Im Jahr 2016 wurde der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin an den japanischen Zellbiologen Yoshinori Ohsumi verliehen. Er erhielt die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Autophagie, einem fundamentalen Prozess der zellulären Selbstreinigung und -erneuerung.
Obwohl das Phänomen der Autophagie bereits in den 1960er-Jahren erstmals beschrieben wurde, gelang es Ohsumi in den 1990er-Jahren, die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen systematisch aufzuklären. Damit schuf er die Grundlage für ein Forschungsgebiet, das heute eine zentrale Bedeutung für unser Verständnis zahlreicher Erkrankungen besitzt.
Der Begriff „Autophagie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Selbstessen“. Gemeint ist damit ein hochregulierter intrazellulärer Prozess, bei dem Zellen eigene Bestandteile abbauen und recyceln. Dazu gehören fehlgefaltete Proteine, beschädigte Organellen wie Mitochondrien oder auch intrazelluläre Krankheitserreger.
Die Autophagie läuft über die Bildung einer doppelmembranigen Struktur ab, des sogenannten Autophagosoms. Dieses umschließt das abzubauende Material und fusioniert anschließend mit dem Lysosom. Alle eukaryoten Zellen sind in der Lage, Autophagosomen zu bilden. Dort werden die eingeschlossenen Bestandteile enzymatisch degradiert und die entstehenden Bausteine – Aminosäuren, Fettsäuren, Nukleotide – dem Zellstoffwechsel erneut zugeführt.
Yoshinori Ohsumi nutzte für seine Forschung in den 1980er Jahren ein scheinbar unspektakuläres Modell: die Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae). Durch gezielte genetische Mutationen konnte er Hefestämme identifizieren, bei denen die Autophagie gestört war. Auf diese Weise entdeckte er in den 1990er Jahren eine Reihe sogenannter ATG-Gene (Autophagy-related genes), die für die Durchführung des Prozesses unerlässlich sind. Dieser genetische Ansatz war deshalb revolutionär, weil er erstmals eine molekulare Analyse der Autophagie ermöglichte. In der Folge konnten Gene auch in menschlichen Zellen identifiziert werden.
Wir wissen heute, dass zahlreiche Erkrankungen in engem Zusammenhang mit einer gestörten Autophagie stehen, z. B.
Neurodegenerative Erkrankungen:
Bei Morbus Parkinson, Alzheimer oder Huntington spielen fehlgefaltete und aggregierte Proteine eine zentrale Rolle. Eine verminderte oder ineffiziente Autophagie kann dazu beitragen, dass solche toxischen Proteinaggregate nicht ausreichend entfernt werden.
Infektionserkrankungen:
Autophagie trägt zur zellulären Abwehr von Pathogenen bei, indem intrazelluläre Bakterien oder Viren in Autophagosomen eingeschlossen und abgebaut werden. Zudem beeinflusst sie die Antigenpräsentation und damit adaptive Immunantworten.
Auch Tumorzellen nutzen Autophagie als Überlebensstrategie, besonders wenn sie unter Stress stehen (Nährstoffmangel, Sauerstoffmangel, DNA-Schäden). Dabei recyceln sie Zellbestandteile, um Energie und Bausteine bereitzustellen und beschädigte Organellen zu entfernen.
Darüber hinaus wird in der Forschung diskutiert, ob eine gesteigerte Autophagie mit einer Verlängerung der Lebensspanne assoziiert sein könnte. Hinweise aus experimentellen Studien deuten darauf hin, dass eine verbesserte zelluläre „Recycling“-Funktion zur Erhaltung der Zellgesundheit beitragen und altersbedingte Prozesse verlangsamen könnte.
Die Erkenntnisse aus Ohsumis Arbeiten haben zahlreiche Forschungsansätze inspiriert, die Autophagie gezielt zu modulieren. Pharmakologische Substanzen wie mTOR-Inhibitoren (z. B. Rapamycin) können Autophagie aktivieren. Umgekehrt werden auch Inhibitoren der Autophagie untersucht, insbesondere in der Onkologie, um tumorale Überlebensmechanismen zu unterbrechen.
Allerdings bleibt die gezielte therapeutische Steuerung anspruchsvoll.
Mit der Entdeckung der genetischen und molekularen Grundlagen der Autophagie hat Yoshinori Ohsumi ein zentrales Kapitel der modernen Zellbiologie geschrieben. Was einst als mikroskopische Beobachtung begann, ist heute ein dynamisches Forschungsfeld mit enormer klinischer Relevanz.
