Zur Zeit befinden wir uns in der Fastenzeit, also in der Zeit vor Ostern. Nicht nur im Christentum – in nahezu allen Religionen gibt es das Ritual des Fastens. Ob Ramadan im Islam, Jom Kippur im Judentum oder traditionelle Fastenzeiten im Buddhismus: Der bewusste Verzicht auf Nahrung hat weltweit eine lange spirituelle und kulturelle Tradition.
Heutzutage rückt neben der religiösen Bedeutung zunehmend auch die gesundheitliche Dimension des Fastens in den Fokus der Wissenschaft. Neben positiven Effekten auf Stoffwechsel, Insulinsensitivität und Gewicht interessiert die Wissenschaftler vor allem ein zellulärer Mechanismus: die Autophagie. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „sich selbst essen“. Gemeint ist ein natürlicher Recyclingprozess, bei dem Zellen beschädigte Bestandteile abbauen und wiederverwerten. Für die Entschlüsselung zentraler Mechanismen der Autophagie erhielt Yoshinori Ohsumi 2016 den Nobelpreis für Medizin.
Autophagie ist eine Art zelluläres Reparatur- und Reinigungsprogramm. Defekte Proteine, geschädigte Mitochondrien oder andere „Zellabfälle“ werden in spezielle Membranstrukturen verpackt und anschließend abgebaut, wie ich in der letzten News beschrieben habe. Die dabei gewonnenen Bausteine nutzt die Zelle erneut für Energiegewinnung und Neubildung von Strukturen. Dieser Mechanismus spielt eine wichtige Rolle bei Alterungsprozessen, Entzündungsregulation und möglicherweise auch bei der Prävention bestimmter Erkrankungen.
Unter normalen Ernährungsbedingungen ist der Signalweg mTOR aktiv – ein zentraler Regulator für Zellwachstum und Aufbauprozesse. Solange ausreichend Nährstoffe vorhanden sind, wird die Autophagie gehemmt. Beim Fasten sinken jedoch Insulin- und Aminosäurespiegel. Dadurch wird mTOR gehemmt und gleichzeitig der Energiesensor AMPK aktiviert. Diese Kombination gilt als zentraler molekularer Auslöser für die Autophagie. Vereinfacht gesagt: Wenn dem Körper Energie fehlt, schaltet er vom „Wachstumsmodus“ in den „Reparaturmodus“.
Daher ist Fasten grundsätzlich erst einmal gesund.
Fasten ist ja nicht gleich Fasten. Welche Fastenformen fördern denn nun am besten die Autophagie?
1. Intermittierendes Fasten (z. B. 16:8)
Beim 16:8-Modell wird 16 Stunden gefastet und innerhalb eines Zeitraums von 8 Stunden gegessen. Studien deuten darauf hin, dass autophagische Prozesse nach etwa 12–16 Stunden Nahrungsverzicht beginnen können. Beim Menschen sind diese Daten jedoch bislang nur indirekt messbar (z. B. über Signalmarker im Blut).
2. 24-Stunden-Fasten
Ein ganzer Fastentag führt zu stärkeren metabolischen Veränderungen, darunter Ketose und deutlicherer mTOR-Hemmung. Tierstudien zeigen hier eine klare Aktivierung der Autophagie.
3. Mehrtägiges Fasten
Fastenperioden von 48 Stunden oder länger verstärken den Effekt vermutlich weiter. Allerdings stammen die meisten belastbaren Daten hierzu auch überwiegend aus Tiermodellen.
4. Fasting Mimicking Diet (Scheinfasten)
Diese stark kalorien- und proteinreduzierte Ernährungsform simuliert Fastenreaktionen. Erste Humanstudien zeigen vergleichbare metabolische Veränderungen, doch die direkte Messung von Autophagie beim Menschen bleibt auch hier methodisch schwierig.
Was ist wissenschaftlich nun gesichert? Gut belegt ist, dass Autophagie ein essenzieller biologischer „Recycling“-Prozess ist, bei dem Zellen beschädigte Bestandteile abbauen und wiederverwerten. In Zell- und Tierstudien zeigt sich zudem klar: Nährstoffmangel kann den Signalweg mTOR hemmen und dadurch Autophagie aktivieren. Auch beim Menschen führt Fasten zu typischen molekularen Signalveränderungen, die mit Autophagie in Verbindung stehen. Was jedoch noch nicht eindeutig geklärt ist, ist die Frage, wie stark die Autophagie bei gesunden Menschen je nach Fastenform tatsächlich angekurbelt wird, welche Fastendauer dafür optimal ist.
