Sobald die Temperaturen sinken, landet bei vielen Ingwer in der Tasse: ein Stück Wurzel, heißes Wasser, ein Spritzer Zitrone oder etwas Orange – und das Hausmittel ist fertig. Dabei ist Ingwer längst mehr als ein wärmender Tee. Heute begegnet man ihm auch als Shot, in Kapseln oder als Bonbon.
Und er ist keineswegs eine moderne „Superfood“-Entdeckung: Schon in der Antike wurde die Wurzel als Gewürz und Heilmittel beschrieben. Besonders gut belegt ist das in der römischen Kaiserzeit: Der Arzt Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) erwähnt Ingwer in seiner berühmten Arzneimittelkunde De materia medica und schreibt ihm unter anderem eine wärmende und verdauungsfördernde Wirkung zu. Auch römische Naturkundler wie Plinius der Ältere erwähnen die Heilpflanze. Damit gehört Ingwer zu den Pflanzenstoffen, die schon vor fast 2000 Jahren in Europa bekannt und genutzt wurden.
Viele traditionelle Wirkungen, etwa bei Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden, lassen sich heute durch moderne pharmakologische Erkenntnisse und klinische Studien deutlich besser erklären. Und deswegen wurde Ingwer jetzt zur „Arzneipflanze des Jahres 2026“ gewählt.
Arzneilich verwendet wird das Rhizom, die Ingwerknolle bzw. Wurzel. Es enthält eine Vielzahl bioaktiver Substanzen. Besonders relevant sind Gingerole (v. a. 6-Gingerol), die in frischem Ingwer vorkommen sowie Shogaole, die bei Trocknung und Erhitzung entstehen. Daneben enthält die Wurzel eine Reihe weiterer phenolischer Verbindungen sowie ätherische Öle. Die Gingerole und Shogaole gelten als Hauptträger der pharmakologischen Wirkungen.
Ingwer wird seit jeher in der traditionellen Heilkunde bei Verdauungsbeschwerden genutzt. Mehrere Studien und Übersichtsarbeiten zeigen, dass Ingwer tatsächlich Übelkeit reduzieren kann. Diese antiemetische Wirkung ist die am häufigsten klinisch geprüfte Anwendung. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind in präklinischen Modellen detailliert beschrieben. Diskutiert werden karminative Effekte (gegen Blähungen), leichte spasmolytische Effekte (gegen Krämpfe) sowie ein Einfluss auf Sekretion und Motilität im oberen Gastrointestinaltrakt.
Ingwer wirkt bei Übelkeit und Verdauungsbeschwerden vermutlich über eine Kombination mehrerer Mechanismen: Zum einen beeinflusst er Serotonin-Rezeptoren, insbesondere den 5-HT3-Rezeptor, im Magen-Darm-Trakt und kann dadurch übelkeitsauslösende Signale abschwächen. Zum anderen moduliert Ingwer die Magenmotilität, indem er die Magenentleerung unterstützt und insgesamt zu einer Art „Magenberuhigung“ beiträgt. Zusätzlich werden teilweise auch zentralnervöse Effekte diskutiert, also Wirkungen im Nervensystem, die jedoch nicht in allen Studien gleich stark nachweisbar sind.
Ingwer wirkt darüber hinaus auch stark antientzündlich. Gingerole und Shogaole können proinflammatorische Signalwege (z. B. COX/LOX-assoziierte Prozesse; also weniger „Entzündungsmediatoren“) hemmen und gegen freie Radikale wirken.
In präklinischen Studien (Zellkulturen und Tiermodellen) zeigen 6-Gingerol und 6-Shogaol, dass sie die Degranulation von Mastzellen verringern können. Mastzellen spielen eine zentrale Rolle bei allergieähnlichen Reaktionen; sie setzen dabei unter anderem Histamin frei.
Auch in einem Tiermodell zur allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) zeigte Ingwer positive Effekte: Die Symptome nahmen ab, und es fanden sich Hinweise auf weniger Mastzellaktivität und niedrigere allergische Entzündungsmarker.
Die Daten stammen zwar überwiegend aus präklinischen Studien, aber die Mechanismen sind biologisch plausibel und decken sich mit meiner eigenen Praxiserfahrung.
Für die klassische Indikation „Erkältung“ ist Ingwer vorrangig symptomatisch sinnvoll (Wärme, Reiz-/Wohlgefühl im Hals, subjektive Besserung). Eine klare „antivirale“ Wirkung im klinischen Sinne ist nicht das Hauptargument in wissenschaftlichen Empfehlungen.