In der funktionellen Medizin gelten Fasten und die natürliche Substanz Spermidin als beliebte Ansätze, um die Autophagie zu stimulieren. Den aktuellen Stand der Forschung dazu stelle ich in den nächsten News vor.
Quelle:
https://www.nobelprize.org/prizes/medicine/2016/press-release/
Nakatogawa H, Ohsumi Y. Autophagy: close contact keeps out the uninvited. Curr Biol. 2014 Jun 16;24(12):R560-R562. doi: 10.1016/j.cub.2014.05.013. PMID: 24937280.
Über die Autorin:
"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.
Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.

… gebracht. Im Forum, Rubrik „Gesundheit“ am 7.2.2026. Dort finden Sie die allumfassende, uns alle betreffende Formel
„Die institutionalisierte Medizin – die lange Zeit als Synonym für wissenschaftliche Autorität galt – wurde von Ideologie, Gewinnstreben und bürokratischer Trägheit vereinnahmt …“
Medizin heute. Unbestreitbar. Moderne Medizin. Mit dem Grundgedanken des gütigen, hilfreichen, HEILENDEN ARZTES hat das nix mehr gemein.
Nun ja. Realität. Tatsache. Was bleibt Ihnen, wenn Sie chronisch (!!) erkrankt sind? Tja: Tabletten, Leid und Tod.
Das Verblüffende, wenn Sie wollen Dumme daran: es gibt einen glücklichen Ausweg. Es gibt grundsätzlich Heilung …
… für langjährige MS. Für 40 Jahre quälendes Rheuma. Für Krebs. Und – banal für Migräne, für Tinnitus etc.
Heilung? Wo? Wie? Tja: als Frohmedizin für jeden nachlesbar in der
auf strunz.com. Klarer, einfacher, überzeugender wurde Ihnen der Ausweg zu Gesundheit NOCH NIE vermittelt.
Also: lassen Sie´s. Da schimpfen Sie auf die verkaufte, die eindeutig korrupte Schulmedizin. Brauchbar allenfalls als Akut-Hilfe …
Werden Sie erwachsen. Werden Sie selbstständig. Werden Sie … glücklich.
Welch ein Versprechen. Glaubhaft? Deshalb soeben neues Buch in Arbeit. Hunderte von Original-Zitaten von Ihnen, übersprudelnd von Glück.
Nix „Studien“. Sie selbst (!) sprechen „jetzt bin ich gesund geworden“, „für meinen Hausarzt ein Wunder“ …
P.S.: Wir suchen noch einen Titel fürs Buch. „Heilung“? Erbitte Vorschläge.
Jahrzehntelang galt NAC als simpler Schleimlöser. Die Biochemie erzählt jedoch eine völlig andere Geschichte: NAC ist der Schlüsselbaustein für Glutathion – das mächtigste Antioxidans Ihres Körpers.
Die Konsequenz: Ein Mangel an NAC ist ein Mangel an Zellschutz. Die Folge? Oxidativer Stress, der nachweislich eine treibende Kraft bei chronischen Entzündungen, Long-Covid-Symptomen, Lungenerkrankungen und sogar psychischen Dysbalancen ist.
Was die Forschung jetzt zeigt:
Eine aktuelle randomisierte, placebokontrollierte Studie (2025) belegt, dass die langfristige Einnahme von NAC die Lebensqualität von Long-Covid-Patienten signifikant und beschleunigt verbessert.
Das ist kein Hörensagen – das ist Evidenz.
Die spannenden Fragen, die wir in unserem neuen Artikel klären:
Wie genau schaltet NAC oxidativen Stress im Gehirn aus – und hilft es bei Fokus & Psyche?
Warum ist NAC das klinische Gegengift bei Vergiftungen – und was lernen wir daraus für den Alltag?
Für wen ist die Einnahme sinnvoll – und wo liegen die Risiken?
Lesen Sie mehr dazu auf www.mein-bluttuning.de
Ich hatte es vor kurzem angedeutet (https://www.strunz.com/news/eine-zeitenwende-steht-bevor.html), jetzt ist es passiert bzw. umgesetzt worden. Die neuen Ernährungsvorgaben für Amerika für die nächsten 5 Jahre sind herausgekommen und es ist eine echte Zeitenwende, aber schauen Sie selbst:

Man kann wohl mit Fug und Recht sagen: Die alte Ernährungspyramide wurde auf den Kopf gestellt. Und ich sage es auch mal so: Das ist bitter notwendig, denn Amerika hat ein noch viel größeres Problem mit Übergewicht als wir in Deutschland.
