Unser Körper besitzt ein faszinierendes Recyclingsystem, das lange Zeit unterschätzt wurde: die sogenannte Autophagie. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Selbstverzehr“. Auf dieses Thema bin ich bereits in der News vom 28.02.2026 näher eingegangen.
Autophagie wird vor allem durch „zellulären Stress“ aktiviert – etwa durch Kalorienreduktion, Fasten oder intensive körperliche Bewegung. Wenn der Körper weniger Energie von außen erhält, schaltet er auf Sparmodus und beginnt, alte oder beschädigte Zellbestandteile verstärkt zu recyceln. In diesem Zusammenhang wurde auch Spermidin intensiv untersucht.
Spermidin ist eine natürlich vorkommende Verbindung, die in nahezu allen lebenden Zellen enthalten ist. Der Name klingt ungewöhnlich, stammt aber historisch daher, dass die Substanz erstmals im menschlichen Samen entdeckt wurde. Heute weiß man, dass Spermidin auch in vielen Lebensmitteln vorkommt, insbesondere in:
Unser Körper kann Spermidin aus der Aminosäure Ornithin teilweise selbst herstellen, zusätzlich nehmen wir es über die Nahrung auf.
Aber wie kommt man auf die Idee, ausgerechnet Spermidin mit Autophagie zu verknüpfen? Wissenschaftlern fiel zunächst auf, dass die Spermidin-Spiegel mit dem Alter abnehmen. Und solche Alterstrends sind für die Alternsforschung oft ein Hinweis, dass ein Stoff mehr sein könnte als nur ein einfacher „Zell-Baustoff“.
Der zweite wichtige Puzzlestein kam aus einem ganz anderen Bereich: Kalorienrestriktion (also weniger essen, ohne Mangelernährung) kann in vielen Modellen Alterungsprozesse verlangsamen. Einer der immer wiederkehrenden Mechanismen dahinter ist eben die vermehrte Autophagie.
Und dann kam der „Aha-Moment“ im Jahr 2009: In Experimenten verlängerte Spermidin die Lebensspanne in Modellorganismen – aber nur dann, wenn Autophagie überhaupt funktionieren konnte. Damals veröffentlichte eine Forschungsgruppe um den Biologen Frank Madeo (Universität Graz) eine Arbeit, die das Interesse an Spermidin grundlegend veränderte. Bis dahin galt das natürliche Polyamin vor allem als zellbiologisch interessant; doch nun rückte es ins Zentrum der Alternsforschung.
In ihren Experimenten zeigte das Team: Spermidin verlängert die Lebensspanne verschiedener Modellorganismen – von Hefezellen über Fruchtfliegen bis hin zu Fadenwürmern. Dass ein einzelnes Molekül in so unterschiedlichen Spezies vergleichbare Effekte erzielt, war bereits bemerkenswert. Der entscheidende Befund lag jedoch tiefer. Die Wissenschaftler blockierten gezielt Gene, die für die Autophagie notwendig sind – also für das zelluläre Recycling- und Reinigungsprogramm. Und plötzlich verschwand der lebensverlängernde Effekt von Spermidin vollständig.
Das war der Wendepunkt. Damit war klar: Spermidin wirkt nicht „irgendwie“ lebensverlängernd, sondern über einen klar definierbaren Mechanismus. Ohne funktionierende Autophagie kein Longevity-Effekt. Diese Erkenntnis macht Spermidin zu einem der spannendsten natürlichen Kandidaten in der Forschung zu gesundem Altern.
Diverse neuere Studien zeigen, dass Spermidin die Autophagie epigenetisch aktivieren kann – und zwar auf ähnliche Weise wie Fasten, jedoch ohne vollständigen Nahrungsverzicht. In Zell- und Tierstudien wurde beobachtet, dass eine erhöhte Spermidinzufuhr mit einer verbesserten Zellfunktion und teilweise sogar mit einer verlängerten Lebensspanne einherging.
Auch wenn die bisherigen Ergebnisse vielversprechend sind, bleiben die Basics entscheidend: eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein insgesamt gesunder Lebensstil –ergänzt durch gelegentliche Fastenphasen. Spermidin ist dabei kein Ersatz fürs Fasten, kann es aber sinnvoll ergänzen.
