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Alkoholprobleme bei Läufern?
Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 02.10.2012

Der Schreiber dieser Zeilen aber ist seit 40 Jahren in dieser Szene und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie viele von uns sich heute und früher dem Trunk ergeben hatten oder haben und dennoch sehr gute Zeiten liefen.

Diesen Umstand hat der Michael oben genauestens beschrieben. Ich würde mich freuen wenn einige Leute mehr zu dieser Problematik Stellung nehmen würden. Dann hätten wir in unserem Bereich die ganze Sache einmal aktuell ausdiskutiert und könnten auf gesicherte Erfahrung zurückgreifen. ich denke es würde auch der Triathlonszene helfen, in der die gleichen Probleme vorherrschen.

Ich habe mich sehr früh mit der Problematik Alkohol beschäftigt. Und zwar konnte ich nicht verstehen warum ich nach einem normalen Training von drei halben Kristall schon schwindelig war und nach einem Marathon nach sechs Flaschen noch geradeaus laufen und einwandfrei artikulieren konnte.

Das geht nicht nur mir, sondern auch vielen anderen, besonders hoch leistungsfähigen Läufern so und sie berichten davon. Ich habe dann mehrfach mit Wissenschaftlern gesprochen und sie nach diesen Phänomen gefragt. Sie hatten dafür keine Erklärung.

Meine eigene Ideen dazu sah ganz anders aus: "Es muss einen zweiten Weg des Alkoholabbaus neben der Leber geben." Da wurde ich dann völlig ausgelacht. "Da müsste aber die Biologie ganz neu geschrieben werden", war das Argument. Und ich schwor mir: "Und den gibt es doch, die können reden was sie wollen." Ich habe nämlich während des Studiums der Brauerei zwei Semester Biologie und vier Semester Mikrobiologie belegt. Diesen Erkenntnissen nach musste es den zweiten Weg geben.

Und wie immer früher, kam von einigen dieser Experten: "Greif ist ein Spinner!" Stimmt ja auch, dass ich ein Spinner bin aber ich kann trotzdem klar denken. Sobald ich die Herren Professoren dann einmal eine Studie zu machen bat, mit einem Alkoholkonsum nach Alltagstraining und nach einem Marathon-Wettkampf, lehnten alle unisono ab. Ihre Begründung war wörtlich: "Dann saufen die noch mehr!"

Immer wieder probierte ich es, ob jemand etwas von diesem möglichen sekundären Weg des Alkoholabbaus wusste. Du wirst es nicht glauben, ich habe das bestimmt fünf oder sechs Mal probiert und immer die gleiche blöde Erklärung der Wissenschaftler bekommen. Ich hab's dann irgendwann aufgegeben weiterhin zu insistieren, aber nachgelassen zu denken, habe ich nicht.

Irgendwann in diesem Jahr 2012 lernte ich eine ältere in Frankreich lebende deutsche Biologin kennen. Die liebte ihren Rotwein und wir kamen dann auch auf das Problem Alkohol zu sprechen. Und ich berichtete von dieser Diskrepanz der Alkoholverträglichkeit zwischen nach Training und nach Marathonwettkampf und sagte zu ihr, dass es einen zweiten Weg des Alkoholabbaus geben müsse.

Und sie antwortete ganz nonchalant: "Selbstverständlich gibt es den, die Zelle allein kann auch Alkohol abbauen." In meinem Gehirn schlugen diese Worte wie eine Bombe ein. Na klar, die Zelle kann allein alles das, was der Körper in seiner Gesamtheit auch kann. In jeder einzelnen Zelle ist die gesamte Genetik unseres Organismus gespeichert und somit auch die Fähigkeit Alkohol abzubauen.

Mann, haute mich das um. Diese ganzen Fuzzys von Professoren hatten keine Ahnung und diese ältere Dame erklärte es mir ganz beiläufig. Damit war auch sofort die so hohe Alkoholverträglichkeit nach dem Marathon geklärt.

Nach Ende dieses Wettkampfes ist der Körper in einen schweren Energiemangelzustand und versucht natürlich diesen Mangel auszugleichen. Und da kommt ihm der zu Verfügung stehende Alkohol gerade recht. Dieser wird sofort verheizt und die Abbauprodukte wie das giftige Acetaldehyd verstoffwechselt.


Alles einfach und logisch und es ist bisher noch niemand darauf gekommen. Damit möchte ich für heute schließen. Die weitergehenden Probleme des Alkoholkonsums werde ich in der nächsten Woche an gleicher Stelle hier behandeln. Bis dahin: "Saufe nicht so viel!" Kommt uns irgendwie bekannt vor, oder?

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