Testosteron – das Frauenhormon (News vom 17.02.2024 | Kyra Kauffmann)

„Ich bin immer so schlapp und antriebslos. In jeder Hinsicht.“

„Ich mache doch so viel Sport, aber irgendwie scheint mein Muskelaufbau überhaupt nicht zu funktionieren.“

„Mein „Rettungsring“ um die Taille will einfach nicht verschwinden.“

So klingen typische Klagen vieler Frauen ab 40. Selbstverständlich wurden sie, bevor sie in meine Praxis kommen, schon mehrfach durchgecheckt. Alles ohne pathologischen Befund. Oft wurden auch die Hormone, genau genommen, die Steroidhormone gemessen. Aber leider immer nur ein Teil. Zu einer sinnvollen Diagnostik gehört meiner Meinung nach eine komplette Hormonanalyse:



Und natürlich auch das Testosteron.

Während das Progesteron und die Östrogene – meistens aufgrund der eindringlichen Bitte der Patientinnen – schon mal im Blut bestimmt werden, wird Testosteron bei Frauen oft gar nicht gemessen. Als würde es keine Rolle spielen. Es gilt gemeinhin als „das Männerhormon“, was natürlich so nicht stimmt.

Wussten Sie, dass Frauen bis zu 1000-mal mehr Testosteron in ihrem Körper haben als Östradiol? Wenn Sie jetzt etwas ungläubig auf Ihren eigenen Befund schauen, betrachten Sie bitte auch die jeweilige Messeinheit: Testosteron wird in ml/dl gemessen und Östradiol in pg/ml.

Eine Frau besitzt nur etwa ein Zehntel bis zu einem Zwanzigstel der Menge eines Mannes.

Testosteron ist für Frauen aber ebenso wichtig, denn es unterstützt folgende Funktionen:


  • Erhalt und Aufbau der Knochendichte
  • Muskelerhalt und Muskelwachstum
  • Unterstützung der Erythrozyten Bildung im Knochenmark und damit der Sauerstoffversorgung (neben Eisen auch immer an Testosteron denken, wenn die roten Blutkörperchen im unteren Bereich sind)
  • Erhalt der Libido
  • Antriebsteigerung
  • Regulation des Fettstoffwechsels

Das Steroidhormon wird bei der Frau zum größten Teil in den Eierstöcken und zu einem geringen Teil in der Nebennierenrinde über verschiedene Zwischenstufen aus Cholesterin gebildet. Aus Testosteron baut der Körper dann am Ende des Steroidhormonstoffwechsels das Östradiol. Ohne Testosteron gibt es also kein Östradiol. Auch das sollte die Bedeutung dieses Hormons noch einmal klar herausstellen.

Wenn in den Wechseljahren der Östradiolspiegel Kapriolen schlägt, ist Testosteron bei vielen Frauen bereits oft dauerhaft niedrig. Und sie leiden an diversen Mangelsymptomen: Verlust der Muskelkraft, der Libido und des Antriebs.

Nach der Menopause ist der Testosteronspiegel dann oft kaum noch messbar, denn aus verschiedenen Gründen kann die Nebenniere, den Funktionsverlust der Eierstöcke kaum auffangen. Seltsamerweise wird im Rahmen einer Hormonersatztherapie ein Testosteronmangel fast nie festgestellt, und somit auch nicht behandelt.

Für mich ist das unbegreiflich. Eine Hormonersatztherapie kann und sollte dann zum Einsatz kommen, wenn die fehlende Produktion in den Eierstöcken nicht durch die Nebenniere kompensiert werden kann.

Es gibt fünf sinnvolle Maßnahmen, um eine gesunde Testosteronproduktion – übrigens für beide Geschlechter - möglichst lange auch bis ins hohe Lebensalter zu erhalten:


  1. Stressreduktion, denn ein langfristig erhöhtes Cortisol raubt Testosteron.
  2. Schlafhygiene, denn in unterschiedlichen Studien konnte gezeigt werden, dass sowohl Schlafmangel als auch eine schlechte Schlafqualität (Schlafapnoe) dem Testosteronspiegel zusetzen.
  3. Krafttraining, auch wenn viele Frauen lieber Kardio- oder Tanz-Kurse belegen, sind ergänzende Kraftübungen enorm wichtig.
  4. Zink-Supplementation, denn unzureichende Zinkspiegel sind besonders bei Frauen ein Dauer-Thema (ähnlich wie Eisenmangel).
  5. Vitamin D-Therapie, Ziel sollte der obere Normbereich sein, um einen Effekt auf die Testosteronsynthese zu erreichen.

