Anmelden | Registrieren |   0 Artikel 0.00 €
0
Sie haben keine Artikel im Warenkorb.
Achilles-Sehnenprobleme eine Zusammenfassung: 1. Kapitel
Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 31.07.2012

Die Achillessehne ist in ihrer Beschaffenheit einzigartig, da sie sich an dem Punkt, an dem sich Gastrocnemius und Soleus vereinen, plötzlich zu drehen beginnt. Sie vollzieht dabei eine 90-Grad-Rotation, bevor sie an der Fersenrückseite ansetzt. Diese extreme Drehung verbessert die Effizienz des Laufens beträchtlich, da die Sehne dadurch wie eine Feder arbeiten kann: sie fängt die Energie der Gravitationskräfte ab, die während der Anfangsphasen des Gangzyklus entstehen, und gibt diese in Form eines elastischen Rückstoßes während der Abdruckphase wieder zurück.

Tatsächlich haben aktuelle Studien belegt, dass der Gastrocnemius und der Soleus relativ wenig Arbeit während der Abdruckphase verrichten. Demnach würden sie weniger als kleine, den Körper vorwärts bewegende Motoren arbeiten, wie bislang angenommen worden war. Vielmehr scheint es, als wäre ihre Hauptaufgabe, die Enden der Achillessehne fest zusammen zu halten, so dass die Sehne selbst, einem starken Gummiband gleich, Kraft speichern und wieder abgeben kann.

Die Annahme, dass Muskeln vor allem dazu dienen, die Belastung von federähnlichen Sehnen auszugleichen, wurde erstmals in einer Studie von Roberts und Mitarbeitern belegt, die vor zehn Jahren veröffentlicht wurde.

Diese Wissenschaftler implantierten chirurgisch spezielle Kristalle und ein Dehnungsmesser in den Gastrocnemius und die Achillessehnen von Truthähnen, die daraufhin gezwungen wurden, auf Laufbändern zu laufen. Sie stellten fest, dass sich die Muskellänge, wenn die Truthähne schneller liefen, nicht signifikant veränderte (etwa 7% Änderung mit jedem Schritt) und dass die Muskeln gerade genug Kraft aufbrachten, um die Sehnen gedehnt zu halten und Ihnen so zu ermöglichen, Energie zu speichern.

Durch die Berechnung von Muskelaktivität und Kraftaufbringung zeigten die Wissenschaftler, dass die Speicherung und Wiedererzeugung von Energie in den gedehnten Sehnen für mehr als 60 Prozent der Arbeit des Muskel-Sehnen-Komplexes verantwortlich sind.

Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, dass die federähnliche Bewegung der Achillessehne dazu dient, die Stoffwechsel-beanspruchung beim Laufen durch eine Reduktion der Muskelbelastung (die Kalorien benötigen, Wärme erzeugen und die Beseitigung von Schadstoffprodukten wie Laktat verlangen) zu reduzieren. Durch ein passives Speichern und Wiederherstellen von Energie ermöglicht die Achillessehne dem Bein, wie ein sehr effizienter Springstock zu funktionieren.

Peter Greif, das bedeutet: Wenn jemand eine verletzte oder schlecht verheilte Achillessehne hat, dann wird er erheblich an Lauf-und Sprungleistung verlieren und hat danach sehr große Schwierigkeiten wieder an seinen alten Standard heranzukommen.

Als Beispiel mag Ariane Friedrich dienen, von ihr wurde berichtet in der Zeitschrift Leichtathletik: "Ihr Comeback nach 13-monatiger Verletzungspause hatte sich die Frankfurterin anders vorgestellt: In Hustopece (Tschechische Republik) überquerte sie 1,84 Meter, eine Woche darauf in Arnstadt war nach 1,85 Meter Endstation. Höhen, die die deutsche Rekordhalterin einst noch nicht einmal zum Wettkampf-Einstieg hatte auflegen lassen.

Dass es noch nicht besser läuft, wurmt Ariane Friedrich. "Im Training bin ich schon da, wo ich mal war", erklärt sie. Und auch ihr Trainer und Manager Günter Eisinger bestätigt: "Ariane ist körperlich in bombastischer Verfassung." In einzelnen Übungen erziele sie sogar bessere Werte als vor der Verletzung. Doch es hapert an der Technik, an der Körpersteuerung und am Gefühl für den perfekten Anlauf."

Da irrt die gute Ariane. Wie oben beschrieben wird bei der Heilung der Achillessehne erst Typ-3-Kollagen produziert, welches jedoch relativ schwach und unbeweglich ist. Damit wird die Spannkraft der Sehne reduziert und die Federwirkung damit verschlechtert. So kann sie trainieren was sie will, es wird einfach eine Zeit dauern bis ihre Achillessehne wieder völlig gesund ist, dann wird sie auch wieder richtig hochspringen können. Wir alle hoffen, dass dies im olympischen Endkampf 2012 in London so weit sein wird.

Zurück zum Seitenanfang