Quellen:
Wolska W, Gutowska I, Wszołek A, Żwierełło W. The Role of Intermittent Fasting in the Activation of Autophagy Processes in the Context of Cancer Diseases. Int J Mol Sci. 2025 May 15;26(10):4742. doi: 10.3390/ijms26104742. PMID: 40429883; PMCID: PMC12112746.
Über die Autorin:
"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.
Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

Fragen Sie mich heute noch Tag für Tag. Wenn Sie – im tiefen Loch steckend – von Bekannten etwas von „forever young“ gehört haben und, neugierig geworden, nachforschen. Und plötzlich vor einer Mauer stehen. Vor einer nicht mehr übersehbaren Fülle an Büchern, in der Sie möglicherweise - so hoffen Sie – die Lösung auch für Ihre Probleme finden.
Also gut. Ich verstehe Sie. Zunächst darf ich Ihnen versichern: Die Lösung ist gedruckt. Irgendwo in den Strunz-Büchern. Aber eben: wo? Dazu die heutigen News als kleine Hilfestellung.
Andere vor Ihnen sind den gleichen Weg gegangen. Und haben gewonnen. Das sind inzwischen nicht nur tausende, sondern zehntausende Menschen. Beispiele gefällig?
Das sind Resultate, die Sie auch bei sich erhoffen. Deshalb Ihr Anklopfen bei „forever young“. Mein Gedanke: ich möchte nichts versäumen. Ich kenne Ihr Problem ja gar nicht. Weiß aber, wie man einen Menschen
GANZHEITLICH
in den Griff bekommt. Und das habe ich hingeschrieben.
… und falls Sie ganz verzweifelt sind, und sich so dringend einen Lichtstrahl wünschen in Ihr tiefes Loch: „DAS GEHEIMNIS DER GESUNDHEIT“. Auch eine Komplett-Beschreibung des Weges, aber in ganz anderer Form. Lassen Sie sich überraschen:
Immer wenn ich´s in die Hand nehme, muss ich lächeln. Gedruckt auf billiges Papier. Ein bisschen schäbig. Dabei die schönste, farbigste Einladung zu Gesundheit, die Sie in deutscher Sprache finden können.




Frühling: mehr Licht, mehr Sonne, mehr Leben und trotzdem sind viele im März und April müde. Frühjahrsmüdigkeit nennt man das. Kommt Ihnen das bekannt vor? Ich habe mich gefragt, woher dieses Phänomen stammt, ob es wissenschaftlich belegt ist und ob es vielleicht vor allem in Deutschland so präsent ist.
Der Begriff „Frühjahrsmüdigkeit“ klingt zwar typisch deutsch und ist hier auch besonders fest im Sprachgebrauch verankert. Das Phänomen selbst ist jedoch international: In vielen Ländern berichten Menschen im Frühling von Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsproblemen, besonders in der Übergangszeit vom Winter zu wärmeren Tagen.
Im Englischen ist von „spring fatigue“ oder „springtime lethargy“ die Rede, im Französischen von „fatigue de printemps“, im Tschechischen von „jarní únava“. In Japan gibt es mit „Gogatsubyō“ die „Mai-Krankheit“. Kurz: Es handelt sich nicht um ein rein deutsches Phänomen, aber ein besonders griffiges deutsches Wort.
Der Begriff „Frühjahrsmüdigkeit“ ist zwar populär, aber wissenschaftlich nicht als eigene Diagnose fest definiert. Trotzdem gibt es solide Forschung zu Mechanismen, die das typische „Frühjahrs-Schlapp“-Gefühl plausibel machen:
Helligkeit ist der stärkste Taktgeber unseres circadianen Systems. Wenn sich Lichtzeiten im Frühjahr verändern (und oft zusätzlich die Uhrumstellung dazukommt), kann das kurzfristig Schlafdauer, Schlafqualität und Tagesmüdigkeit verschlechtern. Im Winter ist es lange dunkel, und unser Organismus passt sich daran an: Er produziert mehr Melatonin, das sogenannte Schlafhormon. Melatonin sorgt dafür, dass wir schneller müde werden und insgesamt eher im „Energiesparmodus“ laufen. Sobald im Frühling die Sonne häufiger scheint, verändert sich dieser Rhythmus: Der Körper reduziert nach und nach die Melatoninproduktion, gleichzeitig wird die Bildung von Serotonin angeregt, das stimmungsaufhellend und aktivierend wirkt.