Ein Testosteronwert im oberen - statt im unteren Normbereich - macht sich bei uns Frauen bereits nach wenigen Wochen bemerkbar. Messbar (im Blut) und vor allem deutlich spürbar. Wie sagte die bekannte Schweizer Gynäkologin Regine Laser so schön: „Mit Testosteron geht man wie mit Red Bull durchs Leben, Testosteron ist klasse.“

Quellen:
Mazaheri Nia L, Iravani M, Abedi P, Cheraghian B. Effect of Zinc on Testosterone Levels and Sexual Function of Postmenopausal Women: A Randomized Controlled Trial. J Sex Marital Ther. 2021;47(8):804-813. doi: 10.1080/0092623X.2021.1957732. Epub 2021 Jul 27. PMID: 34311679.

Lerchbaum E, Obermayer-Pietsch B. Vitamin D and fertility: a systematic review. Eur J Endocrinol. 2012 May;166(5):765-78. doi: 10.1530/EJE-11-0984. Epub 2012 Jan 24. PMID: 22275473.

Su L, Zhang SZ, Zhu J, Wu J, Jiao YZ. Effect of partial and total sleep deprivation on serum testosterone in healthy males: a systematic review and meta-analysis. Sleep Med. 2021 Dec;88:267-273. doi: 10.1016/j.sleep.2021.10.031. Epub 2021 Nov 8. PMID: 34801825.

Riachy R, McKinney K, Tuvdendorj DR. Various Factors May Modulate the Effect of Exercise on Testosterone Levels in Men. J Funct Morphol Kinesiol. 2020 Nov 7;5(4):81. doi: 10.3390/jfmk5040081. PMID: 33467296; PMCID: PMC7739287.

https://www.tagesanzeiger.ch/hormone-und-wechseljahre-testosteron-ist-kein-maennerhormon-frauen-haben-1000-mal-mehr-davon-als-oestrogen-874269985696

Über die Autorin:

"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.

Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

Die Abnehmspritze (News vom 18.02.2024 | Kyra Kauffmann)

Jedes Jahr im Dezember kürt das bekannte Wissenschaftsmagazin „Science“ den wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres. Als „Breakthrough of the Year 2023“ wurde vor wenigen Wochen der GLP1-Rezeptoragonisten Semaglutid ausgewählt.

Sie kennen Semaglutid aus den Medien möglicherweise eher unter den Handelsnamen Ozempic ® oder Wegovy ® , auch bekannt als „die Abnehmspritze“. Die Zulassung dieses Wirkstoffs betraf zunächst nur die Therapie von Diabetes mellitus Typ 2, aber seit Sommer 2023 kann die Spritze auch hierzulande Erwachsenen und Jugendlichen mit Adipositas verordnet werden.

In Deutschland sind insgesamt 53,5 % der Bevölkerung (46,6 % der Frauen und 60,5 % der Männer) von Übergewicht betroffen. Bei 19,0 % der Erwachsenen liegt sogar eine Adipositas (Fettleibigkeit) vor. Übergewicht ist definiert als ein Body Mass Index (BMI) über 25. Von Adipositas spricht man ab einem Body Mass Index von 30. Der BMI ist keine optimale Formel, darauf möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht näher eingehen.

Fakt ist, die Deutschen sind zu dick und werden immer dicker. Große Sorge macht mir der steigende Anteil bei Kindern und Jugendlichen.

Ein gesundes Ess- und Bewegungsverhalten ist vielen abhandengekommen. Der Weg zum Normalgewicht ist oft mühsam. Von daher kommen schnelle Lösungen wie gerufen. Die Werbung verspricht, dass man mit Semaglutid genauso gut abnehmen könne, wie mit einer Magenverkleinerung.

Mit dieser Abnehmspritze wird einmal wöchentlich der GLP1-Rezeptoragonist Semaglutid gespritzt. Er kann lange im Körper gespeichert werden und muß daher praktischerweise nur selten gespritzt werden. Er bewirkt eine verstärkte Ausschüttung von Insulin aus den ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse und vor allem eine deutliche Verringerung des Appetits.

