Wer hier mitmachen will, muss mindestens ein Strunz-Buch gelesen haben.“ Zu Wettkämpfen verteilte er den Sportlern immer Vitamineral 32. Mit den Jahren in Leipzig hat sich in seinem 24 Jahre jungem Kopf so einiges zusammengesammelt, was er gerne mit Sportlerkollegen unter anderem hier in den News teilt. Dabei unterstützen wir als forever young ihn als Sponsor."

Das Bild zeigt ein Porträt des News-Autors und Finschwimmers Justus Mörstedt.

Ich hatte keine Lust auf den Tod (News vom 13.02.2026 | Hans W. Diel)

- Ein Update zu meinem Selbstversuch mit der Pauling-Therapie -

Ich habe ihn zweimal erlebt, den plötzlichen Herztod. Mit viel Glück und dank sofortiger Reanimationsbemühungen erfahrener Ersthelfer bin ich ins Leben zurückgekehrt. Nur ungern denke ich daran zurück, aber die traumatisch bedingten Erinnerungen an diese Nahtoderfahrungen lassen sich nur schwer verdrängen.

Die Ärzte konnten mir nach den beiden Herzinfarkten, die ich erlitten hatte, keine Hoffnung auf Heilung machen. Ihre Prognosen waren aufgrund der fortgeschrittenen koronaren Herzerkrankung schlecht. Sie hatten mir gesagt, dass ich mich angesichts meiner verstopften Herzkranzgefäße damit abfinden müsste, nicht mehr so lange zu leben. Ich hatte aber keine Lust auf den Tod, der mich schon zweimal ereilt hatte.

Obwohl mir die Klinikärzte und die Kardiologen androhten, dass sie mich sehr schnell in der Klinik wiedersehen würden, wenn ich mich nicht an ihre Anweisungen halte, habe ich mich zu diesem Zeitpunkt dazu entschlossen, auf die zahlreich verordneten Medikamente, von denen ich ohnehin keine Heilung erwarten konnte, zu verzichten und mit der sogenannten Pauling-Therapie die Heilung meiner Herzerkrankung zu versuchen. Auf den Weg zu dieser Therapie und zur orthomolekularen Medizin hatte mich Dr. Ulrich Strunz mit seinen Behandlungen gebracht. Ich bin sicher, damit mein Leben gerettet zu haben. Mittlerweile zumindest schon für 10 Jahre.

Was ich mit meinem zunächst auf 5 Jahre befristeten Selbstversuch mit der Pauling-Therapie begonnen habe, ist heute für mich zur andauernden Selbstverständlichkeit geworden. Die von Prof. Linus Pauling, dem Naturwissenschaftler und zweifachen Nobelpreisträger, empfohlenen orthomolekularen Substanzen zur Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen sind jetzt fester Bestandteil meiner täglichen Nahrungsergänzung (und meine ganze Familie hat sich dem angeschlossen). Kontrolliert durch regelmäßige Messungen gebe ich meinem Körper das, was er braucht, und er bedankt sich dafür mit zunehmender Gesundheit und Lust am Leben.

Die Liste der damit erreichten Erfolge ist erstaunlich und unfassbar für die Akteure der Lehrbuchmedizin, die sich leitliniengerecht und leitliniengebunden nur auf die Medikamente der Pharmamedizin stützen und nur die betroffenen Organe und die Symptome behandeln, nicht den ganzen Menschen:

  • Meine Herzerkrankung hat sich deutlich verbessert.
  • Mein (laut Dr. Strunz größter Risikofaktor) Lipoprotein(a) hat sich um mehr als 55 Prozent reduziert.
    Ich lasse den Wert nur noch gelegentlich messen. Er liegt aktuell bei 40 mg/dl.
  • Meine Leistungsfähigkeit ist kaum eingeschränkt (Die 100 km in Biel laufe ich allerdings nicht mehr), obwohl mir die Kardiologen eine Herzinsuffizienz diagnostiziert hatten.
  • Keine Angina-Pectoris-Beschwerden, keine Atemnot, keine Palpitationen (Herzrasen, Herzklopfen), keine Durchblutungsstörungen (keine blauen Fingernägel mehr, die ich oft bei Kälte bekommen habe).