So schreiben auch die Autoren in der Einleitung der neuen Richtlinien: „Diese Richtlinien sind ein extrem signifikanter Neustart der Vorgaben des Landes in unserer Geschichte.“ Und die Kernbotschaft sollte eigentlich jeder unterschreiben können: „Essen Sie echtes Essen (eat real food).“ Darüber sollte man eigentlich gar nicht diskutieren, doch es gibt eine sehr große Industrie, die das komplett anders sieht und die bislang die Vorgaben massiv beeinflusst hat. Das war dieses Mal unter Robert F. Kennedy Junior anders, denn er hat auch dort „reinen Tisch“ gemacht und ein komplett neues Komitee eingestellt, das diese Vorgaben verfasst hat. Die Tage hat sich u. a. Professor Dr. Ben Bikman dazu bekannt, dass er im Geheimen die letzten vier Monate mit an diesem Projekt gearbeitet hat. Ben Bikman erforscht seit Jahren, wie es zur Insulinresistenz kommt und er ist ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Zellbiologie.
Und weil es so schön ist, zitiere ich noch ein wenig aus dem Text der USDA (United States Department for Agriculture):
„Für Jahrzehnte haben die staatlichen Stellen Produkte mit niedriger Qualität und einem hohen Verarbeitungsrad beworben. Pharmazeutische Interventionen wurden empfohlen anstelle von Vorsorge. Die daraus resultierende Krise ist das Ergebnis von schlechten Entscheidungen und einer inadäquaten Forschung im Bereich Ernährung…“ „Das ändert sich mit dem heutigen Tag“„Wir bringen echtes Essen zurück in die Mitte der amerikanischen Ernährung. Echtes Essen, welches unseren Körper ernährt und unsere Gesundheit wiederherstellt.“
Ich beschreibe noch einmal kurz, warum das so wichtig ist: Uns Strunzianer interessieren solche Vorgaben so lange nicht, bis wir doch einmal in eine öffentliche Einrichtung kommen. Und das gilt verstärkt in Amerika, denn an diesen Vorgaben hat sich das US-Militär, haben sich die Schulen wie auch die Krankenhäuser ausgerichtet. Sie mussten sich danach richten. Und auch die Hausärzte in Amerika haben auf genau diese Vorgaben verwiesen, wenn Patienten nach einer korrekten Ernährung gefragt haben ob ihres Übergewichts. Das ist der Grund, warum es so wichtig war, dass hier endlich Wissenschaft Einzug erhält und der Einfluss der Industrie zurückgedrängt wurde.
Wir können und sollten uns in Gedanken auch noch einmal bei Nina Teicholz bedanken, die über 20 Jahre für genau diesen Tag der Aufklärung hin gearbeitet hat durch ihr tolles Buch, aber auch dadurch, dass sie viele Wissenschaftler und Journalisten um sich geschart hat in der Vereinigung „Nutrition Coalition“. Danke Nina Teicholz, Danke Ben Bikman!
Quellen:
https://cdn.realfood.gov/DGA.pdf
The Big Fat Suprise, Nina Teicholz, Juli 2015, ISBN: 978-1925228106
Über den Autor:
“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:
"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”

Viele Läufer kennen dieses Szenario. Es beginnt harmlos mit einem Ziehen morgens beim Aufstehen. Ein paar Schritte fühlen sich steif an, dann läuft es sich ein. Genau hier liegt die Falle. Achillessehnenprobleme entstehen selten plötzlich. Sie entwickeln sich schleichend. Einer der häufigsten und zugleich unterschätzten Auslöser sind alte Laufschuhe.