Ingwer ist insgesamt gut verträglich, häufige unerwünschte Wirkungen sind vor allem bei extrem hohen Dosen:
Wichtig: Wer blutgerinnungshemmende Medikamente nimmt, sollte höhere Ingwer-Dosen (v. a. hochdosierte Präparate) ärztlich abklären. In der Schwangerschaft wird Ingwer teils eingesetzt, aber die Dosierung sollte besonders vorsichtig gewählt und im Zweifel medizinisch besprochen werden.
Pázmándi K, Szöllősi AG, Fekete T. The "root" causes behind the anti-inflammatory actions of ginger compounds in immune cells. Front Immunol. 2024 Jun 28;15:1400956. doi: 10.3389/fimmu.2024.1400956. PMID: 39007134; PMCID: PMC11239339.
Über die Autorin:
"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.
Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit in den USA: In „Nutrition“, unserem Ernährungsunterricht, haben wir die damals gültigen Empfehlungen auswendig lernen müssen. Das war in den 1980er Jahren, also noch deutlich vor der Einführung der ersten „Food Guide Pyramid“ – der ersten Ernährungspyramide in den 1990er Jahren.
In den vergangenen 15 Jahren galt jedoch „MyPlate“ statt Ernährungspyramide. Dieser Teller mit Obst, Gemüse, Getreide und Protein war das Symbol moderner Ernährungspolitik. Er war in 4 Bereiche aufgeteilt, dazu kam ein Glas:
Doch Anfang Januar 2026 ist etwas passiert, das viele – auch mich - überrascht hat:
Die US-Regierung hat wieder eine Ernährungspyramide eingeführt, allerdings mit stark veränderten Schwerpunkten im Vergleich zur Pyramide der 1990er Jahre.
Dazu muss man wissen, dass die USA alle fünf Jahre offizielle Ernährungsempfehlungen veröffentlichen, die „Dietary Guidelines for Americans“. Diese beeinflussen nicht nur private Essgewohnheiten, sondern vor allem auch:
Mit anderen Worten: Was dort steht, hat Gewicht. Es landet früher oder später in vielen Kantinen und Einkaufslisten.
Die auffälligste Änderung der neuen Pyramide ist vor allem optisch: Es ist eine umgedrehte Pyramide, bei der die bisherige Basis (Getreide) deutlich zurücktritt und stattdessen Protein, Milchprodukte und gesunde Fette prominenter werden.
Die Kernaussage lautet:
„Eat real food“ – „Esst echte Lebensmittel“.
Was bedeutet das konkret?
Die neuen Guidelines betonen Protein deutlich stärker als frühere Versionen, inklusive tierischer Quellen wie (rotes) Fleisch, Fisch, Eier. Die empfohlene Menge wird mit 1,2 bis 1,6 g Protein/kg Körpergewicht täglich angegeben.
Eine besonders kontroverse Änderung: Die Pyramide empfiehlt mehrere Portionen Vollfett-Milchprodukte täglich.
Obst und Gemüse bleiben ein zentraler Baustein: Sie sollen möglichst häufig und vielfältig auf dem Speiseplan stehen, am besten „bunt gemischt“.
Eine deutlich reduzierte Aufnahme von zugesetztem Zucker und weniger hochverarbeiteten Kohlenhydraten wird empfohlen.
In früheren Modellen waren Brot, Reis, Pasta & Co. die Hauptbasis. In der neuen Pyramide schrumpft dieser Bereich deutlich und wird eher als Ergänzung gesehen bevorzugt in Form von Vollkorn.
Die Guidelines betonen Fette aus möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln (z. B. Nüsse, Samen, Avocado, Fisch) und empfehlen außerdem Öle mit essenziellen Fettsäuren, etwa Olivenöl. Gesättigte Fette sollen „in der Regel“ 10 % der gesamten Tageskalorien nicht überschreiten.
Die neue US-Ernährungspyramide signalisiert somit einen deutlichen Kurswechsel weg vom ehemaligem getreidelastigen Fundament hin zu einem starken Fokus auf Protein, Milchprodukte.
Wenn wir die neue US-Pyramide mit den aktuellen deutschen Empfehlungen vergleichen, fällt erst mal auf: Beide wollen weg von stark verarbeiteten Lebensmitteln und setzen auf viel Obst und Gemüse.
Doch dann trennen sich die Wege: In den USA steht Protein nun ganz oben auf der Prioritätenliste, und auch bei Fetten ist der Ton deutlich entspannter.