Quellen:
Hao L, Zhang W, Peng X, Bai Y, Tian C, Zhang Y, Li D, Feng Z, Xu B, Xu Q. Spermidine promotes osteogenic differentiation of BMSCs via the m6A methylation-autophagy axis under inflammatory stress. Free Radic Biol Med. 2026 Mar 1;245:301-316. doi: 10.1016/j.freeradbiomed.2025.12.057. Epub 2026 Jan 2. PMID: 41485545.
Hofer SJ, Simon AK, Bergmann M, Eisenberg T, Kroemer G, Madeo F. Mechanisms of spermidine-induced autophagy and geroprotection. Nat Aging. 2022 Dec;2(12):1112-1129. doi: 10.1038/s43587-022-00322-9. Epub 2022 Dec 22. PMID: 37118547.
Satarker S, Wilson J, Kolathur KK, Mudgal J, Lewis SA, Arora D, Nampoothiri M. Spermidine as an epigenetic regulator of autophagy in neurodegenerative disorders. Eur J Pharmacol. 2024 Sep 15;979:176823. doi: 10.1016/j.ejphar.2024.176823. Epub 2024 Jul 18. PMID: 39032763.
Über die Autorin:
"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.
Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

Hoffentlich, hoffentlich haben Sie die Quintessenz dieser News ( Epigenetik und Archetypen: Der Schlüssel zu Ihrem inneren Code vom 13.3. ) verstanden:
Ob Sie Krebs bekommen oder eben nicht, entscheiden zutiefst in Ihnen … Ihre Gedanken.
Ihre Vorstellung von sich selbst. Wie sehen Sie sich? Als Verlierer oder Gewinner?
Ach, wenn Sie wüssten, was der Arzt, natürlich auch ich tagtäglich aus Ihren Gesichtern liest … nämlich genau das. Der erfahrene Arzt weiß, wer ihm gegenübersitzt und weiß … jetzt wird´s eng.
Soeben Patientin mit Toxoplasmose. Zutiefst leidend. Viele Kliniken. Das Leid, das Verlieren tief in die Gesichtszüge eingeprägt, der hoffnungslose Blick … wo will man da anfangen?
Mein Weg: handfest. Praktisch. Sofort. Gegen Erreger – auch Covid 19 – hilft einzig und allein das Immunsystem. Eigentlich ganz banal. Immunsystem? So knapp wie möglich:
Gemessen. Noch einmal, für viele meiner Kollegen neu: Messen! Dann korrigieren, optimieren, profitieren.
Sie verstehen profitieren: Hier geht´s um Krebs oder nicht Krebs, um ständig am Ende (überlastetes Immunsystem) oder eben um Lebensfreude. Ein ach so banaler, abgebrauchter, mir jedoch zutiefst heiliger Begriff.
Lebensfreude im Unterbewusstsein verankert ist ein mächtiger, epigenetischer Schalter. Verändert Ihre Gene in die auch von Ihnen gewünschte Richtung.
Es ist Ihr Leben!
P.S.: Neugierig? Dem Doc sein Archetyp? Von dem er geleitet wird? Find ich in der News vom (13.3.), den Begriff „der Held, der immer kämpft“. Sehe ich mich auf Hawaii. Humpelnd.
Jahrelang durchgewunken. Grenzwerte eingehalten. Akten geschlossen.
Bis 2015. Da stuft die WHO-Krebsagentur IARC den Wirkstoff plötzlich als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.
Und dann stehen sich drei Behörden (EPA, EFSA, IRAC) gegenüber: Gefahr. Risiko. Grenzwert.
Einer der das System von innen kennt ist dafür verantwortlich:
Christopher J. Portier. Krebsstatistiker. Systemkenner. IARC-Experte.
GLP-Studien gegen peer-reviewte Daten. Industrie-Dossiers vs. offene Literatur.
Was das für Sie bedeutet lesen Sie hier:
https://mein-bluttuning.de/news/glyphosat-zulassungsdossiers-grenzwerte/
Wir alle träumen von einer Figur, die alle Muskelgruppen zum Vorschein bringen lässt, oder? Und wir denken, dass wir das auch erreichen sollten, wenn man korrekt isst und dazu noch regelmäßig Sport macht. Einige wenige schaffen das auch recht problemlos, doch ist das wirklich natürlich, darauf hinzuarbeiten?
