Der Hoka One One Clifton Edge im Laufschuhtest

Im vergangenen Jahr durfte ich bereits erste positive Erfahrungen mit einem HOKA-Modell machen. Ich hatte im Spätsommer den Trailschuh Hoka One One Torrent 2 erworben und bei Geländeläufen erfolgreich zum Einsatz gebracht. Daher blickte ich mit großer Vorfreude darauf, mit dem Hoka One One Clifton Edge nun einen Laufschuh mit einem gänzlichen anderen Einsatzgebiet zu testen, denn seine Heimat ist insbesondere auf der Straße und insbesondere auf den Langstrecken.

Erster Eindruck des Clifton Edge von Hoka One One

Auf Anhieb spürte man, dass es sich um einen überaus leichten Laufschuh der Marke HOKA handelt. Beim Blick auf die äußere Konstruktion war ich zunächst aufgrund der langgezogenen Sohle sehr skeptisch, ob es zu mir passen würde. Auf den ersten Metern war die Skepsis aber schnell verflogen und das unbeschreiblich schöne und leichte Laufgefühl übertrug sich sofort auf meinen Laufstil. Auf der ersten Trainingseinheit auf Straßenpassagen bzw. Waldböden ließ sich der Hoka One One Clifton Edge sehr angenehm laufen. Wie mir zu dem Laufschuh im Vorfeld bereits gesagt wurde, hatte man tatsächlich den Eindruck, man könne einfach immer weiterlaufen.

Überzeugt hat mich beim ersten Eindruck auch der sehr angenehme Tragekomfort, auf den ich insbesondere auf meinen Long-Runs jenseits der 20 km absolut angewiesen bin. Die Laufschritte gestalteten sich sehr federnd und leicht. Ich konnte mich nicht zurückhalten und testete gleich bei der ersten Einheit auch, wie es sich auch bei höheren Tempobereichen läuft, da ich häufig auch bei meinen ruhigeren Dauerläufen am Ende eine Tempoverschärfung einbaue und somit auf Allround-Eigenschaften angewiesen bin. Mein vorläufiges  Fazit war: Der Clifton Edge ist nicht nur komfortabel, sondern ermöglicht mir auch, höhere Tempobereiche offensiv am Ende der ruhigen Dauerläufe anzugreifen.

Fähigkeiten des Hoka One One Clifton Edge

Mit 204 g ist der Clifton Edge ein wahres Leichtgewicht für einen Allrounder. Ein gepolsterter Riemen sorgt für einen erhöhten Komfort am Knöchel. Darüber hinaus erleichtert die neue vertikale Zugschlaufe das Anziehen erheblich. Der so genannte „Early Meta-Rocker“ sorgt für Reaktionsfähigkeit. Der neue Ultra-Grip-Schaumstoff bietet das leichte, federnde Laufgefühl und die charakteristische Polsterung, für die HOKA bekannt ist. Die erhöhte Ferste führt zu einem sanfteren Auftritt und besserem Abrollen von Ferse zum Zeh. Eine gummierte EVA-Laufsohle bringt leichte und umschließende Zwischensohlen-Unterstützung mit einem einzigartigen Laufgefühl zusammen.

Durch diese dargestellten Fähigkeiten und Eigenschaften entstehen die Allroundeigenschaften, den Laufschuh tatsächlich vielfältig einsetzen zu können. So kann man ihn sowohl auf Asphalt als auch auf Wald- und Schotterböden gut tragen. Mit der Konstruktionsweise ist der Clifton Edge sowohl für die langen und langsamen Dauerläufe als auch für zügige Dauerläufe geeignet.

Im Test: Hoka One One Clifton Edge

Praxistest des Clifton Edge von Hoka One One

Der erste positive Eindruck hatte mich dazu veranlasst, den Clifton Edge möglichst oft in meinen Trainingseinheiten einzusetzen. Seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten beeindruckten mich sofort und machten Lust auf mehr. Der erste lange Dauerlauf ließ sich sehr locker laufen und ein kleiner Endspurt auf den letzten Metern war im Prinzip immer vorprogrammiert. Meine langen Dauerläufe bis an die 30 km und darüber hinaus absolviere ich gerne und oft komplett auf Straße und bin daher auf Laufschuhe angewiesen, die mich vor dem harten Asphalt-Belag schützen. Der Clifton Edge überstieg in diesem Punkt meine Erwartungen deutlich, obwohl die Dämpfung nicht ganz so weich war, wie man es ansonsten von HOKA-Modellen gewohnt ist.