Die DGE setzt seit vielen Jahren auf überwiegend pflanzlich, mit Vollkorn, Hülsenfrüchten und Gemüse als tragender Basis.
Das ist der blinde Fleck der DGE: Sie predigt Pflanzen als Fundament und unterschätzt aber, wie sehr ausreichendes, tierisches hochwertiges Protein für Energie, Hormone, Muskeln und Immunsystem zum Fundament dazugehört.
Quelle:
www.realfood.gov
www.dge.de
www.bzfe.de
Über die Autorin:
"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.
Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

Vergesslich, verwirrt, ständig verlegt man Dinge – ist das schon Alzheimer? Mehr als jeder zweite Deutsche fürchtet sich Umfragen zufolge vor der Demenzerkrankung; diverse Bluttests versprechen heute eine Früherkennung der gefürchteten Krankheit, indem sie z.B. Biomarker wie Peptide aus den typischen Ablagerungen im Gehirn (Beta-Amyloid-Plaques) oder chemisch veränderte TAU-Proteine erfassen. Ein positives Testergebnis ist für Betroffene meist schwer zu verkraften.
Aber schickt wirklich nur ein erkranktes Gehirn solche SOS-Signale ins Blut, oder können nicht auch andere Erkrankungen wie etwa eine gestörte Nierenfunktion diese Testergebnisse beeinflussen? Falls ja – können solche Nierenprobleme auch Demenzleiden fördern? Diese spannenden Fragen hat gerade eine Arbeitsgruppe um Altersmedizinerin Francesca Gasparini vom Karolinska-Institutet in Solna (Schweden) in einer viel beachteten Langzeit-Studie untersucht. Publiziert wurde die Arbeit in „Neurology“, der Publikation der „American Academy of Neurology“.
Die Studie basierte auf den Gesundheitsdaten der „Swedish National Study on Aging and Care in Kungsholmen“, einer bevölkerungsbasierten Langzeitstudie. In die Analyse einbezogen wurden die klinischen Daten von 2.279 Menschen (Durchschnittsalter: 72 Jahre), die zu Beginn der Studie nicht an einer Demenz litten und sich einer gründlichen medizinischen Untersuchung, einer Erfassung ihrer kognitiven Funktionen sowie speziellen Bluttests unterzogen hatten. Letztere umfassten auch die Messung der Nierenwerte sowie verschiedene Alzheimer-Biomarker wie Tau-und Amyloid-beta-Proteine, Neurofilament-Leichtketten (NFL) und saures Gliafaserprotein (GFAP).
In der achtjährigen Nachbeobachtungszeit entwickelten von den 1.722 nierengesunden Probanden 221 Menschen eine Demenz, von den 557 Probanden mit einer eingeschränkten Nierenfunktion waren es 141 Personen. Die Forscher stellten fest, dass Studienteilnehmer mit vorhandener Nierenschwäche häufiger höhere Spiegel der getesteten Alzheimer-Biomarker im Blut, darunter p-tau217, aufwiesen. Sprich: Sie hatten häufiger positive Demenztests. Dennoch schien der Studie zufolge ein Nierenleiden alleine nicht das generelle Demenzrisiko zu erhöhen. Zwar scheine sich unter den Probanden mit erhöhten Blutwerten des Biomarkers NFL die Entwicklung einer – möglicherweise bereits latent vorliegenden - Demenz zu beschleunigen, nicht aber der Auslöser dafür zu sein, wie die Forscher in einer Presseerklärung des Karolinska-Institutets anmerken.
Fazit der Forscher (und Appell an die Ärzte): Bei auffälligen Werten von Alzheimer-Biomarkern im Blut älterer Patienten sollte immer auch der Gesundheitszustand der Nieren mit überprüft werden.
Mein Senf dazu: Wer nicht gerade Nierensteine hat, bemerkt es oft lange nicht, wenn seine Nieren schwächeln. Erst wenn sich u.a. Ödeme (Gesicht, Beine) oder Bluthochdruck (kann Ursache oder Folge kranker Nieren sein) einstellen, finden die vernachlässigten Filterorgane meist Beachtung. Testen lässt sich die Nierenfitness u.a. mit dem GFR-Test (Glomuläre Filtrationsrate). Der Bluttest – ein Standardtest in Arztpraxen – gibt an, wie gut die Nieren noch filtern können.