Allerdings hat dieses Wundermittel auch eine ganze Reihe an Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Durchfall, Gallensteine, Pankreatitis bis hin zum Schilddrüsenkrebs. Semaglutid muss dauerhaft gespritzt werden. Setzt man es ab, lässt auch die Wirkung ziemlich schnell nach.

Den Wirkmechanismus der Abnehmspritze haben sich die Entwickler von unserem Körper selbst abgeguckt. Denn GLP-1 kommt ganz natürlich in unserem Magen-Darm-Trakt vor. Es gehört zu den Sättigungshormonen und bewirkt – wenn es denn in ausreichender Menge vorhanden ist – eben dieses wohlige Sättigungsgefühl, das uns vor ständigen Snacks und Heißhungerattacken bewahrt.

Forscher der Universität von Arizona haben zeigen können, dass wir durch eine erhöhte Ballaststoffzufuhr unseren körpereigenen GLP-1 Anteil deutlich erhöhen können, ganz ohne Spritze inklusive ihrer Nebenwirkungen.

Unser Körper kann zwar Ballaststoffe nicht verdauen, aber viele Bakterienstämme in unserem Darm können sie für unsere Gesundheit sinnvoll nutzen. Insbesondere die Beta-Glucane, können nicht nur den GLP-1 Spiegel, sondern darüber hinaus noch die Bildung eines weiteren Sättigungshormons, das Peptid YY, erhöhen. Wir profitieren also in mehrfacher Hinsicht von einer großen Mengen an Ballaststoffen in unserer Nahrung.

Beta Glucane finden Sie vor allem in Nüssen, Algen, Hülsenfrüchten und Samen.

Quellen:
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Semaglutid-ist-wissenschaftlicher-Durchbruch-2023-445599.html

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Semaglutid_55565#Wirkmechanismus

Bauer PV, Hamr SC, Duca FA. Regulation of energy balance by a gut-brain axis and involvement of the gut microbiota. Cell Mol Life Sci. 2016 Feb;73(4):737-55. doi: 10.1007/s00018-015-2083-z. Epub 2015 Nov 5. PMID: 26542800.

Sodhi M, Rezaeianzadeh R, Kezouh A, Etminan M. Risk of Gastrointestinal Adverse Events Associated With Glucagon-Like Peptide-1 Receptor Agonists for Weight Loss. JAMA. 2023;330(18):1795–1797. doi:10.1001/jama.2023.19574

Über die Autorin:

"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.

Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

Der Dünnste war der Beste (News vom 19.02.2024 | Dr. med. Ulrich Strunz)

Zitat. Hier ging es um die Weltmeisterschaft in Darts. Kennen Sie? Da werfen dicke, fette Menschen kleine, spitze Pfeile auf eine Scheibe. Treffen fast millimetergenau. Ich hab´s probiert, ich kann ´s nicht.

Ganz offenbar braucht man hier ruhige Nerven, Ausgeglichenheit, ist als korpulenter Mensch bevorzugt. So jedenfalls sieht ´s aus.

Dummerweise wurde Anfang Januar ein schlanker Mann Weltmeister (28 J., 1,85 m, 80 kg).

Der war auch mal fett. 30 Kilogramm mehr Gewicht. In seinen Worten „schlechte Leistungen, mentale Probleme.“

Habe daraufhin seine Lebensweise komplett umgestellt. Wohl verstanden: Nicht Diät, nicht Wunder-abnehm-Spritze, sondern Umstellung der Lebensweise. Nennt man Epigenetik. Falls interessiert:


  • statt Fastfood jetzt
  • Gemüse, Salate
  • Geflügel
  • viel Ausdauersport (ausdrücklich)

Der junge Mann hatte eine bemerkenswerte Einsicht. Hatte offenbar nachgedacht. Vermisse ich bei vielen Übergewichtigen, die mit beruflichen Problemen kämpfen. Der neue Weltmeister wörtlich:

„Gesunder Körper, gesunder Geist. Es ist kein Zufall, dass ich früher nie ins Viertel- oder Halbfinale gekommen bin, weil ich KEINE ENERGIE mehr hatte.“

Jetzt offenbar hat er sehr viel länger Energie, kann sich länger konzentrieren. Beweis? Das Endspiel gestern:

Er lag mit 2:4 hinten und hat doch noch mit 7:4 gewonnen. Wurde Weltmeister.

Hat also aufgeholt. Oder anders herum: Der typisch übergewichtige Gegner (übrigens erst 16 Jahre alt) hat drastisch nachgelassen.