Im Verlauf der Wochen konnte ich eine höhere Belastungsverträglichkeit feststellen. Darüber hinaus war das Tempo-Niveau in meinen ruhigen Dauerlaufen deutlich angestiegen. Die besondere Konstruktion mit der langgezogenen Sohle ermöglichte mir ein positives Laufgefühl, sowohl auf niedrigem als auch hohem Temponiveau.

Normalerweise greife ich bei reinen Läufen im Wald auf meine Trail-Schuhe zurück. Im Zuge des Tests wollte ich es wagen, mich vom Gewohnten zu entfernen, und einen Allrounder auch mal bei anspruchsvollen Wald- und Geländeläufen einzusetzen. Auch wenn der klassische Trail-Schuh natürlich als Spezialist geeigneter ist, ließ sich der Clifton Edge zumindest bei mittelschweren Trails deutlich besser laufen als erwartet. Bei starken An- bzw. Abstiegen kam er schnell an seine Grenzen, aber auf Waldstrecken mit wenig Höhenmetern und befestigtem Waldboden hatte ich keinerlei Probleme, ihn einzusetzen.

Bei reinen Tempoläufen mit hohen Geschwindigkeiten scheute ich mich zunächst, den Clifton Edge einzusetzen, aber im Zuge eines ausgiebigen Tests wollte ich auch diesen Bereich ausprobieren. Auf Asphalt stellte es überhaupt kein Problem dar, einen Schuh hierfür zu nutzen, der eigentlich für die langen Dauerläufe angedacht ist. Hohe Tempobereiche konnten für einen Allrounder gut erreicht werden. Wie erwartet konnten die höchsten Geschwindigkeitsbereiche nicht ganz so locker generiert werden, sodass ich den Clifton Edge eher für Tempowechselläufe einsetzen würde, bei denen die Geschwindigkeit nicht ganz so hoch ist wie bei den hochintensiven Tempoläufen.

Während meiner Testwochen machte ich auch einen Abstecher auf die Bahn. Hier war es tatsächlich unangenehm und ich hatte meine Mühe, im Rahmen von Tempoläufen immer wieder auf eine schnelle Pace zu kommen.

Fazit des Hoka One One Clifton Edge

Ich habe mich sehr schnell mit dem Clifton Edge angefreundet und ihn insbesondere möglichst oft bei den langen Dauerläufen dabeigehabt. Beeindruckt hat mich vor allem, dass er sich sowohl für die ruhigen Dauerläufe eignet als auch für schnelles Laufen, sodass es mir im Prinzip immer möglich war, am Ende einer ruhigen Einheit auch mal eine deutliche Temposteigerung vorzunehmen. Praktisch ist, dass der Laufschuh auch problemlos auch Waldwegen zu benutzen ist. Seine größten Stärken spielt er aber definitiv auf der Straße aus und sollte aus meiner Sicht auch dort am meisten eingesetzt werden. Auf der Bahn und generell bei den ganz schnellen Tempoläufen greife ich weiterhin auf die schnelleren Modelle zurück und würde den Clifton Edge maximal für Tempowechselläufe mit verhältnismäßig niedrigem Geschwindigkeitsniveau einsetzen. Der Hoka One One Clifton Edge hat mich in dem Bereich überzeugt, der für mich als Langstreckenläuferin wohl sicher am wichtigsten ist: den langen Dauerläufen am Sonntag.  Daher kann ich allen Läufer dieses HOKA-Modell empfehlen, die Wert darauf legen, bei ihren Long-Runs am Wochenende nicht nur einen hohen Tragekomfort zu genießen, sondern zugleich auch schnell unterwegs zu sein.

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