Was Sie sonst noch für die Gesundheit tun können (z.B. Insulinresistenz vermeiden, Lebensstil rebooten), lesen Sie hier:
https://www.strunz.com/news/spaeterkennung.html
Quellen:
Gasparini F, Valletta M, Vetrano DL, Beridze G, Rizzuto D, Calderón-Larrañaga A, Fredolini C, Dale M, Winblad B, Fratiglioni L, Grande G. Kidney Function, Alzheimer Disease Blood Biomarkers, and Dementia Risk in Community-Dwelling Older Adults. Neurology. 2026 Jan 13;106(1):e214446. doi: 10.1212/WNL.0000000000214446. Epub 2025 Dec 3. PMID: 41337685
https://news.ki.se/kidney-health-affects-alzheimers-blood-biomarkers-but-not-dementia-risk
https://www.sciencedaily.com/releases/2025/12/251205045845.htm
https://www.aerzteblatt.de/news/deutsche-haben-laut-umfrage-am-meisten-angst-vor-krebs-und-demenz-733d7b4f-ae8f-4752-96f1-54585d93adb1
Über die Autorin:
Marion Meiners ist ausgebildete Verlagskauffrau und Journalistin und arbeitete viele Jahre für Zeitschriften als Redakteurin für Gesundheit und Ernährung. Zusammen mit Labor-Professor Hans-Peter Seelig schrieb sie das Buch „Laborwerte klar und verständlich“.
Ihre Begeisterung für Medizinthemen entdeckte sie in frühen Berufsjahren, nachdem ihr eine Verwandte einen Pschyrembel schenkte. Seither heißt ihr digitales „Wohnzimmer“ PubMed und die Faszination für die Ursachen-Fahndung bei Krankheiten sowie die Effekte von Ernährung und Lebensstil auf die Gesundheit hält an.
Das sagt sie über ihre Tätigkeit:
„Alles hängt mit allem zusammen im Körper. Das ist leider in unserer „Schubladen“-Medizin noch nicht so ganz angekommen. Ein Nährstoffmangel kann etwa ebenso fatale Auswirkung auf alle Organsysteme haben wie z.B. ein kranker Zahn. Umgekehrt kann schon eine veränderte Zusammenstellung der Makro-oder Mikronährstoffe in der Ernährung gigantische therapeutische Effekte entfalten. Welche, und wie gut belegt diese sind – darüber möchte ich informieren.“

Es wurde schon viel über Glycin geschrieben, doch das Team um Andrea Maier hat im Jahr 2024 in Summe 52 Interventionsstudien analysiert, in denen man entweder gesunden Teilnehmern oder bereits erkrankten Teilnehmern Glycin in verschiedenen Dosen über einen Zeitraum von zwei Wochen bis hin zu vier Monaten gegeben hat. Herausgekommen ist diese schöne Übersicht:

Dabei sind die positiven Effekte grün dargestellt und die negativen rot, wobei ich auf den Gesamtcholesterinwert (Total cholesterol) direkt zu sprechen kommen möchte: Wenn wir metabolisch gesund sind, dann liegt unser Gesamtcholesterinwert bei gesunden 230 mg/dl (siehe meine News: https://www.strunz.com/news/ich-liebe-mein-cholesterin.html). Metabolisch gesund erkennt man an der Qualität des Cholesterins. Hohes HDL, niedrige Triglyceride und einen normalen Insulinwert von unter 6 mIE/ml.
Schauen wir uns nun die positiven Entwicklungen an, die von den Teilnehmern der Studien berichtet wurden: Weniger Erschöpfung, weniger Müdigkeit über den Tag, eine bessere Wahrnehmung bzw. einen klareren Kopf. Die Insulinsensitivität verbessert sich, infolge dessen erhöht sich der Glukagonwert. Unser Spiegel an Wachstumshormon erhöht sich. Der Blutdruck wird besser, HbA1c, sprich der Langzeitblutzucker, wird besser. Die Teilnehmer hatten mehr Kraft in der Hand, Probleme mit der Prostata oder einer sich ständig meldenden Blase besserten sich. Zudem melden die Teilnehmer einen besseren Schlaf. Bei Teilnehmern mit Schizophrenie besserten sich die Symptome. Die Folgen eines Schlaganfalls besserten sich.
In Summe waren das so viele positive Funde, dass ich mir dachte: Ich muss dazu eine News schreiben, da ich weiß, dass einige Leser, die mich kontaktieren, über einen schlechten Schlaf klagen und da kann man 2-3 g Glycin am Abend 30 Min vor dem Bettgehen einfach mal ausprobieren über einen Zeitraum von 2-3 Wochen und schauen, ob das besser wird.