Aber warum macht das zunehmende Licht dann nicht sofort wach und energiegeladen? Der Grund ist: Der Körper schaltet nicht abrupt um, sondern braucht Zeit, um sich neu einzupendeln. Unsere innere Uhr läuft nach den dunklen Monaten oft noch im „Wintermodus“. Wenn es morgens plötzlich früher hell wird, fühlt sich das für den Körper wie eine kleine Zeitumstellung an – ähnlich wie ein Mini-Jetlag. Melatonin kann morgens noch „nachhängen“, während man gleichzeitig schon früher funktionieren soll. Ein aktueller systematischer Review fasst diese Effekte zusammen und diskutiert, dass bestimmte Chronotypen (z. B. „Eulen“, also der Spättyp) stärker betroffen sein können.
Es gibt zudem Hinweise aus PET-Studien, dass die Serotonin-Transporter-Bindung im menschlichen Gehirn jahreszeitlich variiert und mit Sonnenscheindauer zusammenhängen kann. Das ist kein direkter Beweis für „Frühjahrsmüdigkeit“, zeigt aber: Licht kann messbar auf Botenstoffsysteme wirken.
Ein weiterer typischer Auslöser ist das wechselhafte Wetter. Morgens noch kühl, mittags fast sommerlich. Solche Temperatursprünge sind im Frühling keine Seltenheit. Unser Körper reagiert darauf, indem er die Blutgefäße erweitert oder verengt, um die Temperatur zu regulieren. Das kann den Kreislauf ordentlich beanspruchen. Vor allem Menschen mit niedrigem Blutdruck spüren diese Veränderungen deutlich: Sie fühlen sich schneller schlapp, bekommen Kopfschmerzen oder haben Konzentrationsprobleme. Der Körper arbeitet quasi im Hintergrund auf Hochtouren, während wir uns gleichzeitig ausgelaugt fühlen. Reviews beschreiben, wie Temperaturwechsel über Gefäßweite, Aktivität und andere Faktoren den Kreislauf beeinflussen, was im Frühling als „schlapp“ wahrgenommen werden kann, besonders bei niedrigem Blutdruck.
Was hilft? Vor allem Tageslicht am Morgen (am besten draußen), regelmäßige Schlafzeiten und Bewegung. All das stabilisiert die innere Uhr und bringt den Kreislauf in Schwung. Und: Geben Sie sich ein paar Tage, bei den meisten pendelt sich das System im Frühling von selbst wieder ein.
Über die Autorin:
"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.
Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

Ich greife heute ein Thema aus der aktuellen OM&Ernährung auf, in der eindrücklich dazu geraten wird, auf die Qualität von Omega-3-Kapseln zu achten. Das war bereits in der Low Carb-Gemeinschaft in den vergangenen Jahren ein großes Thema, so dass einige Low Carb-Ärzte sogar komplett abgeraten hatten, noch weiterhin Omega-3-Kapseln zu nehmen, da viele Produkte bereits oxidiert sind. Ich kannte damals schon das Thema EPAX und TOTOX und hatte eine etwas differenzierte Meinung. Doch das Thema kam kürzlich in einem meiner Beratungstermine auf und ich bemerkte, dass dieses Thema noch nicht allgemeines Wissen ist. Also schauen wir uns die Sachlage einmal genau an.
Die Omega-3-Fettsäuren sind, wie die Omega-6-Fettsäuren, mehrfach ungesättigt. Das bedeutet, sie besitzen mehr als eine sogenannte Doppelbindung und das wiederum bedeutet, sie reagieren sehr gern im Rahmen einer chemischen Reaktion. Vielleicht erinnern Sie sich, wenn man in der Chemie-Klausur den Ablauf einer Reaktion beschreiben sollte, dann suchte man gern nach solchen Doppelbindungen. Dieses chemische Detail ist insofern wichtig, weil diese Moleküle gern mit Sauerstoff reagieren und das ist genau das Problem von beiden Arten von Fettsäuren. Daher sollte man die auch auf keinen Fall erhitzen, da dass aus chemischer Sicht eine zusätzliche Startenergie liefert, welche die Reaktion wahrscheinlicher macht. Olivenöl, als Gegenbeispiel, besteht zum größten Teil aus der sogenannten Ölsäure und diese besitzt nur eine Doppelbindung, daher nennt man diese Fettsäure auch einfach ungesättigt. Und selbst diese sollte man nicht zu stark erhitzen. Doch kommen wir zurück zum Fischöl. Betrachtet man die Analyse einer Studie aus dem Jahr 2015, dann versteht man, warum einige Ärzte vor dem Verzehr von Omega-3-Kapseln gewarnt haben:

In der Grafik sehen Sie, dass alle überprüften Produkte (in Summe waren es 171 verschiedene Produkte, die man ganz normal im Laden kaufen konnte) in der Gesamtbetrachtung einen TOTOX-Wert von über 30 auswiesen, wobei Kinderprodukte (children’s product) und Fischöl in Flaschen (bulk oil) besonders hohe Werte auswiesen. Der geringste TOTOX-Wert fand sich in der Untergruppe, wo das Fischöl in Kapseln und ohne hinzugefügte Geschmacksstoffe hergestellt wurde.