Wer sind Sie? Ein typischer Nachlasser oder ein … Aufholer?

Diesen Newsbeitrag finden Sie auch auf www.drstrunz.de.

Licht im Hirn. (News vom 20.02.2024 | Dr. med. Ulrich Strunz)

Hätten Sie gerne neue Ideen? Geschäftsideen? Kreativität? Als Beispiel nehmen Sie doch bitte einmal meinen Lieblingsautor: Ein begnadeter Mensch. Sprachgewaltig, außerordentlich gebildet, aber auch voller Güte, mit tiefem Verständnis für den Mitmenschen, kurz und gut: Nehmen Sie einfach mal mich.

Wie, glauben Sie wohl, „schafft“ man eine wirklich große Facharztpraxis und schreibt daneben dutzende Bücher. Millionen-Bestseller. Und hält Seminare und Vorträge, so etwa 100 pro Jahr. Und trainiert nebenbei für den Ironman Hawaii, nicht ganz erfolglos... Wie man das macht?

Das Geheimnis ist eben, seine Lebenszeit nicht mit dem Grübeln, Bleistiftkauen, mit "was wäre wenn …“ zu verplempern, sondern

Ideen auf Wunsch zu produzieren. KREATIVITÄT ZU MACHEN. Wenn sie wollen einzuschalten. Dahinter steckt – übrigens für Physiologen heute noch, wie ich aus Leserbriefen weiß, völlig unbekannt – ein Hormon. Das sogenannte Kreativitätshormon. Entdeckt von Hollmann, dem Nestor der deutschen Sportmedizin im Jahre 1988. Entdeckt auf Grund von Dopingberichten. Da gab es Praktiker, die diesen Kreativitätshormon-Schub im olympischen Sport eingesetzt hatten. Von denen hat's Hollmann gelernt.

Das Hormon heißt ACTH. Selbstverständlich wieder eine Kette von Aminosäuren. Ein Peptidhormon. Was denn sonst.

Und dieses Hormon kann man einschalten, kann man stimulieren. Die Gebrauchsanleitung ist eine ganz präzise. Brennen Sie sich's ins Hirn: LAUFEN SIE. Das war´s. Laufen Sie ein bisschen länger. Laufen Sie beim richtigen Puls. Bei etwa 75 Prozent vom Maximalpuls. Das ist nicht ganz langsames Joggen. Man strengt sich schon ein bisschen an. Man kann noch ein paar Worte sprechen, aber keine Sätze.

Das ist das Tempo, wo man nicht mehr auf die Umgebung achtet, nicht mehr die Landschaft betrachtet, sondern das Tempo, wo der Blick sich nach innen richtet. Wo Sie sich mit den Fragen und Problemen beschäftigen, die Sie mit in den Lauf genommen haben. Und wo es dann plötzlich zu blitzartigen neuen Ideen kommt. Das nennt man Kreativität.

So wunderschön beschrieben vor einigen Jahren von unserem grünen Vorbildjogger, Herrn Professor (sic!) Fischer von der Princeton University (stimmt wirklich!). Hieß früher mal Joschka, der Herr. Jetzt ist er Professor. Der in seinem Laufbuch schrieb: „Seit ich laufe, habe ich wieder Ideen.“ Genau. Er hat ACTH freigesetzt.

Aber wieder: Große Vorsicht! Das Prinzip ist immer das gleiche. Wenn Sie etwas freisetzen wollen, muss es erst einmal da sein. Brauchen Sie einen Vorrat von ACTH. Und der besteht aus Aminosäuren. Sie kennen meinen Spruch ja langsam: viele von Ihnen haben wenig, zu wenig Aminosäuren. Und werden deshalb Kreativität beim Laufen eben nicht erleben. Keine neuen Ideen für die Praxisführung bekommen. Keine spontanen Lösungsvorschläge im freundschaftlichen Umgang mit dem Finanzamt ...

Heißt also ganz praktisch: Eiweiß plus Laufen. Das Leben ist wirklich ganz einfach. Träume werden wahr... LEICHT!

Das Fieber-Paradoxon (News vom 21.02.2024 | Dr. Kristina Jacoby)

Gerade jetzt in der Grippesaison fragen sich wahrscheinlich viele Menschen, was sie tun sollen, wenn sie Fieber haben.