Eine biochemische Erklärung findet sich in der Entgiftungskapazität von Glycin. Denn Glycin ist eine von drei Aminosäuren, die der menschliche Körper benötigt, um Glutathion herzustellen, unser Meisterentgiftungsmolekül für viele Gifte wie auch Schwermetalle. Zudem unterstützt Glycin direkt die Phase-1-Entgiftung im Körper und zusammen mit NAC verabreicht, reduzieren diese beiden Aminosäuren nachweislich oxidativen Stress im Körper. Doch bei NAC von mir nochmals der Hinweis. Man sollte NAC getrennt von den Mahlzeiten und nicht dauerhaft einnehmen, da NAC auch den Schleim der Darmschleimhaut flüssiger werden lässt. Daher NAC besser nur immer mal einnehmen und nicht täglich dauerhaft über Monate zur Vorsorge.
Was nehmen wir mit?
Für alle Leser, die mit Schlafproblemen oder einigen anderen Problemen, die in der News angeschnitten wurden, zu kämpfen haben: Einfach mal Glycin am Abend vor dem Zubettgehen ausprobieren. Einige benutzen diese Aminosäure auch zum Süßen, da sie recht süß schmeckt, ganz ohne Zucker.
Quelle: The effect of glycine administration on the characteristics of physiological systems in human adults: A systematic review, Andrea B. Maier et al.,2024, DOI: 10.1007/s11357-023-00970-8
Über den Autor:
“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:
"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”

Ein spezielles Enzym verwandelt das Speicherhormon T4 in das aktive Schilddrüsenhormon T3. Es heißt Typ2 Deiodinase, kurz DIO2. Erst T3 lässt jede Zelle wirklich aufwachen. Ohne diesen Schritt bleiben Stoffwechsel und Energie wie im Halbschlaf. Die Umwandlung von T4 zu T3 geschieht nicht nur in der Schilddrüse. Es passiert in Gehirn, Skelettmuskel, Fettgewebe, Herz, Leber und sogar in der Plazenta. Ein universelles Aktivierungswerkzeug also. Tragisch nur, dass gerade dieser Prozess empfindlich auf Mangel reagiert. Genauer gesagt auf einen Selenmangel.
Warum DIO2 so entscheidend ist
DIO2 ist ein Enzym. Enzyme bestehen aus Proteinen und brauchen oft ein kleines Extra um zu funktionieren. Bei DIO2 ist dieses Extra Selen. Tier- und Humanstudien zeigen klar, dass fortschreitender Selenmangel die Aktivität selenabhängiger Deiodinasen mindert. Damit sinkt die Fähigkeit T4 in T3 umzuwandeln. Laborarbeiten an Ratten zeigen reduzierte Deiodinaseaktivitäten in mehreren Organen. Besonders sensibel reagieren Schilddrüse sowie Arme und Beine von Föten und Neugeborenen. Wer also zu wenig Selen hat, riskiert eine träge Schilddrüsenachse, selbst wenn die klassischen Blutwerte noch halbwegs gut aussehen. Deiodinase Aktivität gilt inzwischen sogar als Marker für die Schwere eines Selenmangels.
Unbedingt Selen messen lassen
Selenmangel ist kein Randphänomen. Viele Menschen nehmen schlicht zu wenig davon auf. Das ist vermeidbar. Regelmäßig messen lassen und bei Mangel – selbst bei leichtem Mangel oder Werten im unteren Normbereich – gezielt auffüllen. Diese Korrektur verbessert die Aktivität der Deiodinasen. Damit läuft die T4 zu T3 Aktivierung wieder im natürlichen Rhythmus. Steigert Energie, Stoffwechsel, Stimmung und sogar Wärmegefühl. Ein winziger Mikronährstoff mit enormer Hebelwirkung.
Wie der Lebensstil DIO2 beeinflusst
DIO2 reagiert überraschend sensibel auf Umwelt und Verhalten. Der Körper passt seine Hormonaktivierung an Stress, Kälte, Bewegung und Ernährung an. Mehrere Faktoren steigern die DIO2 Aktivität und damit die lokale T3 Produktion in Muskel und Fettgewebe.
Es gibt allerdings auch Situationen in denen DIO2 herunterfährt. Kurzzeitfasten oder ein sehr niedriger Insulinspiegel wie er bei strenger ketogener Ernährung auftreten kann senken in Tiermodellen die DIO2 Aktivität in manchen Geweben. Solange fT3, fT4 und TSH im Normbereich bleiben sowie keine Symptome entstehen ist dieser Zustand jedoch unproblematisch. Der Körper stellt sich lediglich auf ein sparsameres Energiemanagement ein.