Warum ist mir das so wichtig? Weil wir heutzutage auf diese Fischölkapseln angewiesen sind, da man keinen Seefisch mehr essen sollte. Dieser ist leider sehr hoch mit Schwermetallen und vor allem Quecksilber belastet.
Was nehmen wir mit?
Beim Kauf von Omega-3-Kapseln unbedingt auf die Qualität achten. Der TOTOX-Wert sollte ausgewiesen sein, ansonsten vor dem Kauf danach fragen. Und der TOTOX-Wert sollte bei dem Wert 10 oder niedriger liegen. Zudem sollten die Öle von Schwermetallen gereinigt sein und auch das sollte per Laboruntersuchung ausgewiesen sein. Die Omega-3-Kapseln hier im Shop wurden mittels dem EPAX-Herstellungsverfahren hergestellt, sind von Schwermetallen gereinigt und besitzen einen TOTOX-Wert von 10.
Quellen:
OM&Ernährung Nummer 193, 2025
Oxidation levels of North American over-the-counter n-3 (omega-3) supplements and the influence of supplement formulation and delivery form on evaluating oxidative safety, George Jackowski et al., 2015, DOI: 10.1017/jns.2015.21
Über den Autor:
“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:
"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”

Es gab mehrere Nachfragen zur News „Optimales Fasten: Kein Eiweißshake und auch kein Bulletproof Kaffee“ vom 25.01.2025. Der Grund ist verständlich. Herr Dr. Strunz rät seit Jahren immer wieder zu Proteinshakes während des „Fastens“, obwohl dadurch nachweislich der Insulinspiegel steigt, nicht aber der Blutzuckerspiegel. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Entscheidend ist jedoch die Frage welches Ziel mit dem Fasten verfolgt wird. Auch entscheidend sind die Ziele der Studien, die können ebenfalls sehr unterschiedlich sein, auch wenn sie sich alle um das Thema Autophagie drehen.
Autophagie ist ein fundamentaler biologischer Prozess. Zellen bauen beschädigte Bestandteile ab und verwerten sie neu. Alte Proteine werden zerlegt defekte Zellorganellen recycelt. Das hält Zellen funktionstüchtig, schützt vor vorzeitiger Alterung und spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention vieler chronischer Erkrankungen. Ohne Autophagie gäbe es keine echte Zellpflege.
Zwischen an und aus gibt es viele Stufen
Autophagie funktioniert nicht wie ein Lichtschalter. Sie ist nicht einfach an oder aus. Sie kann schwach moderat oder sehr intensiv ablaufen. Genau hier beginnt das Missverständnis vieler Diskussionen. In manchen Situationen läuft Autophagie auf Sparflamme in anderen auf Hochtouren. Entscheidend ist die Intensität nicht das bloße Vorhandensein.
Unterschiedliche Gewebe unterschiedliche Autophagie
Hinzu kommt, dass Autophagie nicht in allen Geweben gleich stark abläuft. In der Leber kann sie deutlich aktiver sein als in der Muskulatur oder umgekehrt. Viele Studien messen Autophagie nur in bestimmten Zelltypen zum Beispiel in Immunzellen im Blut. Das erlaubt keine direkten Rückschlüsse auf Muskel oder Lebergewebe. Unterschiedliche Messorte führen zwangsläufig zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Fasten, Training und Ernährung greifen ineinander
Fasten ist ein starker Stimulus für Autophagie aber nicht der einzige. Auch Ausdauertraining und Krafttraining aktivieren dieses Reparaturprogramm. Muskelarbeit erzeugt gezielten Stress der Anpassungs- und Reparaturprozesse anstößt. Zusätzlich beeinflussen die langfristigen Ernährungsgewohnheiten wie stark Autophagie überhaupt aktiviert werden kann. Ein metabolisch flexibler Körper reagiert anders als ein dauerhaft überernährter.