Warum alte Schuhe die Sehne quälen
Laufschuhe altern. Und zwar nicht nur optisch. Mit zunehmender Laufleistung verlieren sie Dämpfung und Stabilität. Die Zwischensohle gibt weniger nach. Dadurch steigen die Aufprallkräfte und die Belastung im Sprunggelenk verändert sich. Das hat direkte Folgen für die Achillessehne. Studien zeigen, dass Schuhe mit reduzierter Dämpfung oder veränderter Geometrie die Zugkraft und die Belastungsgeschwindigkeit in der Sehne erhöhen. Wird die Sehne beim Laufen immer wieder überlastet, entstehen Mikroverletzungen, die schneller zunehmen, als der Körper sie reparieren kann. Die Sehne verändert daraufhin ihre innere Struktur. Die Kollagenfasern verlieren ihre Ordnung, es lagert sich mehr Grundsubstanz ein und feine Nerven wachsen ein. Genau das verursacht Schmerzen, Morgensteifigkeit und eine spürbare Verdickung. Besonders häufig betroffen ist der mittlere Abschnitt der Sehne, da dort beim Abdruck die höchsten Zug- und Scherkräfte wirken.
Was du tun kannst, wenn die Achillessehne schmerzt
Neue Schuhe sind sinnvoll. Viele Modelle halten nur etwa 600 bis 800 Kilometer. Wer regelmäßig läuft, erreicht diese Distanz schneller als gedacht. Selbst kaum genutzte Schuhe verlieren nach drei bis fünf Jahren ihre Dämpfung, da das Material altert. Neue Schuhe lösen das Problem jedoch nicht allein. Eine der wirksamsten Maßnahmen ist das gezielte Training der Sehne selbst. Besonders gut untersucht ist eine exzentrische Übung:
In einer Studie aus dem Jahr 2022 wurde herausgefunden, dass die Übung besonders wirksam ist, wenn zusätzliche Gewichte, wie beispielsweise eine Kettlebell, verwendet werden. Wird der rechte Fuß trainiert, hält die rechte Hand die Kettlebell; wird der linke Fuß trainiert, hält die linke Hand.
Die Übung hilft nicht nur bei der Heilung von Achillessehnenproblemen, sondern auch bei deren Prävention. Viele Läufer führen drei Sätze à 15 Wiederholungen pro Fuß täglich durch.
Quelle:
Radovanović G, Bohm S, Peper KK, Arampatzis A, Legerlotz K. Evidence-Based High-Loading Tendon Exercise for 12 Weeks Leads to Increased Tendon Stiffness and Cross-Sectional Area in Achilles Tendinopathy: A Controlled Clinical Trial. Sports Med Open. 2022;8(1):149. Published 2022 Dec 20. doi:10.1186/s40798-022-00545-5
Über die Autorin:
"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.
Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:
„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"

Ich wurde kürzlich im Diskurs über gesunde Ernährung überrascht. In meiner Welt ist es glasklar, dass Proteine neben Wasser die essenziellsten Bausteine des menschlichen Lebens sind. Dass ich daraus nicht auf die Allgemeinheit schließen kann, erfahre ich im Patientenkontakt immer wieder schmerzlich.
Wieso ist es Volksglaube, dass Eiweiß nicht zu den essenziellsten Bestandteilen unseres Daseins gehört?
Ich höre sogar Kommilitonen sagen:
Sapperlot… Wo fange ich nur an. Es ist ein Jammer, dass so leichtfertig alten Narrativen der Medizin Glauben geschenkt wird, ohne sie zu hinterfragen. Denn die Wissenschaft ist sich einig, dass dieses Thema (auch in den Lehrplänen der Universitäten) neu bewertet werden muss.
Viele Menschen stecken in ihrem Gedankenhorizont fest, der von der Berichterstattung der letzten Jahre geprägt ist. Was die Proteinversorgung betrifft, ist diese Meinung historisch gewachsen. Die gängigen Empfehlungen von 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht für Erwachsene basiert auf klassischen Stickstoffbilanz-Studien. Dabei wurde gemessen, wie viel Stickstoff (als Marker für Protein) aufgenommen und wieder ausgeschieden wird. Die Menge, bei der im Durchschnitt eine „Nullbilanz“ erreicht wurde, also weder Auf- noch Abbau stattfand, galt als Bedarf. Mit Sicherheitsaufschlag entstanden daraus die Ernährungsempfehlungen. Wir reden also von einem Mindestwert zur Mangelvermeidung.