Quellen: Bates JM, Spate VL, Morris JS, St Germain DL, Galton VA. Effects of selenium deficiency on tissue selenium content, deiodinase activity, and thyroid hormone economy in the rat during development. Endocrinology. 2000 Jul;141(7):2490-500. doi: 10.1210/endo.141.7.7571. PMID: 10875250.Bocco BM, Louzada RA, Silvestre DH, Santos MC, Anne-Palmer E, Rangel IF, Abdalla S, Ferreira AC, Ribeiro MO, Gereben B, Carvalho DP, Bianco AC, Werneck-de-Castro JP. Thyroid hormone activation by type 2 deiodinase mediates exercise-induced peroxisome proliferator-activated receptor-γ coactivator-1α expression in skeletal muscle. J Physiol. 2016 Sep 15;594(18):5255-69. doi: 10.1113/JP272440. Epub 2016 Aug 18. PMID: 27302464; PMCID: PMC5023700.
Bradley D, Liu J, Blaszczak A, et al. Adipocyte DIO2 Expression Increases in Human Obesity but Is Not Related to Systemic Insulin Sensitivity. J Diabetes Res. 2018;2018:2464652. Published 2018 Jul 15. doi:10.1155/2018/2464652
Über die Autorin:
"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.
Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:
„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"

Wer Spitzenleistungen erbringen will, ist neben der trainingswissenschaftlichen Infrastruktur und Betreuung auch abhängig von seinem sozialen Umfeld. Ist das eine Überraschung? Wir werden es sehen …
Wie ist das denn bei Ihnen? Wenn Sie sich anderen Aufgaben stellen und sich neue Ziele setzen? Aber auf dem Weg dahin keine Rückendeckung erfahren? Wenn Sie wissen, dass Ihre Freunde, Ihre Familie oder noch besser, Ihr Partner, das Vorhaben nicht unterstützt?
Diesen Zusammenhang hat kürzlich eine Querschnittsstudie der Universität Gießen in Zusammenarbeit mit der Universität Halle und der Sporthochschule Köln bei jungen Leistungssportlern untersucht. Die Forscher untersuchten Entzündungsmarker im Blut in Abhängigkeit von wahrgenommener sozialer Unterstützung und bestätigen, was wir aus dem Alltag kennen: Soziale Kontakte tun uns gut. Und noch mehr – sie beeinflussen das Entzündungsgeschehen unseres Körpers.
Die Autoren beschreiben diese Art der zwischenmenschlichen Interaktion als „biopsychosozialen Puffer“, der sich als Gegenspieler zu trainingsassoziierter Entzündungsaktivität herausstellt. Der Effekt ist umso stärker, wenn das Immunsystem stark gefordert ist. Heißt: Die positiven Auswirkungen der sozialen Unterstützung sind besonders nach intensiven Trainingseinheiten, bei hoher Trainingsfrequenz oder in Phasen unvollständiger Regeneration stark ausgeprägt.
Bitte richtig interpretieren! Das ist kein Freifahrtschein, um nach dem Motto „Wir regulieren unsere Entzündung!“ während eines Trainingslagers mit Freunden in die Kneipe zu gehen.
Denn bei der „sozialen Unterstützung“ geht es in der Studie nicht um die reale Anzahl von sozialen Kontakten, sondern um die wahrgenommene Unterstützung aus drei Quellen: Familie, Freunden und einer wichtigen Bezugsperson.
Es reicht also allein die subjektive Einschätzung einer Person, dass im unmittelbaren Umfeld Menschen zur Verfügung stehen, die in hochbelastenden Phasen für soziale Unterstützung sorgen könnten, um Regeneration, Prävention und Belastungssteuerung positiv zu regulieren. Schon das Wissen, nicht allein zu sein, reduziert die körperliche Belastungssituation messbar.
Brauchen wir für diese Erkenntnis eine Studie, wenn wir es doch eigentlich schon wissen: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“?
Während Volksweisheiten wie diese seit jeher beschreiben, dass soziale Unterstützung entlastet, zeigen Studien, wann und unter welchen Bedingungen sie biologisch relevant wird: insbesondere dann, wenn Stress, Trainingsdichte oder Alltagsbelastung hoch sind. Gerade im Leistungssport, im Beruf und in verdichteten Lebenswelten genügt es nicht mehr, Belastung nur über individuelle Härte, Disziplin oder Optimierung zu regulieren. Ein Umdenken ist notwendig. Dieser Realität habe ich im Laufe meiner Leistungssportkarriere oft erlebt. Zu oft musste mich mein Trainer zurückweisen, wenn ich im überambitionierten Leistungswahn immer noch einen drauflegen wollte. Erst heute verstehe ich, warum ein Heimaturlaub oder Zeit mit dem Partner manchmal einen wirksameren Effekt auf die Leistungsfähigkeit zeigten als schon wieder ein Trainingslager.