Warum Studien scheinbar widersprechen
Es gibt viele Studien zur Autophagie aber keine einheitliche Methodik. Eine Studie mit dem Titel High protein does not change autophagy in human PBMCs after 1 hour untersuchte Personen nach zwölf Stunden Fasten und anschließendem Konsum eines Proteinshakes mit 35 Gramm Protein. Es zeigte sich keine Veränderung der gemessenen Autophagie. Wahrscheinlich wurde hier eine nur mäßige Autophagie erfasst, die durch Protein nicht weiter beeinflusst wurde.
Andere Studien zeigen, dass wirklich intensive Autophagie erst nach etwa 24 Stunden Fasten einsetzt. In einer weiteren Studie wurde herausgefunden, dass nach 30 Tagen intermittierendem Fasten mit täglichen Fastenzeiten von 17 bis 19 Stunden bei jungen gesunden Männern eine deutlich gesteigerte Autophagie vorlag. Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass übertriebenes oder schlecht angepasstes Fasten zu einer zu starken Autophagie führen kann mit negativen Folgen wie Muskelabbau, Nährstoffmangel und im Extremfall Zellschädigung.
Was bedeutet das für den Alltag
Quellen:
Singh S, Fourrier C, Hattersley KJ, Hein LK, Gore J, Martin A, Dang LV, King B, Protzman RA, Trim PJ, Heilbronn LK, Bensalem J, Sargeant TJ. High protein does not change autophagy in human PBMCs after 1 hour. JCI Insight. 2025 Jul 15;10(16):e188845.
Erlangga Z, Khosandam Ghashang S, Hamdan I, Melk A, Gutenbrunner C, Nugraha B. The effect of prolonged intermittent fasting on autophagy, inflammasome and senescence genes expressions: an exploratory study in healthy young males. Hum Nutr Metab. 2023;32:200189.
Shabkhizan R, Haiaty S, Moslehian MS, et al. The Beneficial and Adverse Effects of Autophagic Response to Caloric Restriction and Fasting. Adv Nutr. 2023;14(5):1211-1225.
Über die Autorin:
"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.
Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:
„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"

Jedes Jahr dasselbe.
Die Sonne scheint. Die Tage werden länger. Die Natur explodiert vor Energie.
Und wir? Fühlen uns müde. Schlapp. Antriebslos. Irgendwie nicht ganz da.
Frühjahrsmüdigkeit. Jeder kennt das Wort. Kaum jemand kennt die Antwort.
Zunächst die unbequeme Wahrheit.
„Frühjahrsmüdigkeit" ist kein medizinisches Krankheitsbild. Es gibt keine Biomarker, keine Diagnosekriterien, keine ICD-Nummer. Systematische Studien, die das Phänomen als eigenständige biologische Störung belegen, existieren kaum.
Und trotzdem berichten jedes Jahr Millionen Menschen über dieselben Symptome.
Das allein verdient Aufmerksamkeit.
Was steckt dahinter?
Der menschliche Organismus ist ein Lichtwesen. Unsere innere Uhr reagiert hochsensibel auf Veränderungen im Tageslicht. Mit dem Übergang vom Winter zum Frühling verändert sich alles gleichzeitig:
Mehr Licht. Höhere Serotoninaktivität. Kürzere Nächte. Veränderte Melatoninproduktion. Steigende Temperaturen. Gefäßweitstellung. Leichter Blutdruckabfall.
Diese Umstellungsprozesse sind nicht kostenlos. Der Körper reorganisiert seine Chronobiologie – und jede Reorganisation kostet Energie. Chronobiologische Modelle zeigen: Abrupte Änderungen im Licht-Dunkel-Rhythmus haben messbare Effekte auf Stimmung, Vigilanz und Kreislauf.
Mit anderen Worten: Ihr Körper arbeitet. Sie nehmen es nur als Müdigkeit wahr.
Das verzögerte Winterdefizit.
Ein weiterer Faktor, den ich für besonders unterschätzt halte: Vitamin D.