Der gute Jeff Nippard (professioneller Natural-Bodybuilder, Powerlifter und Trainer aus Kanada) hat dazu ein schönes YouTube-Video gedreht, in dem er Menschen von 50 Prozent Körperfett bis hin zu 5 Prozent Körperfett mittels DEXA-Körperfettscan vermessen und befragt hat, wie sie sich mit ihrem jeweiligen Körper fühlen. Dazu sei vorweg angemerkt, und das sagt auch Jeff Nippard, nicht jeder fühlt sich gleich gut oder gleich schlecht, denn es gibt auch eine genetische Komponente, die es einigen Wenigen erlaubt, deutlich magerer und dabei gesund zu sein. Kommen wir daher mal gleich zu dem spannenden Punkt: Unser normaler Körperfettanteil liegt als Mann nicht im einstelligen Bereich und als Frau eben auch nicht bei unter 20 Prozent. Und was ich bislang nicht wusste, was aber total Sinn ergibt und auch an die schöne News von Justus Mörstedt anknüpft (https://www.strunz.com/news/warum-kalorienbilanz-nicht-reicht-das-wahre-energiekonzept-im-leistungssport.html):
Unser Körper reagiert und arbeitet mittels Hormonen und Fett ist ein endokriner Faktor, im Negativen wie auch im Positiven. Was bedeutet das? Dr. Strunz hat auch häufiger davon geschrieben, dass Fett u. a. Leptin bildet. Ein Hormon, welches unserem Steuermodul, Gehirn genannt, signalisiert, dass wir genug Energie haben und satt sind. Wenn wir zu viel Körperfett mit uns herumtragen (BMI über 25), dann bildet der Körper zu viel Leptin, so dass unsere Leptinrezeptoren resistent werden. Das ist exakt der gleiche Mechanismus wie bei Insulin, wenn wir dauerhaft zu viele Energie, vor allem in Form von Kohlenhydraten, zu uns nehmen.
Das Spannende und Neue für mich war: Wenn wir zu mager werden, dann produziert unser Fett eben nicht mehr genug Leptin. Es tritt somit der genau umgedrehte Effekt ein und exakt das berichten die Teilnehmer von Jeff Nippards Beitrag mit einem extrem niedrigen Körperfettanteil von 5 Prozent beim Mann und 10 Prozent bei einer Frau: Sie sind ständig hungrig und könnten tütenweise „Energie“ essen, machen das aber nicht, weil sie den Körper für einen Wettbewerb so formen. Die im Beitrag vorgestellte Frau mit einem KFA von 10% berichtet zudem auch, dass sie schon lange keine Periode mehr hat. Der Mann mit 9 Prozent KFA berichtet, dass er sehr schlecht schläft und einen niedrigeren Testosteronspiegel hat, was wohl auch eine bekannte Begleiterscheinung ist. Bei beiden steigt Ghrelin, das Hungerhormon, stark an, sprich der Körper schreit: „Bitte finde mehr zu essen. Solange Du das nicht tust, brauchen wir keine Fortpflanzung!“
Was nehmen wir mit?
Die Industrie hat es prima geschafft, in vielen von uns ein vollkommen falsches Bild einer optimalen Figur abzuspeichern, die bei vielen sogar zu extrem negativen Konsequenzen führt. Gerade ein gesunder Schlaf ist ganzheitlich betrachtet enorm wichtig. Und es ist eben auch nicht normal, wenn man den ganzen Tag über Essen nachdenkt bzw. Hunger verspürt. Es sollte eher normal sein, dass man nach dem Essen für viele Stunden gar keinen Hunger mehr verspürt. Und vor allem sollte man sich nicht von der Werbeindustrie zu einem verzerrten Ideal hin verleiten lassen. Der normale Körperfettanteil liegt bei Männern bei ca. 15 Prozent und bei Frauen bei ca. 25 Prozent. Und das ist schon viel schlanker als man denkt.
Über den Autor:
“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:
"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”

„Low Carb“ oder „ketogen“ klingt nach einer klaren Regel. Low Carb: unter 50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag, ketogen: unter 20. Macht es einfach, nur funktioniert es nicht für jeden! Denn Low Carb oder ketogen ist ein relativer Zustand. Entscheidend ist, wie viele Fettreserven der Körper hat, wie viel Energie er verbraucht, wie gut er regeneriert und unter welchem hormonellen Druck er steht.
Low Carb oder ketogen zum Abnehmen
Bei übergewichtigen Menschen, die abnehmen wollen, funktioniert eine starke Kohlenhydratreduktion oft hervorragend, insbesondere, wenn sie mit Spaziergängen als hauptsächliche Bewegungsform kombiniert wird. Der Energiebedarf ist moderat, die Fettreserven sind gut zugänglich, Insulin sinkt, Fettverbrennung steigt. Der Körper empfindet das als Entlastung.