In kurz: Auch beim fanatischen Streben nach Perfektion („Höher, Schneller, Weiter“) sind die Ressourcen des Menschen erschöpflich. Wer Großes erreichen will, muss seinen Tank aus allen Quellen füllen.
Quelle:
Wiedenbrüg K, Musculus L, Hilpisch C, Hacker S, Krüger K.
Inflammation and perceived social support in elite athletes: a quantile regression approach. Neuroimmunomodulation. 2025. doi: 10.1159/000550042
Über den Autor:
“Justus Mörstedt widmete sich bis zu seinem 14. Lebensjahr in seiner Freizeit dem Triathlon, bevor er sich endgültig auf sein Lieblingselement, das Wasser, fokussierte und Finswimmer wurde. Seit 2019 ist er Sportsoldat und studiert und trainiert im Leistungszentrum Leipzig.
Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Hier lebe ich meinen Traum: Leistungssport und Medizinstudium. Mich fasziniert es, das neu Erlernte im Sportleralltag in die Praxis umzusetzen und somit den oft trockenen Inhalten ein wenig Leben einzuhauchen.“
Diese Kombination macht sich bezahlt: im Juli 2024 wurde er zweifach Weltmeister. Über 200 m Streckentauchen hält er den Weltrekord. Falls Sie neugierig geworden sind, was Finswimming ist, sehen Sie sich in den News um, oder werfen eine beliebige Suchmaschine an!
Forever young wurde ihm mit seinem Einstieg in den Profisport sozusagen „in die Wiege gelegt“. Sein Trainer sagte immer: „Wer hier mitmachen will, muss mindestens ein Strunz-Buch gelesen haben.“ Zu Wettkämpfen verteilte er den Sportlern immer Vitamineral 32. Mit den Jahren in Leipzig hat sich in seinem 24 Jahre jungem Kopf so einiges zusammengesammelt, was er gerne mit Sportlerkollegen unter anderem hier in den News teilt. Dabei unterstützen wir als forever young ihn als Sponsor."

Vitamin K gehört zu den Nährstoffen, über die inzwischen – endlich – häufiger gesprochen wird. Mal wird es als „Wundervitamin“ für Knochen und Gefäße gefeiert, mal vor ihm eindringlich gewarnt, besonders im Zusammenhang mit Blutverdünnern.
Wie so oft lohnt der genauere Blick. Denn Vitamin K zeigt beispielhaft, wie wichtig Differenzierung in der Medizin ist.
Vitamin K ist keine einzelne Substanz, sondern eine Familie fettlöslicher Vitamere. Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt vor allem in grünem Blattgemüse wie Spinat oder Kohl vor und ist zentral für die Blutgerinnung. Ohne K1 kann der Körper die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X sowie die Proteine C und S nicht bilden – Blutungen würden schlechter gestillt.
Vitamin K2 (Menachinon) wird sowohl über Lebensmittel aufgenommen – etwa über fermentierte Sojabohnen (Natto), lang gereiften Käse, Miso, Joghurt, Kefir, Eier und Leber – als auch mikrobiell durch Darmbakterien gebildet.
Wie viel davon tatsächlich im Körper ankommt, hängt jedoch stark von der Darmflora, der Schleimhautgesundheit und der Fettresorption ab.
Antibiotika, chronische Darmerkrankungen oder eine einseitige Ernährung können die Aufnahme aus diesen Quellen deutlich reduzieren. Der Darm unterstützt die Versorgung – ist aber kein verlässlicher Alleinversorger.
Vitamin K2 liegt in sogenannten MK-Formen (MK0 bis MK13) vor. Auf Nahrungsergänzungsmitteln finden sich daher Angaben wie MK4 oder MK7. Diese Formen unterscheiden sich in ihrer Verweildauer im Körper: MK4 wird nach wenigen Stunden ausgeschieden, MK7 bleibt bis zu drei Tage im Blut messbar.
Vitamin K2 spielt außerdem eine wichtige Rolle im Stoffwechsel von Osteocalcin, einem Protein der knochenbildenden Osteoblasten und unterstützt die Mineralisation der Knochen.
Eine ganz besondere Rolle spielt Vitamin K bei Neugeborenen. Babys haben einen sehr niedrigen Vitamin-K-Spiegel.