In unseren Breitengraden sinkt der Spiegel über den Winter deutlich ab. Viele starten mit einem suboptimalen Status ins Frühjahr. Vitamin D moduliert nicht nur Knochen – es reguliert Immunfunktion, Entzündungsprozesse und neurobiologische Systeme, die direkt mit Energie und Stimmung verknüpft sind.
Das Tückische: Die Symptome des Mangels werden oft erst dann spürbar, wenn Aktivität und Außenreize wieder steigen. Der Organismus soll hochfahren – hat aber nicht die metabolischen Voraussetzungen dafür.
Das fühlt sich an wie Antriebslosigkeit im Sonnenschein.
Müdigkeit ist fast immer multifaktoriell.
Neuere Fatigue-Forschung ist eindeutig: Erschöpfung entsteht aus dem Zusammenspiel von Schlafqualität, Stressbelastung, mentaler Daueraktivierung und neuroendokriner Regulation. Nicht aus einer einzigen Ursache.
Der Frühling ist dabei kein Auslöser. Er ist ein Verstärker.
Mehr Licht. Mehr Erwartungen. Mehr Aktivität. Mehr Vergleich. Mehr Tempo. Wenn der Winter schon erschöpfend war – beruflich, emotional, metabolisch – dann wird der Frühling nicht automatisch zum Energiebooster. Er legt nur offen, was im System ohnehin vorhanden ist.
Die eigentliche Frage.
Nicht: Gibt es Frühjahrsmüdigkeit?
Sondern: Was sagt mir mein Körper gerade?
Ist es die Licht-Umstellung? Schlafmangel? Vitamin-D-Defizit? Chronische mentale Überlastung?
Der Frühling ist kein Energieschalter. Er ist ein Spiegel. Er zeigt, wie gut Ihr System reguliert ist.
Und genau das ist die Chance.
Denn Regulation ist trainierbar.
Bewegung im Tageslicht. Stabiler Schlafrhythmus. Vitamin-D-Check. Kreislauftraining. Stressreduktion. Muskelarbeit.
Nicht gegen die Müdigkeit kämpfen. Das System stärken.
Dann wird aus Frühjahrsmüdigkeit etwas anderes: ein biologischer Reset.
Referenzen
Über den Autor:
Dr. Matthias Wittfoth macht Hirnforschung spürbar: Als Neurowissenschaftler, Diplom Psychologe und CEO der Dr. Wittfoth Longevity GmbH synchronisiert er Gehirn, Körper und Bewusstsein für messbar mehr Lebensjahre in Vitalität.
Seine drei Power-Hebel
Dr. Wittfoth coacht Vorstände bei BCG & Co., interviewte in seinen Podcasts Inside Brains, Der Atemcode und Matthias X inspirierende Forscher, Künstler und Biohacking-Legenden. Ab Q4 2025 liefert sein neues Format einzigartige Impulse, die man nicht nur versteht, sondern sofort im eigenen Körper erlebt.
Mission: Klarer denken. Tiefer fühlen. Länger leben. – Und genau das erwartet Sie in seinen News.

Stellen Sie sich vor, Ihr Körper ist ein Orchester. Die Gene sind die Noten, aber die Epigenetik ist der Dirigent. Sie entscheidet, welche Noten gespielt werden und welche nicht. Und jetzt kommt der Clou: Ihre Gedanken, Ihre Emotionen, Ihre Archetypen sind die Partitur, nach der der Dirigent arbeitet.
C.G. Jung hat uns gelehrt, dass Archetypen – universelle Urbilder wie der Held, die Mutter, der Weise – in unserem Unbewussten schlummern. Sie sind wie Programme, die unser Verhalten steuern. Die moderne Wissenschaft zeigt nun, dass diese inneren Bilder tatsächlich unsere Biologie beeinflussen können. Das nennt man Epigenetik.
Wie funktioniert das?
Jede Emotion, jeder Gedanke sendet chemische Signale an Ihre Zellen. Diese Signale können Gene an- oder abschalten. Wenn Sie sich ständig als Opfer sehen, aktiviert Ihr Körper Stressgene. Wenn Sie sich als Held sehen, aktivieren Sie Gene, die Wachstum und Heilung fördern. Ihre Archetypen sind also nicht nur psychologische Konzepte – sie sind biologische Schalter.
Was bedeutet das für Sie?
P.S.: Diese News, diese glücklichen, weitreichenden Ideen verdanke ich meinem Sohnemann, einem Dr. U. G. Strunz, der sich mit Archetypen ausführlich in seinem vierten Buch beschäftigt. Es erscheint 2027.