Modernere Schätzungen auf Basis der Aminosäureoxidation schätzen selbst diesen Mindestwert höher: für Erwachsene soll dieser bei 0,9–1,2 g/kg liegen. Der Proteinbedarf wird für Menschen über dem 65. Lebensjahr noch höher eingeschätzt. Wenn doch aber die Niere geschützt werden soll, wieso wird Älteren dann mehr Protein empfohlen? Sie merken, worauf ich hinauswill. Die altersunterschiedlichen Empfehlungen entstehen, weil der Proteinbedarf je nach Lebensphase unterschiedliche Ziele verfolgt. Bei Kindern steht Wachstum und Gewebeaufbau im Vordergrund, bei älteren Menschen der Erhalt von Muskelmasse und Funktion, weil die Effizienz der Proteinverwertung aus biochemischer Sicht mit zunehmendem Alter abnimmt. Während die Referenzwerte für jüngere Erwachsene vor allem auf Mangelvermeidung (Stickstoffbilanz) beruhen, berücksichtigen höhere Empfehlungen bei Kindern und Älteren die akuten Stoffwechsellagen.
Nun frage ich mich: Diskutieren wir die 4-Tage-Woche vielleicht deshalb so leidenschaftlich, weil wir ohne ausreichend Protein einfach nicht genug Baustoff haben, um fünf Tage am Stück leistungsfähig zu bleiben? Auch das wird unsere Bilanz nicht retten. Denn wer auch noch daran denkt in der gewonnenen Freizeit Sport zu treiben, dem werden die Muskeln mit der Zeit dahinschmelzen.
Praxistipp aus dem Leistungssport: Eiweiß nach jeder Belastung. Ja, auch ein anspruchsvoller Arbeitstag zählt dazu. Mein persönlicher Wohlfühlbereich liegt bei über 2 g pro Kilogramm Körpergewicht. Für einen gesunden Einstieg können Sie sich an 1,4–2,0 g/kg orientieren. Und wer Probleme mit der Niere hat, der genießt die Rohform unserer Existenz: Aminosäuren.
Über den Autor:
“Justus Mörstedt widmete sich bis zu seinem 14. Lebensjahr in seiner Freizeit dem Triathlon, bevor er sich endgültig auf sein Lieblingselement, das Wasser, fokussierte und Finswimmer wurde. Seit 2019 ist er Sportsoldat und studiert und trainiert im Leistungszentrum Leipzig.
Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Hier lebe ich meinen Traum: Leistungssport und Medizinstudium. Mich fasziniert es, das neu Erlernte im Sportleralltag in die Praxis umzusetzen und somit den oft trockenen Inhalten ein wenig Leben einzuhauchen.“
Diese Kombination macht sich bezahlt: im Juli 2024 wurde er zweifach Weltmeister. Über 200 m Streckentauchen hält er den Weltrekord. Falls Sie neugierig geworden sind, was Finswimming ist, sehen Sie sich in den News um, oder werfen eine beliebige Suchmaschine an!
Forever young wurde ihm mit seinem Einstieg in den Profisport sozusagen „in die Wiege gelegt“. Sein Trainer sagte immer: „Wer hier mitmachen will, muss mindestens ein Strunz-Buch gelesen haben.“ Zu Wettkämpfen verteilte er den Sportlern immer Vitamineral 32. Mit den Jahren in Leipzig hat sich in seinem 24 Jahre jungem Kopf so einiges zusammengesammelt, was er gerne mit Sportlerkollegen unter anderem hier in den News teilt. Dabei unterstützen wir als forever young ihn als Sponsor."

Es gibt medizinische Tests, die viel Hightech brauchen: MRT, EKG, PCR und viele andere abenteuerliche Kürzel.
Und dann gibt es Tests, die mit minimaler Technik schon viel aussagen: Gehgeschwindigkeit, Pulsmessung, Handkraftmessung, Atemfrequenz und der Flamingo-Test. Upps, noch nie gehört?
Wissenschaftlich heißt das Ganze natürlich etwas nüchterner: Einbeinstand-Test.Die zentrale Frage lautet: Wie stabil können Sie stehen, wenn niemand Sie festhält? Klingt einfach, doch die Balance über mehrere Sekunden zu halten, ist deutlich schwerer als viele denken.
Der Flamingo-Test überprüft also ihre statische Balance. Damit Sie auf einem Bein stehen können ohne umzukippen, braucht es ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Gleichgewichtsorgan, Sehsinn, Propriozeption, Rumpf- und Beinmuskulatur sowie einer funktionierenden neurologischer Steuerung.
Aber was hat das mit dem Alter zu tun?
Forschende konnten zeigen: Die Haltezeit im Einbeinstand nimmt mit zunehmendem Lebensalter signifikant ab. Gleichzeitig steigt bei Menschen, die nur kurz stehen können, das Sturzrisiko deutlich.