Das liegt daran, dass Vitamin K kaum über die Plazenta zum Embryo gelangt, der Darm von Neugeborenen noch steril ist, und Muttermilch nur sehr wenig Vitamin K enthält. Vitamin K ist jedoch entscheidend, damit die Leber wichtige Gerinnungsfaktoren bilden kann, ohne sie kann der Körper Blutungen nicht zuverlässig stoppen. Besonders für voll gestillte Säuglinge ist eine Vitamin K Substitution daher ein absolutes Muss!
Ohne entsprechende Versorgung kann es bei Säuglingen deshalb zu Vitamin-K-Mangel-Blutungen kommen. Um ein solches Drama zu verhindern, bekommen in Deutschland daher alle Neugeborenen dreimal 2.000 µg (= 2 mg) Vitamin K oral verabreicht und zwar direkt nach der Geburt, nach etwa 5 Tagen und nach 4–6 Wochen. Achten Sie bei Ihrem Kind darauf!
Bevor die routinemäßige Vitamin-K-Prophylaxe im Jahre 1993 eingeführt wurde, waren solche Blutungen deutlich häufiger, endeten nicht selten tödlich oder waren mit schweren bleibenden Schäden verbunden. Die Einführung der regelmäßigen Vitamin-K-Gabe nach der Geburt hat diese Fälle dramatisch reduziert.
Menschen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, fragen häufig, ob Vitamin K als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt sei.
Die medizinisch wichtigste Antwort beginnt hier jedoch nicht mit Ja oder Nein, sondern mit einer Gegenfrage: „Welches Medikament nehmen Sie?“
Bei klassischen Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar (Phenprocoumon) oder Warfarin gibt es die klare Ansage: Bitte kein Vitamin K supplementieren!
Diese Medikamente entfalten ihre Wirkung genau über die Blockade des Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsstoffwechsels. Eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin K – ob als K1 oder K2 – würde die gewünschte Blutgerinnungshemmung abschwächen. Das ist kein spekulatives Risiko, sondern ein pharmakologischer Gegenspieler-Effekt.
Bei den modernen NOAKs (Neue Orale Antikoagulanzien) ist die Situation grundlegend anders. Präparate wie Eliquis (Apixaban), Xarelto (Rivaroxaban), Pradaxa (Dabigatran) oder Lixiana (Edoxaban) greifen nicht in den Vitamin-K-Stoffwechsel ein. Sie wirken anders, nämlich durch die gezielte Hemmung einzelner Gerinnungsfaktoren, meist Faktor Xa oder Faktor IIa (Thrombin).
Daher sind bei einer Vitamin-K-Supplementierung hier keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zu erwarten.
Merke also: Marcumar, das will kein K, bei NOAKs passt es wunderbar.
Über die Autorin:
"Die Biologin Ursula Bien, Jahrgang 1963, ging nach ihrer Zeit am Institut für Biotechnologie des Forschungszentrums Jülich in die Pharmaindustrie und war zuletzt 15 Jahre lang Geschäftsführerin eines kleinen forschenden Pharmaunternehmens. Ihr Arbeitsschwerpunkt lag dabei immer im Bereich der Hämatologie und Onkologie (Blutkrebs, Stammzelltransplantation, Tumore). Motiviert durch Fragen krebskranker Patienten, begann sie sich mit alternativen und komplementären Therapieverfahren zu beschäftigen. Sie absolvierte eine Zusatzausbildung als Heilpraktikerin und bildete sich über viele Jahre intensiv zu den Themen orthomolekulare Medizin und Ernährungsmedizin weiter. Nicht zuletzt durch den wissenschaftlichen Austausch mit Dr. med. Ulrich Strunz fand sie zum Thema Epigenetik und Bluttuning. Mittlerweile gibt sie die „Strunzsche Philosophie“ in eigener Praxis voller Überzeugung auch an ihre Patienten weiter.
Das sagt sie selbst zu ihrer Tätigkeit:
„So sinnvoll die Schulmedizin in vielen Bereichen auch ist, darf es bei chronischen Erkrankungen nicht das Ziel sein, Symptome zu unterdrücken. Es gilt, die Ursachen einer Erkrankung zu finden und abzustellen. Was durch Ernährungsumstellung, gezielte Zufuhr fehlender Mikronährstoffe und Bewegung erreicht werden kann, ist immer wieder verblüffend. Ich bin Dr. Strunz für das, was ich von ihm lernen durfte unendlich dankbar und freue mich für jeden Menschen, der am eigenen Leibe erfahren darf, dass manche Krankheiten nicht nur Schicksal sind.“
