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Homocystein

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Autor: Peter Greif
Newsletterdatum: 28.09.2004

Haben Sie auch einen zu hohen Homocystein-Spiegel?

"Jeder Zweite über 50 Jahre hat erhöhte Homocystein-Spiegel. Schätzung vom Institut für Ernährungswissenschaft Bonn.

Homocystein gilt als kardiovaskulärer Risikofaktor. Mehr als die Hälfte der über 50jährigen hat zuviel davon im Blut. So hoch schätzt Professor Klaus Pietrzik vom Institut für Ernährungswissenschaft der Uni Bonn die Zahl der Bundesbürger mit zumindest mäßig erhöhtem Homocystein-Spiegel.

Wie Pietrzik bei einer Veranstaltung von Medice in Berlin berichtet hat, wird der Homocysteinstoffwechsel im wesentlichen durch die B-Vitamine Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 reguliert. Homocystein hat einen direkt zelltoxischen (zellgiftigen) Einfluß und verändert das Gerinnungsverhalten. Bereits mäßig erhöht gilt es als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten. "Mit jeder Steigerung der Nüchtern-Homocystein-Serumwerte um fünf Mikromol erhöht sich das Risiko um den Faktor 1,7", sagte Pietrzik. In Studien sei belegt worden, daß durch gezielte Zufuhr von Vitamin B und Folsäure der Wert in den Normbereich von unter zehn Mikromol pro Liter gesenkt werden kann.

Untersuchungen der Bonner Arbeitsgruppe lassen vermuten, daß viele ältere Menschen ein Vitamin-B-Defizit haben. Er empfehle Senioren deshalb, zusätzlich Vitamin- B-haltige Präparate einzunehmen. Aktuelle Daten aus den USA bestätigen vor allem die präventive Wirkung der Folsäure. Dort sei die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen wegen der seit 1998 praktizierten Zwangsanreicherung von Grundnahrungsmitteln mit Folsäure bereits zurückgegangen.

Folsäure ist enthalten in Leber, Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse, Spargel, Eigelb und Nüssen. Auch in Obst, Fisch und Fleisch finden sich geringe Mengen davon. Da das Vitamin licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich, sowie gut wasserlöslich ist, sollten zu intensives Wässern und zu lange Lager- und Kochzeiten vermieden werden. Manchen industriell hergestellten Getränken und Milchprodukten wird Folsäure künstlich zugesetzt.

Da Folsäure auch mit für die Bildung von roten Blutkörperchen verantwortlich ist, liegt in diesem Vitamin auch ein leistungssteigerndes Potential verborgen. Denn je mehr wir von diesen roten Blutkörperchen haben, desto höher ist unsere Leistungsfähigkeit.

Die Verzehr-Empfehlung für Normalbürger sind 400 µg Folsäure täglich. Für Langstreckenläufer und andere hart tranierende Sportler sind aber etwa 600 µg nötig. Um diese Zufuhr zu erreichen sind folgende Mengen des betreffenden Lebensmittels notwendig:

Lebensmittel Menge
Orange frisch 2500 g
Blattspinat frisch 769 g
Chinakohl frisch 723 g
Fenchel frisch 600 g
Rote Rübe frisch 645 g
Rettich frisch 2500 g
Sojabohne geröstet 480 g
Kalbsleber gegart 243 g

Sie werden unschwer erkennen, dass es Ihnen kaum gelingen wird, die täglich nötige Menge an Folsäure mit der Nahrung aufzunehmen. Darum kann man in der Praxis sagen: Ohne Nahrungs-Ergänzugsmittel geht es nicht, der Folsäure-Mangel ist vorprogrammiert!