Wie Fieber entsteht

Wenn Immunzellen ein Virus oder ein Bakterium erkennen, setzen sie einen Botenstoff frei, der bis ins Gehirn wandert. Er wirkt in einem bestimmten Teil des Gehirns, dem Hypothalamus. Das ist eine sehr kleine Region, die ziemlich zentral im Gehirn liegt. Hier wird die Körpertemperatur reguliert. Wird der Hypothalamus durch die Botenstoffe der Immunzellen über eine Infektion informiert, schüttet er seinerseits Hormone aus, die Signale an verschiedene Körperregionen weiterleiten. Daraufhin verengen sich die Blutgefäße, damit weniger Wärme über die Körperoberfläche verloren geht, die Fettzellen produzieren Energie und die Muskeln kontrahieren so schnell, dass man zu zittern beginnt. All das lässt die Temperatur steigen.

Steigt das Fieber sehr schnell an, kann es gefährlich werden. Oft gelten 40 Grad Celsius als kritischer Punkt. Bei so hohen Temperaturen sterben Zellen ab. Das allein ist nicht gesund. Die absterbenden Zellen setzen auch Giftstoffe frei, die dann in den Blutkreislauf gelangen. Vom Blutkreislauf gelangen sie in alle Teile des Körpers und können so die Nieren und andere Organe schädigen.

Sehr hohes Fieber muss behandelt werden, aber was ist mit 38 oder 38,6 Grad Celsius?

Fieber kostet den Körper viel Energie. Um die Körpertemperatur nur um 1 Grad zu erhöhen, muss die Energieproduktion um 10 Prozent gesteigert werden. Ein solcher Mechanismus setzt sich in der Evolution nur durch, wenn er entscheidende Vorteile bringt.Inzwischen gibt es einige Studien, in denen Wissenschaftler festgestellt haben, dass die Genesung nach einer Virusinfektion schneller verläuft, wenn keine fiebersenkenden Medikamente eingenommen werden. Denn:

Fieber wirkt antibakteriell und antiviral

Bakterien und Viren vermehren sich besonders gut bei Temperaturen um 37 Grad Celsius. Steigt die Körpertemperatur, haben es die Eindringlinge immer schwerer, sich im Körper auszubreiten.

Die Leistung des Immunsystems wird durch Fieber gesteigert

Fieber hat noch einen weiteren positiven Effekt. Das Immunsystem bekämpft Viren und Bakterien am besten bei Temperaturen zwischen 38 und 40 Grad Celsius. Auch die Zellen des Immunsystems, die für die Erinnerung an einen bestimmten Erreger zuständig sind, arbeiten bei diesen Temperaturen am besten.

Fieber bis 38,9 °C ohne weitere beunruhigende Symptome klingt in den allermeisten Fällen ohne fiebersenkende Medikamente wieder ab. Der Körper reagiert auf natürliche Weise. Viel trinken unterstützt ihn dabei.

Fieber kann aber auch zu Zellschäden führen, vor allem im Gehirn. Deshalb ist bei Fieber immer Vorsicht geboten.

Quelle: Geddes L. The fever paradox. New Sci. 2020;246(3277):39-41.

Über die Autorin:

"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.

Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:

„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"

Integrität vs. „Harte Bandagen“ (News vom 22.02.2024 | Robert Krug)

In der Wissenschaft gibt es die goldene Regel, dass man seine eigenen Thesen hinterfragt und so selbst sein eigener Kritiker sein sollte. Wenn sich die eigenen Thesen als falsch darstellen, muss man die These verwerfen.

Leider lassen vor allem die letzten 70 Jahre große Zweifel aufkommen, dass sich einige Wissenschaftler noch an diesen Verhaltenskodex halten, der im Kern eine ganz wichtige Komponente hat:

Integrität

Für mich ist das ein ganz zentraler Punkt des Lebens. Ich habe mich nach bestem Wissen und Gewissen immer daran orientiert, dass ich Ihnen den wissenschaftlich korrekten Hintergrund darlege. Das mag jetzt dick aufgetragen klingen, doch das ist die Wahrheit. Was nicht bedeuten soll, dass ich keine Fehler mache. Fehler sind, nach Ryle, eine Übung der Kompetenz. Nur wer nichts macht, macht keine Fehler. Zum Glück hat sich bis heute kein fundamentaler Fehler finden lassen, so dass ich noch keine Bücher „aus dem Regal“ nehmen müsste. Doch es soll in der News gar nicht um mich gehen, sondern:

In 2021 wurde von Kevin Hall eine Studie veröffentlicht, die ich auch in meinem neuen Eiweißbuch benutze: Die Studie zeigt auf, dass angeblich die Gruppe, die sich vornehmlich pflanzlich mit wenig Fett ernährte, besser war (lassen wir das mal so platt stehen) als die Gruppe, die sich mit tierischen Produkten Low Carb ernährte. Also ein vermeintlicher Schlag ins Gesicht für alle Low Carbler?

