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Testotraining für die ganz Harten
Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 22.02.2011

Es sollte also dein Ziel sein, deinen Testosteronspiegel möglichst hoch zu halten. Testosteron ist ein Jungbrunnen, es hellt zudem die Stimmung auf, erhöht die Libido und hypertrophiert bei Einsatz von entsprechendem Krafttraining die Muskulatur.

Zudem schützt uns Testosteron vor dem vorzeitigen Altern. Darüber schrieb ich schon einmal im Greif-Newsletter mit dem Titel "Sport und Alter". Du kannst den Text hier nachlesen.

Dass das Testotraining für einen "Jogger" ein gar grausames Schreckgespenst ist, hatte ich schon erwartet, aber dass meine Läufer hier in Seesen dieses Training mit den folgenden Worten kommentierten, war doch überraschend: "Das ist wohl das Härteste was man einem Amateursportler zumuten kann. Das Testotraining ist eher ein Profitraining.

Ja, das stimmt. Aber ich bin schon im Anfang meiner Trainerzeit damit angetreten, Profitraining für Freizeitsportler laufbar zu machen. Denn warum soll ein ehrgeiziger Amateur schlechter trainieren als ein Profi? Von Victor Röthlin erzählt man sich, dass er nach einer 40 km-Runde noch 5 x 1000 m im 10 km-Renntempo läuft.

Ich habe das nicht geglaubt, weil es so viele Gerüchte um den schweizer Spitzenläufer gibt. Ihm wird von Teilen der Presse mehr oder minder unverbrämt Doping vorgeworfen. Um sicher zu sein, habe ich dann jemand aus seiner persönlichen Umgebung angerufen und nachgefragt, ob das mit den 1000-er nach der großen Runde stimmt. Die Antwort war: "Ja, das stimmt, ich habe es selbst gesehen."

Also, wer meint, die Test-Sprints sind zu hart, der denke an die 1000-er von Victor Röthlin. Dass man mich deswegen die Mutter Theresa der Langsstreckentrainer nennen soll, ist nicht unbedingt nötig. Ich wäre schon mit dem Titel Wellnesstrainer zufrieden! :-))

Die Kommentare aus der Praxis waren dann zum Teil aber dennoch recht drastisch. Rüdiger Birkner: "Als Wolfgang und ich das Testotraining nach unseren 35-er erstmals versucht haben, haben wir gedacht, dass es das Härteste ist, was man einem normalen Läufer zumuten kann. Es geht klar hin in Richtung Profitraining.

Beim ersten Mal haben wir gedacht, es geht überhaupt nicht. Weil wir auf den letzten km der großen Runde regelmäßig abschlaffen, waren wir nicht richtig bereit für diese Belastung. Als wir dann mit den kurzen Sprints starteten, wurde mir schlecht und Wolfgang schwindelig.

Aber wir haben weiter gemacht, es geht und funktioniert auch. Wir empfinden uns fitter und das Sprinten fällt uns deutlich leichter. Es liegt wohl auch daran, dass wir zum Ziel hin unsere Psyche nicht schon auf Erholung runter fahren, sondern wir bleiben bis zum letzten Meter unter Spannung, weil wir wissen, dass uns die Sprints noch bevor stehen."

Von Trainerseite ist zu sehen, dass sich der Laufstil besonders von Rüdiger sehr verbessert hat. Seine Bewegungsabläufe beim Sprint wirken wesentlich gleitender und werden von weniger unnötigen Körperbewegungen begleitet. Besonders auffällig ist es im Vergleich zu einem weiteren Mitglied unserer Trainingsgruppe, der aus famliären Gründen dieses Training nicht mitmachen konnte.

Sein Sprint läuft "wild" ab, rudernd und wackelnd ist sein Laufstil. Er ist immer noch schnell, läuft aber nicht ökonomisch. Und weniger Ökonomie beim Laufen bedeutet automatisch auch weniger Ausdauer. So wirkt sich ein Sprinttraining auch auf die Ausdauer von Langstreckenläufer aus.

Es gibt aber auch Zuschriften, die begeistert über das Testotraining urteilen. Hier eine Zuschrift von Gaby, die ich mit ihrer Zustimmung hier veröffentliche:

"Hallo Peter, Testotraining ist geil. Dieses Wort benutze ich nur in Ausnahmefällen und Testotraining ist so einer. Da läufste 25 km und hast noch keine Ahnung, wie du die letzten 10 noch schaffen sollst, weil es irgendwie nicht so richtig läuft. Aufgeben und morgen neu starten? Geht u.U. aus familienorganisatorischen Gründen nicht. Also: Augen zu und durch und schwupp die wupp, sind auch diese 10 km geschafft. Keine Ahnung wie, doch die Forerunner lügt nicht. Und jetzt, auweia, Testo.

Die ersten 60 m, sind die lahm. Die zweiten 60 m - schon besser. Die dritten 60m - jetzt haste schon mehr als die Hälfte geschafft. Dann die vierten und fünften 60 m - wie im Flug und dann die letzten 200 m nach Hause gehen. Testogeflutet, das hämische Gelächter der Nachbarin ignorierend (weil ich ja nur noch nach Hause GEHEN kann und nicht laufe), stolz nach Hause schreiten und gemütlich stretchen. So geht das."

Abzuwarten ist, ob sich das Testotraining auch auf die Wettkampfzeiten auswirkt. Obwohl ich erwarte, dass nicht allzuviel unser 1800 Clubmitglieder dieses Training auch einhalten. Aber wenn dann der persönliche "Holger" nach Testotraining im Wettkampf am Horizont verschwindet, dann werden sich doch ein paar mehr Damen und Herren an dieses fiese Training heran trauen.

Du wirst doch sicher auch schon beim nächsten langen Training damit beginnen?

Nachsatz: Ich habe das Testotraining von 5 x 60 m auf 5 x 50 m herabgesetzt. Weil in der Originalarbeit von 6 sec Sprint ausgegangen wird. Denn wahrscheinlich schafft kaum jemand von uns auch mit 10 m Anlauf die kommenden 50 Meter in 6 sec. Darum jetzt 10 m Steigerung und 40 m voller Sprint.

Aber wenn du meinst, du kannst es, dann solltest du bei den 60 m bleiben.

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