So wird der Flamingo-Test korrekt durchgeführt:
Wählen Sie ihren bevorzugten Fuß, er bildet das Standbein.
Der Oberkörper ist aufrecht, das Standbein leicht gebeugt, das andere Bein angewinkelt. Greifen Sie, sofern möglich, den Fuß des angewinkelten Beins mit einer Hand oder stützen Sie die Hände locker in die Hüften, ohne sich anderweitig festzuhalten. Nun starten Sie die Stoppuhr. Sobald der Fuß losgelassen wird oder das Gleichgewicht verloren geht, wird die Zeit gestoppt.
Mit höherem Alter nehmen die Balancezeiten typischerweise ab, ältere Erwachsene stehen im Durchschnitt deutlich kürzer als jüngere.

Welche Standzeiten sollten erreicht werden?
18 - 39 Jahre: ≥ 43 Sekunden
40 - 49 Jahre: ≥ 40 Sekunden
50 – 59 Jahre ≥ 37 Sekunden
60 – 69 Jahre ≥ 30 Sekunden
70 – 79 Jahre ≥ 18 Sekunden
Mit über 80 Jahren: schaffen die meisten Menschen nur noch etwas über 5 Sekunden
Warum ist dieser Test so aussagekräftig?
Weil mehrere Systeme gleichzeitig gefordert sind. Schwächen werden sofort sichtbar, ganz ohne aufwendige Technik.
Die gute Nachricht: Der Flamingo-Test ist ein hocheffektives Training.Er stärkt Rumpf, Beinmuskulatur und neuronale Ansteuerung. Die Balance lässt sich durch regelmäßiges Üben verbessern. Täglich, unkompliziert und ohne Geräte.
Wer den Schwierigkeitsgrad steigern möchte, hat mehrere Möglichkeiten: den Test mit geschlossenen Augen durchführen (richtig schwer!), das nicht dominante Bein wählen oder einen instabilen Untergrund nutzen.
Probieren Sie`s einfach mal aus. Aber Achtung: Bitte seien Sie vorsichtig und machen die Übung am besten zu Zweit, so dass Sie jemand festhalten kann, wenn Sie das Gleichgewicht verlieren. Die Autorin übernimmt keine Haftung für etwaige Knochenbrüche!
Quellen:
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0310764
https://geriatrictoolkit.missouri.edu/balance/Normative_Values_for_the_Unipedal_Stance_Test_Springer-JGPT.pdf
Illustration: OpenAI
Über die Autorin:
"Die Biologin Ursula Bien, Jahrgang 1963, ging nach ihrer Zeit am Institut für Biotechnologie des Forschungszentrums Jülich in die Pharmaindustrie und war zuletzt 15 Jahre lang Geschäftsführerin eines kleinen forschenden Pharmaunternehmens. Ihr Arbeitsschwerpunkt lag dabei immer im Bereich der Hämatologie und Onkologie (Blutkrebs, Stammzelltransplantation, Tumore). Motiviert durch Fragen krebskranker Patienten, begann sie sich mit alternativen und komplementären Therapieverfahren zu beschäftigen. Sie absolvierte eine Zusatzausbildung als Heilpraktikerin und bildete sich über viele Jahre intensiv zu den Themen orthomolekulare Medizin und Ernährungsmedizin weiter. Nicht zuletzt durch den wissenschaftlichen Austausch mit Dr. med. Ulrich Strunz fand sie zum Thema Epigenetik und Bluttuning. Mittlerweile gibt sie die „Strunzsche Philosophie“ in eigener Praxis voller Überzeugung auch an ihre Patienten weiter.
Das sagt sie selbst zu ihrer Tätigkeit:
„So sinnvoll die Schulmedizin in vielen Bereichen auch ist, darf es bei chronischen Erkrankungen nicht das Ziel sein, Symptome zu unterdrücken. Es gilt, die Ursachen einer Erkrankung zu finden und abzustellen. Was durch Ernährungsumstellung, gezielte Zufuhr fehlender Mikronährstoffe und Bewegung erreicht werden kann, ist immer wieder verblüffend. Ich bin Dr. Strunz für das, was ich von ihm lernen durfte unendlich dankbar und freue mich für jeden Menschen, der am eigenen Leibe erfahren darf, dass manche Krankheiten nicht nur Schicksal sind.“