Was mir und natürlich auch einigen anderen Low Carb Forschern sofort aufgefallen war: Die Laufzeit der Studie ist mit zwei Wochen je Ernährungsvorgabe viel zu kurz. Wenn man sich mit der ketogenen Ernährung beschäftigt, dann weiß man, dass eine metabolische Umstellung ungefähr drei Monate dauert.

Zudem bekamen die Teilnehmer in der pflanzlichen Gruppe 60 Prozent mehr Eiweiß über die Snacks als die Gruppe der Low Carbler.

Ein dritter Kritikpunkt ist die Anzahl der Teilnehmer, die mit 20 Erwachsenen sehr klein ist.

Das sind bereits drei gewichtige Punkte, vor allem der erste Punkt bezüglich Adaption der Low Carb-Ernährung. Doch die Studie hat weitere grobe Fehler, die in der unten genannten Studie von David Ludwig ausführlich beschrieben werden. Man hatte die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt und die Gruppen jeweils zunächst 2 Wochen Essen A und dann Essen B zu sich nehmen lassen. Das Problem ist, dass so zwei Dinge miteinander vermischt wurden:


  • Die negativen Effekte durch die Low Fat-Ernährung, nämlich die Verschlechterung der Insulinsensitivität wurde durch dieses Design in die Phase der Low Carb-Ernährung transportiert.
  • Die positiven Effekte, nämlich die gemessene Verbesserung der Insulinsensitivität durch die Low Carb-Ernährung, wurde in die Phase der Low Fat-Ernährung übernommen.

Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Forscher diese Effekte nicht im Vorfeld kannten. Es ist jedem Forscher bekannt, dass eine Umstellphase bei übergewichtigen Menschen mehrere Wochen bis Monate Zeit braucht.

Was ich ihnen mit dieser News mitgeben möchte:

Studien können leider absichtlich schlecht aufgebaut werden.

Häufig erkennen wir Laien (wie auch Journalisten) das nicht auf den ersten Blick. Ein weiteres Beispiel beschreibe ich zum Thema Langlebigkeitsstudien an Mäusen. Hier muss man wissen, dass Mäuse sich überfressen, wenn man sie nicht zeitlich begrenzt füttert. Und wenn man dann seine „tolle XY-Ernährung“, die eben gefüttert durchgeführt wird, mit der Gruppe von Mäusen vergleicht, die man (absichtlich) in ein Diabetes-Modell gesteckt hat, denn so muss man das Modell der Kontrollgruppe bezeichnen, dann steht zwar ein tolles Ergebnis am Ende der Studie für die eigene Idee, aber das wurde durch den Versuchsaufbau massiv manipuliert und das ist nach meinem Verständnis von Integrität unredlich, da es die Unwissenheit von uns Nicht-Forschern ausnutzt.

Quelle: Physiologic Adaptation to Macronutrient Change Distorts Findings from Short Dietary Trials: Reanalysis of a Metabolic Ward Study, David S. Ludwig et al., 2023, DOI: 10.1016/j.tjnut.2023.12.017

Über den Autor:

“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”

Achterbahn im Kopf (News vom 23.02.2024 | Dipl. Biol. Ursula Bien)

Mit dem Problem „Schwindel“ hatten wir uns schon in einer der letzten News beschäftigt (https://www.strunz.com/news/natrium-das-haessliche-entlein.html).Hier war die Ursache für den Schwindel einer älteren Patientin ein Mangel an Natrium und ein etwas zu hoch dosierter Blutdrucksenker.

Tatsächlich ist Schwindel (medizinisch Vertigo) ein recht häufiges neurologisches Symptom. Oft beschreiben Patienten ihre Symptome als eine „Achterbahn im Kopf“.Bei jedem 5. Betroffenen wird dann die Diagnose „benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel“, kurz BPLS gestellt. Damit ist ein gutartiger Schwindel gemeint, der aber nicht ständig da ist, sondern anfallsartig bei bestimmten Kopf- und Körperbewegungen auftritt. Wenn sich die Betroffenen dann ganz ruhig hinlegen, wird es meist wieder besser.