Low Carb oder ketogen bei normalgewichtigen Sportlern
Ganz anders sieht es bei normalgewichtigen Menschen aus, die viel Sport treiben. Ich gehöre zu dieser Gruppe. Über lange Zeit habe ich versucht, täglich unter 50 Gramm Kohlenhydraten zu bleiben, teils sogar unter 20. Gleichzeitig bin ich pro Woche zwischen 25 und 45 Kilometer gelaufen, inklusive regelmäßigem Intervalltraining mit fast zehn Kilometern Länge. Im Blut war klar zu sehen, dass mein Körper diese Kombination nicht als optimales Low Carb, sondern als Energiemangel interpretiert hat.
Wenn gute Werte kippen und Stress sichtbar wird
Gezielte Kohlenhydrate, besonders in einem Zeitfenster von ein bis zwei Stunden nach sehr intensiven Einheiten, senken Cortisol, füllen Glykogen auf und beschleunigen Regeneration. Seit ich im Alltag täglich zwischen 80 und 150 Gramm Kohlenhydrate pro Tag in Abhängigkeit von der Trainingsintensität esse, geht es mir deutlich besser. Mehr Energie, bessere Regeneration, weniger innerer Stress.
Über die Autorin:
"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.
Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:
„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"

Dass Männer gerne Holz hacken, hat etwas mit einschlafenden Babys zu tun. Wieso?
Warum kippeln Schulkinder mit dem Stuhl?
Wieso wippen wir unbewusst mit dem Fuß, wenn wir konzentriert arbeiten?
Was hat das monotone Wellenrauschen am Strand damit zu tun?
Wie hängt der freie Kopf beim Sport treiben damit zusammen?
Oder warum verlieren Kinder beim Schaukeln so schnell ihre Gedanken?
Aus der Medizin kennen wir Bilder von Menschen, die an Selbstregulationsstörungen leiden. Das sind zum Beispiel Erkrankungen aus dem Autismus-Spektrum, ADHS, Angststörungen, Parkinson oder Demenz. Wir kennen das Erscheinungsbild von Betroffenen, wie sie, oft zusammengekauert, meist mit dem Oberkörper rhythmische Bewegungen ausführen. Das Hin- und Herwiegen des Rumpfes, rhythmisches Kopfwackeln oder andere monotone Ganzkörperbewegungen dienen jenen zur Spannungsregulation und Beruhigung. Diese Bewegungen werden als Jaktationen bezeichnet.
Während der Mensch in seiner vulnerabelsten Entwicklungsstufe, also als Säugling, diese Form der Stimulation benötigt, um in den Schlaf zu finden, wird ihm dieser Bewegungsdrang spätestens mit der Schuleinführung abtrainiert. Und doch zeigt sich immer wieder, dass wir uns nach diesen monotonen, rhythmisch-stimulativen Impulsen sehnen. Wir führen sie weitestgehend unbewusst aus, wenn wir in angespannten Situationen sind: nervöses Hippeln mit dem Bein, das Drehen eines Stiftes zwischen den Fingern, das Trommeln auf der Tischplatte oder ruheloses Auf- und Abgehen während eines Telefonats.
Schon die alten Kulturen haben sich diesen Effekt zunutze gemacht. Trommeln oder rhythmische Gesänge und Tänze finden sich in nahezu allen Traditionen der Welt. Denn auch bewusst ausgeführte Bewegungsmuster dieser Art, können genau Körper und Geist synchronisieren. Rhythmische Reize stimulieren das Nervensystem und senden über den Vagusnerv Signale an unseren Hirnstamm. Dadurch wird der Parasympathikus aktiviert – jener Teil unseres Nervensystems, der für Ruhe, Erholung und Regeneration zuständig ist. Herzfrequenz und Muskelspannung sinken, der Kopf wird klarer.
Aus dem Wettkampfsport ist mir diese Methode sehr geläufig. Es sind die urmenschlichen Trommelschläge auf den Brustkorb, das meditative Summen kurz vor dem Start, das rhythmische Ausschütteln der Arme oder aktivierende Schläge auf die Oberschenkel, die den Körper in den optimalen Erregungszustand versetzen. Novak Djokovic bringt es elegant auf den Punkt: „Breathing and rhythm help me control my mind.“
Dass wir oft genug genau diesen Zustand verfehlen, ist kein Geheimnis.
