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Training bei Hitze macht schneller
Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 17.06.2014

Das Training selbst war nicht besonders hart: Ziel war es, die Ruderer zwar zu überhitzen, doch nicht zu überanstrengen, zudem startete diese 5-tägige Akklimatisierungsphase zwei Wochen vor einer großen Meisterschaft. Das Ergebnis war ein 1,5-prozentiger Anstieg der Ruderleistung auf 2.000 Metern.

Im Gegensatz zu allgemeinen Trainingseinheiten sollte beim Hitzetraining nicht zu viel getrunken werden.

Es gibt viele verschiedene Mechanismen, die hier im Spiel sein könnten. Daher werde ich mit meinen eigenen Worten versuchen, ein paar vereinfachende Schlussfolgerungen zu ziehen:

(1) Der größte Vorteil der Hitzeakklimatisierung könnte die Vergrößerung des Blutplasmavolumens sein. Genauso wie Höhe den Körper stimuliert, mehr rote Blutkörperchen zu erzeugen, regt Hitze den Körper an, mehr Blutplasma zu produzieren.

Das Ergebnis ist eine größere Herzleistung und höhere VO2 auf einem bestimmten Belastungsniveau. In der neuseeländischen Studie hat das Blutplasma im Ruhezustand um 4,5 Prozent zugenommen, obwohl die Sportler schon zu Studienbeginn ein sehr hohes Plasmavolumen hatten; in der Untersuchung aus Oregon hat sich das Volumen des Blutplasmas um 6,5 Prozent erhöht.

(2) Eines der wichtigsten Signale, das Ihrem Körper sagt, sich so anzupassen, könnte die Dehydrierung sein. Also, wenn Sie beim Hitzetraining übervorsichtig auf ausreichende Wasserzufuhr achten, könnte Ihnen dieser Vorteil entgehen.

In der Studie aus Neuseeland wurden den Athleten während des 90-minütigen Trainings 100 ml Wasser erlaubt - genug um das Gefühl einer starken Dehydrierung zu vermeiden, aber auch nicht genug, um ausreichend hydriert zu bleiben.

Einige Sportler verwenden die Faustregel: Wenn man nicht um mindestens 2 Prozent dehydriert ist, hat man zu viel getrunken; 3 Prozent sind gut; 4 Prozent sind zu viel. (Hinweis: Dies bezieht sich nur auf die Hitzeakklimatisierungsphasen und ist keine Regel für allgemeine Trainingseinheiten!)

Das allgemeine Fazit hieraus ist, dass man seinen Körper diesen trainingsbedingten Belastungen ruhig mal aussetzen sollte, anstatt heroische Anstrengungen zu unternehmen, um jegliche körperliche Beschwerden von vornherein abzuwehren.

Das ist auch ein Thema der jüngsten Forschung in einer Vielzahl von Gebieten - wie der Ernährung (z.B. die Vorteile der körperlichen Anpassung durch das Training mit niedrigen oder entleerten Energiespeichern), und der Erholung (z.B. das Potenzial von Eisbädern und Antioxidationsmitteln, welche die Signale unterdrücken, die dem Körper sagen, dass er sich anpassen und stärker werden soll).

Das bringt mich zu der Erkenntnis, dass man in Situationen, in denen Sicherheit und Gesundheit nicht gefährdet sind (also nicht während Ultra-Läufen und Hitzewellen!), die rettende Wasserflasche ruhig mal zuhause lassen könnte."

Wenn ich die vorhergehenden Zeilen lese, dann waren wir damals eigentlich der Wissenschaft schon voraus. Außer dem Hitzetraining wurde von meiner Seite immer und immer wieder empfohlen nicht zu viel zu trinken.

Vielleicht ist es möglich das Hitzetraining zu etablieren, aber diese Sauferei bei den langen Wettkämpfen wird wahrscheinlich bis auf den letzten Tag fortgesetzt werden. Besonders die Leistungsschwächeren unter uns glauben an den zugeschütteten Magen. In diesem Sinne: Prost!

Dazu möchte ich noch hinzufügen: Wir sind auch im Sommer unsere 35 km ohne Trinkflasche gelaufen. Wir schämten uns sogar diese Dinger mitzuschleppen.

Vielleicht können wir den harten und schlauen Läufer bald wieder an der fehlenden Trinkflasche erkennen!!!

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