Warum ist das so?
Der Grund für das Achterbahn-Feeling sind auf Wanderschaft gehende Otolithen („Ohrsteinchen“), das sind winzig kleine Kristalle, die normalerweise fest im Innenohr verankert sind und für unseren Gleichgewichtssinn verantwortlich sind. Lösen sich diese Partikelchen ab und gelangen in die mit Flüssigkeit gefüllten Bogengänge, aktivieren sie unbeabsichtigt die Gleichgewichtssinneszellen und unser Hirn glaubt, dass wir uns gerade drehen, obwohl wir völlig ruhig dastehen.

Ärzte versuchen dann durch spezielle Drehungen des Kopfes in einer ganz speziellen Abfolge die herumschwimmenden Steinchen aus dem Bogengang im Innenohr hinauszubefördern („Befreiungsmanöver“). Solche Übungen können auch vom Patienten selbst durchgeführt werden, Anleitungen dazu finden sich im Netz.

Das Problem ist jedoch, dass diese Schwindelattacken häufig wiederkommen, weil ja durch diese Drehmanöver die Ursache für die Wanderschaft der Ohrsteinchen nicht beseitigt wird.

Eine koreanische Studie aus dem Jahre 2020 konnte zeigen, dass Patienten, die nach dem Befreiungsmanöver ein Jahr lang täglich Vitamin D und Calcium eingenommen hatten, deutlich seltener Schwindelrückfälle bekamen.

Aus diesem Grunde empfiehlt sogar der Schwindelexperte Prof. Dr. med. Christoph Helmchen von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)
– ACHTUNG: ZITAT -
„bei BPPV-Patienten mit häufigen Rezidiven oder nach unzureichendem Erfolg der Befreiungsmanöver, die Vitamin-D-Blutspiegel zu untersuchen und bei erniedrigten oder grenzwertigen Spiegeln eine Supplementierung zu beginnen“.

Da kann man sich doch wirklich nur freuen, ein deutscher Professor empfiehlt das, was wir immer schon fordern: MESSEN und HANDELN! Ich freue mich darüber.

Literatur:
Jeong SH, Kim JS, Kim HJ et al. Prevention of benign paroxysmal positional vertigo with vitamin D supplementation A randomized trial. Neurology 2020; 95: e1117-e1125 doi: 10.1212/ WNL. 0000000000010343 https://www.neurology.org/doi/10.1212/wnl.0000000000010343

Über die Autorin:

"Die Biologin Ursula Bien, Jahrgang 1963, ging nach ihrer Zeit am Institut für Biotechnologie des Forschungszentrums Jülich in die Pharmaindustrie und war zuletzt 15 Jahre lang Geschäftsführerin eines kleinen forschenden Pharmaunternehmens. Ihr Arbeitsschwerpunkt lag dabei immer im Bereich der Hämatologie und Onkologie (Blutkrebs, Stammzelltransplantation, Tumore). Motiviert durch Fragen krebskranker Patienten, begann sie sich mit alternativen und komplementären Therapieverfahren zu beschäftigen. Sie absolvierte eine Zusatzausbildung als Heilpraktikerin und bildete sich über viele Jahre intensiv zu den Themen orthomolekulare Medizin und Ernährungsmedizin weiter. Nicht zuletzt durch den wissenschaftlichen Austausch mit Dr. med. Ulrich Strunz fand sie zum Thema Epigenetik und Bluttuning. Mittlerweile gibt sie die „Strunzsche Philosophie“ in eigener Praxis voller Überzeugung auch an ihre Patienten weiter.
Das sagt sie selbst zu ihrer Tätigkeit:

„So sinnvoll die Schulmedizin in vielen Bereichen auch ist, darf es bei chronischen Erkrankungen nicht das Ziel sein, Symptome zu unterdrücken. Es gilt, die Ursachen einer Erkrankung zu finden und abzustellen. Was durch Ernährungsumstellung, gezielte Zufuhr fehlender Mikronährstoffe und Bewegung erreicht werden kann, ist immer wieder verblüffend. Ich bin Dr. Strunz für das, was ich von ihm lernen durfte unendlich dankbar und freue mich für jeden Menschen, der am eigenen Leibe erfahren darf, dass manche Krankheiten nicht nur Schicksal sind.“


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