Ganz nebenbei hat sich dazu im Laufe der Therapie eine Reihe von zusätzlichen Heilungserfolgen ergeben, die ich in meinem neuen Buch als „Wundersame Nebenwirkungen“ bezeichnet und beschrieben habe. Darüber ist in den Strunz-News schon berichtet worden. Die Liste dieser zusätzlichen Heilungserfolge umfasst folgende Erkrankungen, an denen vorher die Ärzte allesamt mit ihren Behandlungen gescheitert waren:

  • Raynaud-Syndrom (eine Durchblutungsstörung) geheilt
  • Vitiligo (Pigmentstörung der Haut) gestoppt, tlw. beseitigt
  • Bluthochdruck verschwunden
  • Herzrhythmusstörungen behoben
  • Keine Erkältungskrankheiten und Grippe mehr seit 10 Jahren
  • Schilddrüsenerkrankung (Unterfunktion mit Hashimoto Thyreoiditis verbessert und sogar geheilt)

Es kann kein reiner Zufall sein, dass sich alle diese Erfolge ergeben haben, nachdem ich meine Versorgung mit essentiellen Nährstoffen optimiert und bestehende Nährstoffmängel ausgeglichen habe. Deshalb ist zu vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen den Nährstoffmängeln und den aufgezählten, zum Teil sogar als unheilbar geltenden Krankheiten, geben muss. Das wird nicht nur durch eine Vielzahl von Studien belegt, sondern auch von damit vertrauten Ärzten und Patienten bestätigt, die ähnliche Erfolge mit der Anwendung orthomolekularer Medizin erreicht haben.

Während die eigentliche Pauling-Therapie zur Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen sich im wesentlichen auf die tägliche Anwendung folgender Substanzen konzentriert:

6 bis 18 g Vitamin C oder bis zum Erreichen der Darmtoleranzgrenze
(Nachdem meine Darmtoleranzgrenze gesunken ist, nehme ich, verteilt auf 5 Einzeldosen, derzeit 20 g Vitamin C, also in etwa die von Pauling empfohlene Menge, die er übrigens auch selbst täglich eingenommen hat)

5 bis 6 g von der Aminosäure Lysin

ergänzt durch 2 g von der Aminosäure Prolin,

sind nach meinen Erkenntnissen und den zitierten Studien die anderen Heilungserfolge in erster Linie durch die zusätzlichen Substanzen bewirkt worden, mit denen ich mein Therapiepaket im Laufe des Selbstversuchs ausgestattet habe. Das sind insbesondere:

  • Vitamin D: Optimierung meines Vitamin D-Spiegels auf 100 ng/ml
  • Magnesium: Ich nehme 1 bis 1,5 g täglich
  • Kalium: Ich verwende 315 mg zusätzlich zur Nahrung in Form von 600 mg Kaliumchlorid
  • die Aminosäuren Arginin, Citrullin, Taurin (Mein täglicher „Blutdruckcoctail“: 6 bis 9 g Arginin, 3 g Citrullin, 4 g Taurin, 5 g Glycin zum Süßen)
  • Omega-3 Fettsäuren: 1,5 g in Ergänzung zur Nahrung
  • Meine Erfahrungen dazu sind in dem aktuellen Buch „Wundersame Nebenwirkungen meines Selbstversuchs mit der Pauling-Therapie“ (im Strunz-Shop erhältlich) zusammengefasst.

    Noch einige Anmerkungen zur Frage nach irgendwelchen Nebenwirkungen anderer Art, wie sie etwa bei allen Medikamenten der Pharmamedizin auftreten. Derartige Nebenwirkungen habe ich in meinem mittlerweile zehn Jahren andauernden Selbstversuch mit Vitaminen und anderen natürlichen Substanzen trotz aller Androhungen der Ärzte nie erlebt. Weder bei den hochdosierten Vitaminen noch bei den Mineralstoffen oder den Aminosäuren. Ich bin nicht daran gestorben und auch in keiner Weise krank geworden. Keine Nierensteine, kein allergischer Schock, keine toxischen Wirkungen oder sonstwas. Absolut nichts von alledem.

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    Quellen:
    Pauling L. 1986, 2006. How to live longer and feel better. Oregon University PressPauling L. 1992. A unified theory of cardiovascular disease. ION [video]Rath M., Pauling L. 1991. A unified theory of human cardiovascular disease, J Ortho NutritionDiel HW. 2022. Lipoprotein(a) - Der größte Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall? Druckpunkt Verlag

    Notwendiger Hinweis:
    Die Angaben in diesem Artikel bieten keinen Ersatz für medizinischen Rat. Sie sollten keine verordneten Medikamente ohne ärztliche Zustimmung abändern oder absetzen. Das gilt für alle hier beschriebenen Krankheiten, aber ganz besonders für die Herz-Kreislauferkrankungen.

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