Man(n) sucht sich also Ausgleich. So verbindet unser Bedürfnis nach Rhythmus, das Holz hacken mit dem schlafenden Baby. Gleichmäßiges Schaukeln bringt ein Kind zur Ruhe, währen das monotone Heben und Senken der Axt schon so manchen muffligen Kopf zur Einsicht verholfen hat.
Was diesen Kontext betrifft muss ich schlussendlich noch loswerden, dass ich es nie verstanden habe, warum Kindern das Kippeln verboten wird. Allerdings bin ich nicht unvoreingenommen: Meine Eltern bekamen nach meinem ersten Schultag bereits einen Anruf der Lehrerin, da ich beim Kippeln viermal vom Stuhl gefallen war. Im Rückblick war es vermutlich nur ein früher Hinweis darauf, dass meine Talente eher im Wasser liegen.
Über den Autor:
“Justus Mörstedt widmete sich bis zu seinem 14. Lebensjahr in seiner Freizeit dem Triathlon, bevor er sich endgültig auf sein Lieblingselement, das Wasser, fokussierte und Finswimmer wurde. Seit 2019 ist er Sportsoldat und studiert und trainiert im Leistungszentrum Leipzig.
Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Hier lebe ich meinen Traum: Leistungssport und Medizinstudium. Mich fasziniert es, das neu Erlernte im Sportleralltag in die Praxis umzusetzen und somit den oft trockenen Inhalten ein wenig Leben einzuhauchen.“
Diese Kombination macht sich bezahlt: im Juli 2024 wurde er zweifach Weltmeister. Über 200 m Streckentauchen hält er den Weltrekord. Falls Sie neugierig geworden sind, was Finswimming ist, sehen Sie sich in den News um, oder werfen eine beliebige Suchmaschine an!
Forever young wurde ihm mit seinem Einstieg in den Profisport sozusagen „in die Wiege gelegt“. Sein Trainer sagte immer: „Wer hier mitmachen will, muss mindestens ein Strunz-Buch gelesen haben.“ Zu Wettkämpfen verteilte er den Sportlern immer Vitamineral 32. Mit den Jahren in Leipzig hat sich in seinem 24 Jahre jungem Kopf so einiges zusammengesammelt, was er gerne mit Sportlerkollegen unter anderem hier in den News teilt. Dabei unterstützen wir als forever young ihn als Sponsor."

Ziel dieser News ist das in allen Frauenzeitschriften so hoch gelobte „Lassen“, „Loslassen“. Zunächst einmal. Das wirklich beabsichtigte Geheimnis dahinter führt viel, viel tiefer.
Aber nun gut. Erstmal anfangen. Damit Sie mir überhaupt folgen, damit Sie Ihr Leben buchstäblich auf den Kopf stellen (wollen Sie eigentlich gar nicht), muss ich Sie verführen. Ist mir zum Beruf geworden. Aber wie?
Ich spreche von Tiefenentspannung („Loslassen“) und dann – viel, viel mehr – vom Zugang zum Unterbewusstsein, also der Instanz, die Ihren Alltag, Ihre Gedanken, Ihre Bilder, Ihre Handlungen steuert, ohne dass Ihnen das in der Regel bewusst wird. Sie wundern sich bloß häufig genug über sich selbst …
Also los. Geheimnis und Technik zugleich heißt
iamon
Ein Kunstwort. Geschaffen aus „Triathlon“, nur raffiniert verändert (nachlesen in „Mentalprogramm“)
… und gleich zur Praxis. Was tun Sie jetzt mit diesem Wort? Ganz einfach:
Wiederholen Sie das Wort unablässig „in Schleife“ – und weisen die sofort aufkommenden störenden Gedanken ab.
Bei mir hat´s beim ersten Mal nach 12 Minuten geklappt. Ich WAR DA. Fühlt man sofort. Muss man niemandem erklären. Die „Sensation des fehlenden Körpergefühles“.
Und mit jedem Übungstag verkürzt sich die Zeit, sogar hinunter bis auf wenige Sekunden. Dann KÖNNEN SIE´S – genauso wie ich – im Alltag jederzeit einsetzen.
Spannung auf Null setzen. Deshalb Tiefen-Entspannung. Das, was Sie im Schlaf jede Nacht erleben sollten. Sollten ist Konjunktiv. Sie wälzen sich, Sie schwitzen, Sie stöhnen, Sie schlagen um sich, Sie … haben keine Ahnung vom Leben.
Deshalb iamon.